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11.05.1979

Puppentheater

"Wie gut wir die Zukunft beherrschen werden", vermutet IBM in einer Werbe-Broschüre ganz richtig, "hängt davon ab, wie gut der Dialog zwischen denen, die die Informationstechniken beherrschen und denen die sie brauchen, geführt wird."

Verständigungsschwierigkeiten zwischen DV-Experten und DV-Laien sind in der Tat die Hauptursache dafür, daß der Computer zur Unterstützung unternehmerischer Entscheidungen noch kaum genutzt wird, wie auch das Round-table-Gespräch der COMPUTERWOCHE während der Hannover-Messe bestätigt hat (Auszug siehe Seite 5).

Anders freilich als der Marktführer, der - aus seiner Sicht konsequent - für "einfache" Informationssysteme plädiert, wollen die übrigen Diskussionsteilnehmer das heikle Schnittstellenproblem gelöst sehen: Sie fordern die Firmenleitungen auf, an der Aufgabendefinition der Datenverarbeitung verantwortlich mitzuwirken, die Entscheidungskontrolle bei EDV-Maßnahmen endlich in die eigenen Hände zu nehmen, und

- last, not least - die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Datenverarbeitung nicht länger als Tabu zu behandeln.

Da klingt an, daß die Anwender bisher von den DV- Herstellern für dumm verkauft, auf deutsch gesagt verkohlt wurden. Eine Unterstellung? Tatsache ist doch, daß das Verhältnis zwischen Hersteller und Anwender bisher durch Inforrnationsabhängigkeit gekennzeichnet war, wobei das "Puppentheater" nur deshalb funktionierte, weil die Datenverarbeitung fast ausschließlich den EDV-Spezialisten im Unternehmen überlassen wurde.

Komisch, daß so viele Top-Manager, obwohl sie das Spielchen (angeblich?) durchschauen, scheinbar unbeteiligte Komparsen bleiben. Kein Vorwurf an die Hersteller. Daß sie durch Weiterentwicklung der technischen Komponenten ihrer DV-Systeme unmittelbar auf die Anwendungsfunktionen einwirken: Das ist das, was man Marktwirtschaft nennt. Daß sie durch die Weiterentwicklung der Betriebssysteme Änderungsanstöße für die Anwenderprogramme geben: Marktwirtschaft. Daß sie durch neue DV-Nutzungsmöglichkeiten ("Distributed Processing", Datenbanken) Bedarf wecken: Auch dies ist Marktwirtschaft.

Bedenklich stimmt allerdings, mit welcher Instinktlosigkeit eine "heile Welt der Datenverarbeitung" vorgetäuscht wird - von der wir meilenweit entfernt sind.