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19.01.2006

Qualifiziert fürs Internet-Fernsehen

Die Bavarian Broadcast Academy bildet IP-TV-Fachkräfte aus; deren Jobaussichten sind gut.

Die Internet-Branche hat zahlreiche neue Berufsfelder geschaffen und bietet jungen Menschen die Chance auf interessante Tätigkeiten. Hochschulen und Ausbildungsinstitute sind hier gefordert, entsprechende Studiengänge einzurichten. Darf man Prognosen Glauben schenken, werden allein im rasant wachsenden IP-TV-Markt in den kommenden Jahren Tausende qualifizierte Arbeitskräfte benötigt. Die Art-Voice-Gruppe aus Grünwald bei München hat mit der Bavarian Broadcast Academy (BBA) ein Institut geschaffen, das schon seit gut sechs Jahren IP-TV-Fachkräfte ausbildet.

Was Sie mitbringen sollten

Für das kommende Semester ab April stehen noch 20 Studienplätze zur Verfügung. Interessenten sollten sich möglichst bald bewerben, vor allem wenn sie eines der begehrten Stipendien für die 16000 Euro teure Ausbildung erhalten möchten. Als Schulabschluss sollte man die Mittlere Reife mitbringen. Die Akademieleitung legt nicht nur Wert auf ein gutes Zeugnis. Auch Studienabbrecher oder junge Leuten mit Fähigkeiten in außergewöhnlichen Feldern haben gute Chancen auf ein Stipendium.

Hier lesen Sie …

• warum die Experten mit IP-TV-Know-how große Chancen am Arbeitsmarkt haben;

• was IP-TV-Experen können müssen;

• welche Themen die Ausbildung beinhaltet.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

569118: Markt für IP-TV;

566334: Fernsehen und Internet verschmelzen.

Durch die Verschmelzung von Internet und Fernsehen ist ein neuer Markt entstanden: IP-TV, sprich Fernsehen, das über das Internet-Protocol aus der Telefonbuchse kommt. Laut einer IDC-Studie soll das Marktvolumen für Internet-Fernsehen in Westeuropa innerhalb der nächsten fünf Jahre von geschätzten 262 Millionen im Jahr 2005 auf 2,5 Milliarden Dollar ansteigen. Gebraucht werden qualifizierte Fachkräfte, die in beiden Medien fit sind.

Den klassischen Internet-Spezialisten fehlen jedoch die Fähigkeiten der Fernsehmacher und umgekehrt. Das Zusammenwachsen der Technologien erfordert eine offene Sicht sowohl auf TV-Technologie als auch auf die damit im IP-TV-Markt eng verbundenen Tätigkeiten im IT-Bereich", erklärt Ingo Wolf, Inhaber der Art-Voice-Gruppe. Das in Grünwald bei München ansässige Unternehmen ist Anbieter von IP-basierenden Fernsehsendern und hat über 220 IP-TV-Sender aufgebaut. Wolf schätzt, dass es in den nächsten drei Jahren 3000 neue IP-TV-Sender geben wird. Entsprechend viele Fachkräfte werden nötig sein, um diese zu betreiben: "Wir rechnen damit, dass im IP-TV-Markt allein in Deutschland etwa 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden."

Bei Art-Voice stieg der Bedarf an qualifiziertem Personal Ende der 90er Jahre stark an, aber es gab niemanden, der sich um die Ausbildung des Nachwuchses kümmerte. Deshalb hat das Unternehmen im Jahr 1999 eine eigene Akademie für IP-TV-Berufe gegründet und vier innerbetriebliche Ausbildungen angeboten.

Aufbau eines eigenen Senders

Um möglichst viele IP-TV-Fachkräfte zu schulen, wurde die interne Akademie vier Jahre später gemeinsam mit der Fachhochschule Ansbach zur Bavarian Broadcast Academy (BBA) aufgestockt. Weitere Träger sind die Corporate-TV Association und die Bavaria Production Services. Seit 2005 ist die BBA auch Mitglied im Medien-Campus Bayern.

In der dreijährigen Ausbildung erlernen die Studenten den Beruf des IP-Broadcast System Engineers und sind damit in der Lage, alle Tätigkeiten vor und hinter der Kamera zu übernehmen, die zum Betreiben eines IP-TV-Senders nötig sind. Ein Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf dem Erwerb praktischer Fertigkeiten. Jeder Student bekommt als Projektarbeit die Aufgabe einen eigenen IP-TV-Sender zu einem Thema seiner Wahl aufzubauen und zu betreiben.

Derzeit studieren knapp über 30 junge Leute an der praxisnahen Ausbildungsstätte. Ausbildungsbegleitende Praktika werden durch die Akademie beim Fernsehen, bei IP-TV-Sendern sowie im Corporate-TV unterstützt und forciert. Der Abschluss wird durch die Fachhochschule Ansbach vergeben. Deren Dozenten übernehmen auch einen Teil der theoretischen Ausbildung an der BBA.

Die ersten BBA-Studenten werden ihre Ausbildung im Frühjahr 2006 abschließen. Den Großteil der Studenten würde die Art-Voice-Gruppe gerne selbst übernehmen, aber einige haben schon jetzt mehrere Jobangebote von verschiedenen Arbeitgebern vorliegen. So auch Sarah Hankner, die im März als erste BBA-Absolventin ihre Ausbildung beenden wird. Die 22-jährige Studentin leitete während ihrer Ausbildung das Projekt Science-TV.com, einen Multichannel-Sender zu verschiedenen wissenschaftlichen Themen, und später zusätzlich das Projekt Krisen-TV.de und dessen englischsprachiges Pendant Disaster-TV.com.

Ein Blick auf die Laufbahnen der ehemaligen Auszubildenden des BBA-Vorgängerinstituts, der Art-Voice-Akademie für IP-TV-Berufe, zeigt die Karrieremöglichkeiten und raschen Aufstiegschancen im IP-TV-Markt. Viele der damaligen Studenten sind bei dem Grünwalder Unternehmen geblieben und verantworten heute eigene Geschäftsbereiche. Martin Jakovljevic zum Beispiel leitete bereits kurz nach seiner Ausbildung zum Net-Television-Regiekameramann den Bereich Film der Art-Voice Internet-TV GmbH. Seit drei Jahren ist der 24-Jährige nun Geschäftsführer dieses Unternehmens und zuständig für das deutsche IP-TV-Sendenetz: "Wir betreuen über 200 IP-TV-Stationen und stehen vor einem großen Wachstumsschub." (hk)