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31.01.1975 - 

Amerikanisches Unternehmen hat Kartenlocher viederentdeckt:

Punchy ist doch der Beste

HAYWARD, Kalifornien - Die Firma Shaklee hat eine Datenerfassungsmethode gefunden, die gegenüber der Direkterfassung einen größeren Datendurchsatz bringt, und das mit geringeren Kosten: das Unternehmen hat den Kartenlocher wiederentdeckt. "Warum die Lochkarte verdammen?" sagt der Shaklee-Manager Lionel Cirilo, Leiter der Abteilung Informatik, "wir haben sie aus dem Ruhestand zurückgeholt".

Shaklee installierte im Januar 72 zwölf IBM-Bildschirmgeräte -fünf IBM-Locher 029 gingen zurück - mit dem Ziel, die Erfassung von täglich 400 bis 500 Aufträgen zu beschleunigen.

Mit der neuen Organisation der Datenerfassung gab es jedoch bei Shaklee bald Ärger. Da allein der SoftwareMonitor für das CICS (Customer Information Control System) 96 K belegte, gab es an den Bildschirmgeräten zu lange Response-Zeiten. Sie wurden zu einem lebenden Beweis unproduktiver Leerzeiten: "däumchendrehende" Bildschirmoperateure. Klar, daß dieses Problem durch den Einsatz weiterer on line-Plätze nur noch vergrößert wurde.

Dazu kam noch, daß alle Bildschirme stillstanden, wenn der Rechner einmal ausfiel. Deshalb ging das Unternehmen Anfang 1973 wieder zu off-line-Datenerfassung über: Neun Kartenlocher/Prüfer der Firma TAB-Products wurden angemietet. TAB-Locher/Prüfer sind von der Leistung her vergleichbar mit dem gepufferten IBM-Locher 129. Sie haben allerdings den Vorteil, billiger zu sein. In einem Vergleich, bei dem die Locher/Prüfer den Bildschirmen in bezug auf die Arbeitsleistung gegenübergestellt wurden, zeigte sich ein verblüffendes Ergebnis: mit sechs Locher/Prüfern wurden am Tag 724 Aufträge erfaßt. Am Bildschirm schafften acht Operatoren nur 406 Aufträge.

In der Praxis zeigte sich dann ein weiteres Plus des Lochens: "saubere" Daten. Die Fehlerquote betrug nur ein Prozent gegenüber zehn Prozent bei der Bildschirmerfassung. Bevor Shaklee zur Lochkarte zurückkehrte, wurde auch der Einsatz eines Datensammelsystems mit Ausgabe auf Magnetplatte in Erwägung gezogen.

Es muß allerdings gesagt werden, daß die Lochkarte nur eine Übergangslösung ist. Ende 1975 soll bei Shaklee die Zukunft beginnen: Datenerfassung per Stimme. Shaklee ist überhaupt ein atypischer EDV-Anhänger: Die Hälfte der 256 K des 360/40 sind nicht von IBM. Bänder und Platten sowie ein Drucker sind von Telex. Die Rückkehr zum Locher hat sich bezahlt gemacht: für Batcharbeiten wurde 50 Prozent CPU-Zeit gewonnen. Aber das "größte Ding" ist nach Ansicht von Cirilo, "daß wir jetzt die Aufträge schneller durchziehen können". de