Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.03.1991 - 

Für den heiß umkämpften Markt der mittleren Anwender-Unternehmen

PSI will seine Anwendungen zur Gesamtlösung komplettieren

BERLIN (CW) - Die Berliner PSI GmbH tritt im der mittelgroßen Anwender gegen SAP beziehungsweise deren Satelliten CAS und Steeb an: Noch in diesem Jahr will das bislang auf Prozeßautomation und Kommunikationstechnik spezialisierte Software-Unternehmen eine komplette Anwendungslösung für VAX-VMS- und AS/400-Maschinen im Angebot haben.

In den kommenden fünf Jahren beabsichtigt PSI ein Viertel seines Geschäftsvolumens im Bereich der mittleren Anwenderunternehmen zu erzielen. Dieses Marktsegment wird jedoch auch von anderen Anbietern aggressiv umkämpft. So hat die Walldorfer SAP AG durch die Beteiligungen an Steeb und CAS mittlerweile mehr als nur einen Fuß in der Tür zum Mittelstandsmarkt, und die IBM erweist sich - zumindest im Fertigungsbereich - als ernstzunehmende Konkurrenz.

Während SAP den Markt über die sogenannte kommerzielle Software aufgerollt und sein Angebot erst später um Fertigungskomponenten erweitert hat, geht PSI den umgekehrten Weg: Die Fertigungspakete Piuss-O und Proman sollen durch kommerzielle Applikationen zu einer Komplettlösung ergänzt werden. Die kaufmännische Seite der angestrebten Gesamtlösung will PSI jedoch nicht selbst entwickeln, sondern extern einkaufen. Als möglichen Partner brachte Geschäftsführer Dietrich Jaeschke hier die Orga-Ratio GmbH, Nordhorn, ins Spiel; in Frage komme aber auch "ein ausländisches -Unternehmen".

Der neue Kurs in Richtung Komplettangebot ist Teil eines kürzlich ausgearbeiteten Fünfjahresplans", in dem das Berliner Software-Unternehmen die Maxime seiner künftigen Geschäftstätigkeit definiert hat. Diesem Plan zufolge will PSI - anders, als viele Softwarehäuser dieser Größenordnung keinesfalls Teil eines Konzerns werden, sondern durch strategische Partnerschaften mit anderen Software-Anbietern seine Unabhängigkeit sichern. Insofern legt das Unternehmen keinen Wert auf externe Beteiligungen.

Ausnahmen von dieser Regel stellt Jaeschke für den Fall in Aussicht, daß sich eine der Töchter und Joint-venture-Firmen bei der Mutter einkaufen will. Selbständige Niederlassungen existieren bereits in Österreich und den Niederlanden; das größte Gemeinschaftsprojekt ist die Lufthansa Informationstechnik und Software GmbH (LIS) mit Sitz in Berlin, an der - wie der Name bereits andeutet - auch der deutsche Staats-Carrier beteiligt ist.

Für das laufende Geschäftsjahr plant die PSI GmbH drei weitere Beteiligungen: Zum einen will sie gemeinsam mit der Lufthansa, der Debis AG sowie der Bayerischen Landesbank und Girozentrale, ein Unternehmen mit Namen Mobilcom ins Leben rufen, zum anderen stehen zwei Projekte in den neuen Bundesländern auf dem Programm: Mit dem 40 Mitarbeiter starken Computer Service Halberstadt (CSH) wurden bereits Vorverträge unterzeichnet; außerdem interessieren sich die Westberliner für die Anteilsmehrheit an einem in Gründung befindlichen Spin-off des Zentralinstituts für Kybernetik.

Eher gemäßigt erscheinen die Absichten in bezug auf das künftige Wachstum: In den kommenden 60 Monaten, so plant das PSI-Management, wird die derzeit 500köpfige Belegschaft um die Hälfte zunehmen. Der Umsatz, der 1990 bei 75 Millionen Mark lag, soll sich im selben Zeitraum verdoppeln. Auf diese Weise würde die Produktivität beträchtlich steigen; während der Pro-Kopf-Umsatz im vergangenen Jahr durchschnittlich etwa 160000 Mark betrug, soll er 1995 die Grenze von 200000 Mark übersteigen.

Die gegenüber dem Vorjahr (65 Millionen Mark Umsatz) um etwa 15 Prozent gestiegenen Einnahmen stammen zu 55 Prozent aus dem Projektgeschäft, zu 30 Prozent aus dem Produktvertrieb und zu 15 Prozent aus dem Consulting-Bereich.

Nach einem eher mageren Geschäftsergebnis im Jahr 1989 konnte PSI für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 3,6 Millionen Mark ausweisen; im Jahr zuvor hatte dieser Wert nur 0,7 Millionen Mark betragen.

Der Auftragseingang lag mit 95 Millionen Mark (1989: 71 Millionen) deutlich höher als der Umsatz.

Mehr als zwei Fünftel dieses Betrages entfallen dabei auf drei Großaufträge: das in Zusammenarbeit mit Digital Equipment geplante Mobilfunknetz D1, eine gemeinsam mit Siemens in Angriff genommene Anwendungslösung für die Hamburger Elektrizitätswerke sowie das Logistik-Zentrum vor Hewlett-Packard, bei dem PSI mit dem Schweizer Unternehmen OWL kooperiert.