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01.08.1997 - 

Endlich mit grafischer Oberfläche

Public-Key-Verschlüsselung mit PGP 5.0 und PGP mail

01.08.1997

Noch immer steht hinter PGP Philip Zimmermann, der das Programm Ende der 80er Jahre entwickelt hatte und sich in der Folge langjährigen Streitigkeiten mit US-Behörden ausgesetzt sah. Immer wieder gab es Vorwürfe wegen des Verstoßes gegen das Verbot zur Ausfuhr starker Kryptografie mit Schlüsseln größer als 56 Bit, weil sich PGP auch international rasch durchsetzte. Diese Querelen wurden 1996 endlich beendet, seitdem widmet sich Zimmermann auch der kommerziellen Verwertung seiner Konzepte.

Das Public-Key Verfahren arbeitet mit zwei Schlüsseln pro Benutzer. Der öffentliche Code wird an Kommunikationspartner verteilt oder auf Key-Servern hinterlegt, auf die jeder zugreifen kann. Er wird zur Entschlüsselung chiffrierter Texte oder Dateien benötigt. Diese wiederum werden mit dem privaten Schlüssel eines Anwenders erzeugt, auf den kein anderer zugreifen kann.

Die Version 5.0 bringt eine durchdachte Integration in die Oberflächen von Windows 95/NT und des Mac-OS. Dabei können sowohl der Explorer (Datei-Manager) als auch die Zwischenablage mit PGP bearbeitet werden. Daneben bietet die Software Plug-ins für bekannte Mail-Programme, darunter Microsofts "Exchange" und "Outlook", Qualcomms "Eudora" (Light und Pro) für Windows und Macintosh sowie für den Claris "Emailer", der bisher nur für Macintosh-Rechner verfügbar ist.

Für die Verwaltung der Schlüssel ist eine eigene Applikation zuständig. "PGP keys" übernimmt die Erzeugung und Verbreitung eigener Schlüssel sowie die Aufnahme fremder Keys in den öffentlichen Schlüssel eines Benutzers. Neben der Verschlüsselung von Dateien oder Texten bietet PGP auch die Möglichkeit digitaler Signaturen. Damit lassen sich elektronische Nachrichten so bearbeiten, daß ihre Urheberschaft gesichert und jederzeit überprüfbar ist.

Europäischen Anwendern machen allerdings die US-Exportauflagen für Kryptografie noch immer Probleme. "PGP 5.0 for Personal Privacy" läßt sich nur dann für 39 Dollar von der Homepage von PGP Inc. (www.pgp.com) ordern, wenn der Käufer aus einer US-Domain heraus bestellt. Außerdem gibt es beim Massa- chusetts Institute of Technology (MIT) eine spezielle Freeware-Version von PGP 5.0, die auf den geschützten RSA-Algorithmus verzichtet (www.mit.edu/ network/pgp). Für den kommerziellen Einsatz empfiehlt die Zimmermann-Company "PGP mail 4.5", das mit Eudora und Netscape Mail sowie MAPI-Applikationen (Exchange, Outlook) zusammenarbeitet. Eine Einzelplatzlizenz kostet knapp 150 Dollar.