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06.04.2001 - 

Berliner wollen wieder das Projektgeschäft forcieren

PSI kehrt zu den Wurzeln zurück

BERLIN (gh) - "Back to the roots" heißt das Motto bei der PSI AG. Das Berliner Softwarehaus hat die noch beim Börsengang groß herausgestellte "ERP-Story" quasi ad acta gelegt und definiert sich in Zukunft wieder als reines Systemhaus.

Der PSI-Vorstandsvorsitzende Dietrich Jaeschke ist bekanntermaßen ein Freund klarer Worte. Insofern hatte der Chef des traditionsreichen Berliner Softwarehauses auch keine Mühe, den jüngsten Sinnes- und Strategiewandel seiner Company zu erklären. "Wir werden auf Dauer zu einem reinen Systemhaus avancieren", bemühte Jaeschke bei seinem Ausblick auf der Bilanzpressekonferenz vor zwei Wochen in Berlin eher die Vergangenheit seines Unternehmens. Zur Erinnerung: Beim Börsengang 1998 kehrten die Berliner - seit rund drei Jahrzehnten erfolgreich im Projektgeschäft mit Individuallösungen im Bereich so genannter Leittechnik- und Automatisierungssoftware - groß den ERP-Player heraus. IPO-Berater der konsortialführenden DG-Bank rieten Jaeschke seinerzeit sogar, die Systemhausaktivitäten ganz aufzugeben und sich nur noch auf das Produktgeschäft zu konzentrieren. Hätten die Berliner diesen Rat befolgt, würden sie heute vermutlich vor existenziellen Problemen stehen, was der PSI-Chef in Hintergrundgesprächen auch entsprechend kommentiert.

Doch zurück zu den Tatsachen. Die selbst entwickelte und in Fachkreisen anerkannte ERP-Suite "Psipenta" entpuppte sich in den zurückliegenden Jahren aus hausgemachten Gründen (unter anderem die gescheiterte Expansion in die USA sowie Management-Querelen in der gleichnamigen Konzerntochter), aber auch aufgrund des schwierigen Marktumfeldes als Verlustbringer. Jetzt zog man daraus die Konsequenzen: So wurde in der Konzernbilanz 2000 reiner Tisch gemacht. Mit 15,5 Millionen Euro schrieb man die gesamten "Psipenta" betreffenden F&E-Aufwendungen der letzten Jahre auf einen Schlag ab, was im entsprechenden Produktgeschäft zu einem Minus von 24,6 Millionen Euro führte. Aber auch ohne besagte Sonderaufwendungen schlug das Business mit dem Verkauf von Psipenta-Lizenzen im zurückliegenden Geschäftsjahr mit minus 9,1 Millionen Euro einmal mehr negativ zu Buche. Zudem war das Geschäftsjahr 2000 umsatzmäßig für den ERP-Anbieter PSI beziehungsweise Psipenta GmbH erneut kein Ruhmesblatt: Mit 35,8 (1999: 35,3) Millionen Euro trat man in puncto Wachstum auf der Stelle, während man im traditionellen Systemgeschäft bei den Einnahmen einen Zuwachs von 88,4 auf 110,9 Millionen Euro erzielen konnte und dort auch beim Ebit nach Goodwill-Abschreibungen mit einer Steigerung von 9,4 auf 11,2 Millionen Euro zufriedenstellend abschnitt.

Künftig wolle man, wie Jaeschke betonte, das Geschäft mit der ERP-Suite "Psipenta" keineswegs einstellen, aber nur noch "in Projekten und bei Bedarf" die eigene Standardsoftware installieren. Auch aus der Tatsache, dass zur CeBIT mit "Psipenta.com" ein neues Release vorgestellt wurde und die Software weiter entwickelt wird, könne man "entsprechende Schlüsse ziehen". Mehr oder weniger unbeantwortet ließ der PSI-Chef allerdings die Frage im Raum stehen, ob und wenn ja, welche Auswirkungen diese Entscheidungen auf die Konzerntochter Psipenta GmbH haben. Ansonsten sang Jaeschke das Hohelied auf das künftige (alte) Systemhaus PSI.

Optimistisch fallen die mittelfristigen Prognosen der Berliner Softwerker aus: So soll sich der Umsatz von 147 Millionen Euro (2000) im laufenden Fiskaljahr 2001 auf 184 Millionen Euro erhöhen, 2002 werden bereits Einnahmen in Höhe von 220 Millionen Euro angepeilt. Beim Konzernergebnis (Ebitda), das in der 2000er-Bilanz aufgrund eingangs erwähnter Sonderfaktoren mit minus 13,4 Millionen Euro noch negativ war, soll - nachdem operativ mit einem Plus von vier Millionen Euro bereits die Ertragswende geschafft wurde - im laufenden Jahr unter dem Strich eine schwarze Null stehen. Künftig wolle man, so kündigte Unternehmenschef Jaeschke an, im Geschäftsbericht auch nicht mehr zwischen Produkt- und Systemgeschäft unterscheiden, sondern die einzelnen Branchen, die man adressiere, mit eigener Gewinn- und Verlustrechnung ausweisen.