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25.04.1997 - 

Eudora als Zugpferd

Qualcomm drängt in den Messaging-Markt

Den Auftakt für die neue Strategie machten deshalb Aktivitäten rund um den erfolgreichen E-Mail-Client. Der Hersteller brachte kürzlich die Version 3.0 auf den Markt und machte sie erstmals in Ausführungen für fünf europäische Sprachen verfügbar. Wesentliche Neuerungen betreffen die Integration von Mail-Filtern, erweiterte Formatierungsmöglichkeiten, Drag-and-drop-Unterstützung und eine konfigurierbare Symbolleiste. Die "Pro"-Ausführung erlaubt zudem den gleichzeitigen Zugriff auf mehrere E-Mail-Adressen, wodurch sie die Funktion als universelle Inbox übernehmen kann.

Client-Erfolg durch kostenlose Light-Version

Der Mail-Client, der ursprünglich von der Universität Illinois entwickelt und 1993 von Qualcomm exklusiv in Lizenz genommen wurde, läuft unter Windows und dem Macintosh. Laut Hersteller nutzen ihn weltweit mehr als 18 Millionen Anwender. Verantwortlich für die hohe Verbreitung ist vor allem die "Light"-Variante, die auch in der Version 3.0 kostenlos erhältlich ist. Der nicht zu unterbietende Preis motiviert vor allem Internet-Service-Provider, die Software an ihre Kunden weiterzugeben.

Ähnlich wie die Netscape Corp., die ebenfalls die größte installierte Basis bei Mail-Clients für sich reklamiert, will Qualcomm den Erfolg am Desktop nutzen, um auf dem Server Fuß zu fassen. Umgekehrt soll der in den nächsten Wochen erscheinende "Eudora Wordmail Server" die Verkaufszahlen für die Client-Software fördern: Jede Benutzerlizenz enthält standardmäßig auch eine solche für den Eudora-Pro-Client. Der Server läuft vorerst nur unter Windows NT und richtet sich in erster Linie an kleine und mittelständische Unternehmen. Das Produkt unterstützt erwartungsgemäß die Internet-Standards POP 3 und Imap 4, auf das Adressenverzeichnis kann über LDAP zugegriffen werden. Worldmail kann auch die Funktion als List-Server übernehmen, seine Administration erfolgt wahlweise über einen Browser und Java-Applets oder ein Windows-Programm. Für die Übernahme von bestehenden Adreßbüchern existieren Migrations-Tools, die entweder SMTP-Adreßinformationen oder solche von proprietären Systemen wie cc:Mail importieren können.

Qualcomms Fahrplan sieht vor, daß noch im Laufe des Jahres Server-Versionen für die Unix-Betriebssysteme AIX, Sun Solaris und HP-UX entwickelt werden. In einer weiteren Ausbaustufe unter dem Codenamen "San Marco Square" sollen bis Anfang nächsten Jahres Groupware-Features, ein Proxy-Web-Server und Archivfunktionen hinzukommen. Derzeit kann eine Mail-Domäne nur von einem Server bedient werden, zwecks besserer Skalierbarkeit soll diese Beschränkung dann fallen.

Mit diesem Vorhaben tritt Qualcomm in den hart umkämpften Messaging- und Groupware-Markt ein, wo große Anbieter wie Lotus, Microsoft oder Netscape Neulingen das Leben bestimmt nicht leicht machen. Qualcomm generiert seinen Jahresumsatz von zirka einer Milliarde Dollar aber vor allem in anderen Geschäftszweigen wie beispielsweise mit Mobiltelefonen oder Positionsberichts-Systemen für Automobile und Eisenbahnen. Diese Bereiche können das Messaging-Engagement nicht nur finanziell, sondern auch technisch unterstützen: Geplant ist beispielsweise für die Client-Seite Voice-Integration und drahtlose Übertragung von E-Mails.