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23.03.2001 - 

Meta Group nennt Auswahlkriterien

Qual der Wahl bei BI-Werkzeugen

MÜNCHEN (CW) - IT-Abteilungen, die Werkzeuge für die Analyse und Präsentation von Informationen eines Data Warehouse suchen, bekommen es mit einer Heerschar an Produkten zu tun. Die Meta Group gibt grundsätzliche Tipps für die Auswahl solcher Tools für Business Intelligence (BI).

Werkzeuge für Business Intelligence beim Aufbau eines Data Warehouse dessen Informationen entscheidungsorientiert aufbereiten, analysieren - meist mit Hilfe des Online Analytical Processing (Olap) - und sie dem Anwender präsentieren. Ihr Einsatzgebiet ersteckt sich vom Aufbau einer, heute meist Web-basierten, Berichtslösung für die Unternehmensführung bis hin zur Unterstützung von strategischen Aufgaben.

Unüberschaubarer MarktEine vollständige Produktübersicht scheitert an der Vielzahl der Tools und ihrer unterschiedlichen, oft aber auch überlappenden Funktionalität. Laut den Marktforschern der Meta Group kommt hinzu, dass kein Hersteller alle Anforderungen eines Großunternehmens allein abdecken kann. Daher ist normalerweise eine Reihe von BI-Tools im Einsatz. Die im Folgenden gemachte Auswahl einiger Player im weltweiten Markt ist dementsprechend nicht als umfassende Marktstudie zu verstehen. So blieben wichtige Hersteller wie IBM, Microsoft, Applix, Information Builders oder SAS Institute außen vor.

Interessenten sollten bei der Tool-Auswahl nicht nur auf Features achten, die vielleicht nur von einer Abteilung im Unternehmen benötigt werden, sondern auch einige grundsätzliche Kriterien auf die Wunschliste setzen (siehe Kasten "Auswahlkriterien"). Hierzu zählen die Analysten die Frage nach der Notwendigkeit von Ad-hoc-Abfragen mit Hilfe von SQL-Queries, für die Firmen wie Business Objects, Brio, Hummingbird oder Cognos eigene GUI-basierte Entwicklungsmodule anbieten. Laut Meta reichen in der Praxis jedoch oft auch parametrisierte Reports, die ohne zusätzlichen Programmieraufwand auskommen.

Ferner muss sich der Interessent zwischen hochskalierbaren Enterprise-Produkten etwa von Actuate oder einfacheren Desktop-Werkzeugen à la Seagates "Chrystal Reports" entscheiden.

Skalierbarkeit erfragenAusschlusskriterien können hier die Skalierbarkeit des Produktes, die Komplexität der Berichte sowie die Tool-Unterstützung bei der Report-Entwicklung sein. Als Faustregel gilt dabei, dass bei Query-und-Analyse-(Q&A-)Produkten der Endbenutzer die Berichte erstellt. Dabei hat er zwar weniger Formatierungsmöglichkeiten, kommt dafür aber leichter mit dem Tool zurecht. Bei Highend-Reporting werden die Berichte hingegen meist eigens von IT-Spezialisten entwickelt.

Große Unterschiede sind laut Meta bei BI-Tools erkennbar. So konzentrieren sich Microstrategy und Hyperion Solutions bei der Produktentwicklung stark auf ihre Olap-Server, die allgemein mit einer besseren Skalierbarkeit aufwarten, als sie Standard-Q&A-Werkzeuge von Cognos, Brio oder Business Objects erzielen. Unter Letzteren kann Cognos nach Ansicht der Analysten die leistungsfähigsten Olap-Funktionen anbieten, Seagate offeriert Olap-Technik mit seiner Produktsuite "Holos".

Wer an den Aufbau eines übergreifenden Informationsportals denkt, der ist mit Produkten von Hummingbird oder Brio am besten aufgehoben. Cognos verwendet sein Produkt hingegen in erster Linie als Klammer für die eigenen BI-Produkte und stellt weder offene APIs noch Integrationsmöglichkeiten für unstruktuierte Daten bereit. Business Objects bietet hingegen laut Meta ein "sehr bemerkenswertes" Portalprodukt, das durch Partnerschaften mit Spezialisten wie Plumtree, Viador und IBM veredelt wird.

Ein wichtiges Kriterium für Endanwender ist auch die Benutzerfreundlichkeit des Tools. Hier können nach Ansicht der Analysten alle Hersteller glänzen, wobei Q&A-Tools grundsätzlich den umfassenderen Support liefern. Die Frontends sind aus Endbenutzersicht durchweg gut integriert und beruhen in den meisten Fällen auf einer einheitlichen Codebasis.

Anders sieht es hingegen bei der Systemverwaltung aus. Dort bieten insbesondere die Werkzeuge von Business Objects, Cognos und Hummingbird ausgeklügelte Abstraktions-Layer, über die sich Datenbankzugriffe und die Datenhaltung steuern lassen.

Mehr DatenintegrationDer Aufbau und die Wartung solcher Layer kann allerdings laut Meta eine komplexe und teure Angelegenheit sein. Sie sollten daher in erster Linie in stark zentralisierten IT-Organisationen mit solide aufgebauten Data Warehouses eingesetzt werden. Wer es einfacher braucht oder es vor allem mit vielen dezentralen Lösungen zu tun hat, sollte sich für Metadaten-gesteuerte Produkte von Brio oder Seagate "Chrystal Enterprise" entscheiden.

Viele BI-Hersteller sind derzeit damit beschäftigt, die Integrationsmöglichkeiten ihrer Produkte mit anderen Datenquellen zu verbessern. So bieten zwar alle hier genannten Tools die Anbindung an relationale Datenbanken, doch oft ist zusätzlich die Kopplung mit ERP-, CRM- oder Personalsoftware nötig. Hier haben sich insbesondere Cognos, Business Objects und Seagate in der letzten Zeit durch Technologie-Partnerschaften hervorgetan.

Meta erwartet ferner, dass die meisten Anbieter in den kommenden Monaten ihre Berichtswerkzeuge um Möglichkeiten zur Informationsverteilung erweitern werden. Auch ist sowohl mit einer zusätzlichen Integration zwischen BI-Tools und Produkten zur Erfassung und Analyse von Nutzerverhalten im Web zu rechnen als auch mit einer allgemein offeneren Produktlandschaft. So passen Microstrategy, Actuate und Business Objects derzeit ihre Produkt-APIs der Performance von anderen Web-Produkten an, um in umfassenderen Anwendungsszenarien in Websites dabei zu sein.

Abb: Auswahlkriterien

Die Aspekte sollen Kunden eine Orientierung bieten. Je mehr Punkte, desto eher erfüllt das Tool die Meta-Anforderung. Quelle: Meta Group