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07.02.2003 - 

Jüngstes Quartalsergebnis besser als erwartet

Quantum-Chef will nicht nur konsolidieren

07.02.2003
MÜNCHEN (kk) - Fünf Monate nach seinem Amtsantritt bei Quantum erläuterte Firmenchef Richard Belluzzo im CW-Gespräch die aktuelle Strategie des Speicherspezialisten: Wachstum und Rückkehr in die Gewinnzone haben oberste Priorität.

Die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft hat Rick Belluzzo seiner neuen Company verordnet. Der Ex-Microsoft-Chief-Operating-Officer (COO) hat in den fünf Monaten seit dem Amtsantritt als Quantum-CEO weit reichende Umstrukturierungen vorgenommen beziehungsweise weitergeführt. Quantum hatte sich schon 2001 aus dem Festplattengeschäft zurückgezogen, das an Maxtor abgegeben wurde. Damals versuchte der alte CEO Kevin Daley auch, die Abteilung für Network Attached Storage (NAS) auszugliedern und an die Börse zu bringen. Wegen der schwachen Finanzmärkte wurde die Idee aber aufgegeben. Belluzzo ist es im November vergangenen Jahres gelungen, das Spinoff unter dem Namen "Snap Alliance" auf eigene Beine zu stellen. Die Ausgliederung spülte über elf Millionen Dollar in die Kassen. Wie Belluzzo erklärte, unterhält Quantum aber ein partnerschaftliches Verhältnis zum Spinoff, das sich bei Bedarf auch auf gemeinsame Entwicklungen ausdehnen lässt.

Ebenfalls getrennt hat sich Quantum von seinem Werk in Malaysia, das im Zuge eines Outsourcing-Deals an den Kooperationspartner Jabil Circuit abgegeben wurde. Damit stehen 900 Mitarbeiter weniger auf Quantums Gehaltsliste. Dafür hat die Company im Herbst 2002 die Benchmark Storage Innovations übernommen, die Einstiegsgeräte im DLT-Bandformat und Autoloader herstellten. Neben 13 Millionen Quantum-Aktien flossen elf Millionen Dollar an die alten Benchmark-Eigentümer.

Diese Maßnahmen schlagen sich in den Ergebnissen des dritten Quartals (Ende: 29. Dezember 2002) bereits nieder: Auf Basis der US-amerikanischen Bilanzrichtlinien verringerte sich der Nettoverlust gegenüber dem zweiten Quartal auf 15 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie. Der Umsatz belief sich auf 229 Millionen Dollar - zwölf Prozent mehr, als Quantum im zweiten Dreimonatsabschnitt einnahm. Die liquiden Mittel betrugen zum Jahresende 316 Millionen Dollar. Rechnet man aus diesen Ergebnissen Aufwendungen für Amortisierung, Abschreibung immaterieller Firmenwerte, Kosten für nicht mehr weitergeführte Aktivitäten und dergleichen heraus, erwirtschaftete das Unternehmen - eher als erwartet - einen Pro-forma-Gewinn von vier Millionen Dollar oder drei Cent je Aktie.

Damit die Company zum "Marktführer für Datensicherheit" (Data Protection) aufsteigen kann, müssen die beiden Unternehmensabteilungen - DLT-Tape Group und Storage Solutions Group - ihre Umsätze steigern.

DLT versus LTO

Die DLT-Abteilung steuerte im dritten Quartal 173 Millionen Dollar zum Gesamtumsatz bei, wobei 92 Millionen auf den Verkauf der Bandgeräte und 81 Millionen Dollar auf die Bandkassetten entfielen. Der Absatz der Bandlaufwerke stieg gegenüber dem Vorquartal um 55 Prozent dank der Erweiterung der hauseigenen Produktlinie DLT und SDLT durch die Value-DLT-Serie, die durch die Übernahme von Benchmark ins Haus kam. Quantum deckt damit Speicherkapazitäten von 80 bis 320 GB (komprimiert) ab, wobei für die Anwender von Value-DLT-Drives ein Migrationspfad auf Super-DLT (SDLT) angeboten werden soll.

Eine der Hauptaufgaben von Belluzzo ist es, im OEM-Geschäft Marktanteile zurückzugewinnen, die insbesondere an die Konkurrenz aus dem LTO-Lager (LTO = Linear Tape Open) verloren wurden. Der CEO glaubt, dass die LTO-Gruppe, die von IBM, HP und Seagate getragen wird, keinen Vorteil daraus ziehen kann, dass es drei Hersteller gibt, während außer Quantum nur Tandberg DLT-Laufwerke herstellt: "Ich sehe keine einheitlichen LTO-Laufwerke am Markt; ich treffe auf IBM-LTO, HP-LTO und Seagate-LTO."

Die Storage Solutions Group produziert Bandautomationsgeräte wie Autoloader und Libraries, aber auch festplattenbasierende Backup-Systeme wie das kürzlich vorgestellte "DX30", das den Backup-Prozess beschleunigen soll (siehe CW 31/02, Seite 18). Sie erwirtschaftete im dritten Quartal 64 Millionen Dollar und wuchs damit auch dank der von Benchmark übernommenen Produkte um 35 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Insbesondere das OEM-Geschäft zeigte sich mit nahezu verdoppelten Umsätzen stark.

Aussicht: Vorsichtiger Optimismus

Die Aussichten für das vierte Quartal beurteilt der CEO wegen der "anhaltend kritischen" wirtschaflichen Situation und dem ungewissem Kundenverhalten vorsichtig. Er rechnet mit gleichbleibend bis leicht steigenden Umsätzen und annähernd identischen Pro-forma-Gewinnen. Eine der Hauptaufgaben sieht Belluzzo darin, die Firma intern auf eine einheitliche operationale Plattform zu stellen und so auch die Beziehungen zu Kunden und Lieferanten zu verbessern. "Beispielsweise existieren, bedingt durch die diversen Firmenübernahmen, innerhalb von Quantum fünf verschiedene ERP-Systeme", beklagt der Firmenchef.

Abb: Marktchancen für Datensicherheit 2001 bis 2006

Nach Quantum-internen Berechnungen wächst im Zeitraum 2001 bis 2006 der Markt für die Datenwiederherstellungs-Services jährlich um durchschnittlich 20 Prozent. Quelle: Mercer Management Consulting, IDC, Gartner, Quantum