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21.09.1990 - 

Miniaturisierung im Peripheriebereich

Quantums 2?-Zoll-Fesplatten: Wenig Platz und wenig Strom

PARIS (jm) - 1981 konnte Anwender auf einem Quantum-Laufwerk von 8 Zoll Größe gerade zehn ME speichern - neun Jahre später paßt deren 2?-Zoll-Festplatte in je Jackentasche und kann trotzdem über das Achtfache Daten speichern.

Insbesondere den Markt für Laptops und Notebook-Rechner will die 1980 gegründete Quantum Corp. -jahresumsatz 1990 446 Millionen Dollar - aus dem kalifornischen Milpitas mit mehreren neuen Festplattenlaufwerken erobern. Ihre Angebotspalette umfaßt insgesamt an die 30 Peripherie-Systeme mit Kapazitäten von 42 MB für das kleine "Go Drive-Modell bis hin zum zehnfachen Speichervolumen bei der "Prodrive"-Serie.

Die Kalifornier haben drei Produktlinien im Angebot: Paris vorgestellt wurden die 2?-Zoll-Laufwerke mit der Bezeichnung "Go Drive". Die zwei Modelle 40 und 80 sind standardmäßig mit einem SCSI oder einem AT-Bus-Controlle ausgestattet. Sie können 42 beziehungsweise 84 MB speichern und brauchen nur 10x7x1,5 Zentimeter Platz. Dementsprechend ist der Zielmarkt klar Notebook-Computer und Laptops. Interessant sind auch drei weitere technische Spezifika: Beide Festplattenmodelle greifen im Schnitt in 19 Millisekunden auf die Daten zu, was durch Quantums Look-ahead-Diskcache-Option erreicht wird. Dies ist, besonders bei Laufwerken geringerer Kapazität, ein guter Wert.

Für Benutzer tragbarer Rechner, die ihren Computer nicht am Netz betreiben, ist von noch größerer Bedeutung, daß Go Drive und die "Prodrive Gem"-Familie jeweils nur 5 Watt brauchen, im "Schlafmodus" - bei vorübergehender Deaktivierung des Laufwerksmotors und aller anderen elektronischen Elemente - nur 0,1 Watt.

Außerdem dürfen mobile Rechner dem Anwender nicht gleich jeden Rempler übelnehmen: Besonders bei der Entwicklung von stoßsicheren Festplattenlaufwerken sind Hersteller gefordert. Quantums Director of International Product Marketing, John Tomlin, nannte 100 g negativer Beschleunigung, die von Quantums japanischen Partner Matsushita Kotobuki Electronics (MKE) ausschließlich für die Kalifornier produzierten Geräte vertragen würden. Die erstmals 1988 vorgestellte "Prodrive"-Plattenfamilie, damals aus vier Modellen bestehend, ist mittlerweile auf 27 Peripherie-Subsysteme angewachsen. Sie stellen die technologische Grundsubstanz auch für die neuen Peripherie-Subsysteme dar. Bereits vor einem Vierteljahr offerierte Quantum erstmals 330- und 425-MB-Laufwerke aus dieser Serie, die vor allem für den Workstation-Bereich gedacht sind.

Im Zuge der Miniaturisierung schob Quantum jetzt zwei 3?-Zoll-Festplatten nach. Die beiden "Prodrive Gem"-Laufwerk zeichnen sich gegenüber der zeichnen sich gegenüber de eingeführten Prodrive-Serie durch ein kleineres Bauformat und einen geringeren Stromverbrauch aus. Die Kapazitäten betragen A4 respektive 160 MB. Auch sie sind wie die 2?-Zoll-Laufwerke entweder mit SCSI- oder AT-Bus-Controller zu haben. Die Frage ist, bis wann sich das neue Formformat von 2?-Zoll durchgesetzt haben wird. Die Miniaturisierung der Subkomponente spricht zwar prinzipiell für sich, doch erinnert man sich daran, daß mit der Vorstellung von IBMs Mikrokanal-Maschinen 1987 erstmals auch die 3?-Zoll-Formate präsentiert wurden. Doch erst mit dem Erfolgszug der Tragbaren setzt sich dieses Format durch, das bei Zeniths Laptop Minisport bereits im Einsatz ist. Bei den Desktops vollzog sich der Wandel noch zögerlicher.

Trotzdem glaubt Tomlin, daß sich die nächste Formatreduzierung schon abzeichnet: jetzt noch zu kostspielig, um verwirklicht zu werden, sei mit 1,9-Zoll-Laufwerken in etwa zwei Jahren zu rechnen.

Der Quantum-Manager machte auch Angaben zur Verfügbarkeit der neuen Peripherie-Systeme: Danach werden "Evaluation-Units" für das Modell 40 der Go-Drive-Festplatte und die beiden Prodrive-Gem-Produkte ab Januar 1991 erhältlich sein. Die Massenproduktion ist für März 1991 vorgesehen. Jeweils um ein halbes Jahr später ist mit dem 2?-Zoll-Laufwerk des 84MB-Kalibers zu rechnen. Preise für die E-Units belaufen sich auf etwa 400 bis 750 Dollar.

Vorteile des sogenannten Flash-Memory sieht Tomlin momentan von dessen Kostspieligkeit übertroffen. Außerdem seien diese Speichermöglichkeiten durch ihre vergleichsweise geringe Kapazität behindert.

Trotzdem gilt zu bemerken, daß ein kleines Unternehmen wie die SCM Microsystem GmbH, Martinsried, unter Geschäftsführer Robert Schneider in dieser Technologie entwickelte Speicher-AT-Karten bereits herstellt, die unter anderem unter Verwendung einer eigenen, DOS-Treibersoftware Hard-Disks emulieren.

Da diese mit 1- oder 2-Mbit-Flash-Memory-Bausteinen versehenen Erweiterungskarten mit bislang maximal 32 MB Kapazität keine mechanisch bewegten Teile wie Schreib- und Leseköpfe aufweisen und eine Zugriffszeit aufweisen sollen, die um den Faktor zehn bis 100 höher sein soll als die herkömmlicher Laufwerke, könnte sich hier auf lange Sicht eine ernstzunehmende Konkurrenz gegenüber den Peripherie-Produzenten ergeben.