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Neue Methoden des Software-Engineering scheinen Besserung zu versprechen:


17.09.1982 - 

Qualifizierte Dokumentation senkt DV-Kosten

AACHEN - Die Kostenentwicklung im EDV-Bereich zwingt die Programmierabteilungen und alle sonstigen Softwarehersteller zu Gegenmaßnahmen. Die Softwareentwicklung sowohl preiswerter als auch, im Sinne späterer Pflege, besser zu gestalten, versucht die Informatik-Forum GmbH, Aachen, mit ihrem Design- und Dokumentationssystem Dedoc. Ernst Mattar, Dedoc-Betreuer bei Informatik-Forum, beschreibt das System.

Bei Dedoc bilden Design, Programmentwurf und Dokumentation eine Einheit. Sämtliche Informationen stehen also nicht erst für die Systempflege aufbereitet und zusammenhängend zur Verfügung, sondern bereits zur Implementierung, denn Entwurf und Dokumentation werden parallel erstellt.

Ergebnis:

- Fehler im Entwurf lassen sich früher erkennen, da durch die Programmdokumentation der Zwang entsteht, das Problem tiefer und feiner zu durchdenken.

- Korrekturen des Entwurfs sind leicht durchführbar, da ja vor Abschluß des Entwurfs und der Dokumentation noch kein Programm geschrieben wurde.

- Schnittstellen zwischen den einzelnen Modulen des Programms sind vor der Programmierung eindeutig festgelegt und dokumentiert.

- Die Durchführung der Programmierung kann sehr einfach delegiert werden, da durch die Programmdokumentation der Ablauf des Programms bereits eindeutig festgelegt ist.

Zur sinnvollen Durchführung des Entwurfs und der Dokumentation müssen zwei Regeln konsequent eingehalten werden:

- Der Entwurf geschieht, ausgehend von groben Elementen, etwa der Darstellung des Programmsystems aus der Anwendersicht, über die Zerlegung in einzelne Module, bis zum Programmablauf in den jeweiligen Modulen (Top-Down-Design).

- Die Beschreibung des Programmablaufs ist auf die Elemente der strukturierten Programmierung beschränkt. Das Lesen und die Überprüfbarkeit der Programmstruktur wird dadurch erleichert.

Das Top-Down-Design von Programmen wird durch die Erstellung innerhalb von vier Phasen unterstützt. Die Durchführung einer zusätzlichen Dokumentation entfällt, da die in den ersten drei Phasen erstellte Information von Dedoc zur Erzeugung einer Dokumentation herausgezogen wird.

Phase 1:

Eine allgemeine Beschreibung des zu erstellenden Programmsystems aus der Sicht des Anwenders in einer Form, die auch als Bedienungsanleitung verwendet werden kann, stellt den ersten Schritt des Designs dar. Das Problem wird grob erfaßt und die Schnittstellen nach außen hin festgelegt.

Es wird Information für jemanden, der das Programm bedienen soll, erstellt: Funktion des Programm, Programmumgebung, benötigte Peripherie, Dateien, Gerätezuweisungen, Bedienung und Dialoge.

Phase 2:

Das Problem wird in einzelne Funktionen zerlegt und ihre Schnittstellen eindeutig spezifiziert. Es werden Angaben gemacht, die Information darstellen für jemanden, der mit dem jeweiligen Modul arbeiten soll, wie die Beschreibung von Modulfunktion, Leistungsmerkmalen, Schnittstellen, Datenstrukturen sowie Aufrufkonventionen.

In dieser Phase wird ohne ein Auswertung der einzelnen Angaben eine formatierte Arbeitsgrundlage erstellt. Ihre Spezifikationen werden als Grundlage der nächsten Phase genommen.

Phase 3:

Das Design des Programmablaufs ist die Erstellung von Informationen für jemanden, der an dem Programm arbeiten soll. Nach den Gesetzen der strukturierten Programmierung werden mit Hilfe der Schlüsselwörter IF, THEN, ELSE, END-IF, DO, DO-WHILE, DO-UNTIL, END-DO, EXIT-IF, CASE, Fallnr.:, END-CASE, BREAK-IF und frei in Umgangsprache formulierbaren Angaben der Ablauf des Programms beschrieben. Die einzelnen Strukturelemente könne beliebig geschachtelt werden.

Die Schlüsselwörter werden von Dedoc ausgewertet, ihre syntaktisch richtige Anwendung überprüft und ein Strukturdiagramm erstellt, das neben der Grafik alle Schlüsselwörter und Angaben als Kommentar enthält.

Phase 4:

Erst nachdem das Design abgeschlossen ist, werden die Programmelemente in der anzuwendenden Programmiersprache codiert. Jeweils hinter den Dokumentationszeilen werden die Code-Statements mit den entsprechenden Anweisungen eingefügt.

Auf diese Weise werden die Dokumentationsabgaben gleichzeitig als Kommentare für das Programm verwendet. Ein neuerliches Schreiben von Kommentaren zu den Programmstatements entfällt. Falls erst in der Test-Phase Fehler des Designs erkannt werden, so ist es ein leichtes, die Korrektur von Dokumentation und Programm gleichzeitig durchzuführen, da beide in einer Quelle eine Einheit bilden.

In jeder dieser Arbeitsphasen wird eine dem jeweiligen Stand entsprechende, aktuelle Dokumentation geliefert. Die Dokumenationsausgabe enthält auf jeder Seite (DIN-A)

Hoch-oder -Querformat einstellbar mehrere Überschriftzeilen mit Angabe des dokumentierten Programmsystems, den Namen des Autors, das Datum, eine Seiten- und Titelnumerierung sowie Angaben zum jeweiligen Programm-Modul.

Den Abschluß eines Dokumentationausdrucks bildet ein Inhaltsverzeichnis mit der namentlichen Auflistung aller Module und Verweise auf die jeweilige Titelnummer.