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09.11.1990 - 

Rekorde für Intel und Borland, Einbruch bei Lotus

Quartale von DV-Anbietern gestalteten sich wechselvoll

MÜNCHEN (CW) - Die Quartalsergebnisse von DV-Anbietern zeigen kein einheitliches Bild. Augenfällig sind Rekordquartale von Intel Corp. und Borland Inc., denen ein Gewinneinbruch bei Lotus Development Inc. gegenübersteht. LSI Logic ist von letztjährigen Verlusten genesen, während bei der NCR Corp. der Profit sachte schrumpft.

Trotz einer Umsatzsteigerung im Quartal um neun Prozent auf 1,52 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr konnte NCR den Profit nicht halten: Der Hardwarehersteller verzeichnet einen Rückgang des Nettogewinns um drei Prozent auf 91 Millionen Dollar. Das Unternehmen erklärt dies mit deren Rückkauf von 2,2 Millionen Aktien. Nach den Worten von Chairman Charles E. Exley ist auch für das Gesamtjahr keine Steigerung des Nettoprofits gegenüber 1989 zu erwarten, da in USA der Auftragseingang rückläufig sei.

Tandem, Spezialist für ausfallsichere Systeme, macht vorerst ein wenig Wind um die Ergebniserwartung für das vierte Quartal 1990: Eine Umsatzsteigerung um 13 bis 14 Prozent vom Vorjahreswert (456 Millionen Dollar im vierten Quartal 1989) ist nach Unternehmensangaben zu erwarten. Eine Profiterwartung für das Quartal und das Gesamtjahr wurde nicht gegeben; das Ergebnis des Vorjahres-Zeitraums belief sich auf 39,4 Millionen Dollar.

Halbleiter-Riese Intel spricht euphorisch von einem "Rekordquartal": Mit einer Steigerung um 31 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum habe man erstmals die Umsatzmilliarde überschritten. Der Zuwachs beim Quartalprofit habe gar 139 Prozent auf nunmehr 172 Millionen Dollar betragen. Intel-Chairman Gordon E. Moore äußerte sich optimistisch, daß Intel bald die Nachfrage nach 386- und 486-Prozessoren werde befriedigen können, nachdem es im Verlauf des Jahres häufiger Lieferprobleme gegeben hatte.

Glück hatte Chip-Anbieter LSI Logic: Die unerwartet frühe Rückzahlung von Außenständen in Höhe von knapp einer Million Dollar trug dazu bei, das dritte Quartal des laufenden Bilanzjahres wieder profitabel zu gestalten: Der Nettogewinn betrug 4,2 Millionen Dollar nach einem Verlust von 35,7 Millionen Dollar im Vergleichsquartal 1989. Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf 172,5 Millionen Dollar.

Auf der Softwareseite des Marktes erlitt Lotus einen Gewinneinbruch um 63 Prozent und kam auf nur noch knapp neun Millionen Dollar im abgelaufenen Quartal. Der Umsatz nahm sachte um zwei Prozent auf 157,4 Millionen Dollar zu. Für Lotus-Aktionäre könnte der Profitverfall etwas abgepuffert werden, wenn das Unternehmen seine Absicht in die Tat umsetzt, zirka zwölf Prozent der ausstehenden Stammaktien zurückzukaufen; der Profit würde dann möglicherweise auf eine kleinere Zahl von Anteilseignern verteilt werden.

Lotus-Konkurrent Borland profitierte nach eigenen Angaben im zweiten Quartal 1990 von einer guten Akzeptanz des Spreadsheet-Paketes "Quattro Pro". Der Anbieter legte, so Eva Preuss, Geschäftsführerin der Münchner Borland GmbH, ein "Rekordergebnis" hin. Um log Prozent, heißt es bei der US-Mutter, sei der Umsatz gestiegen und habe einen Wert von 52,6 Millionen Dollar im Quartal erreicht. Gar 112 Prozent habe man beim Profit zugelegt, der nur ganz knapp die Marke von sechs Milliarden Dollar verfehlte.

Ähnliche Steigerungsraten, so Preuss, gelten für die deutsche Tochter. Angesichts des erfreulichen Geschäftsverlaufes erwäge man in den USA sogar, die Ergebnisse der Töchter zu veröffentlichen, ein bisher bei Borland unübliches Verfahren.