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05.12.1997 - 

Analysten sehen das Unternehmen am Scheideweg

Quartalserfolg kann nicht über Novells Probleme hinwegtäuschen

Das vierte Quartal 1997 (Ende 31. Oktober) feiern die Netzwerker wie einen großen Erfolg: Die Company weist bei einem Umsatz von 269 Millionen Dollar einen Gewinn nach Steuern von sieben Millionen Dollar oder zwei Cent je Aktie aus. CEO Eric Schmidt verkündete denn auch umgehend das Ende der Krise. Die Nachfrage nach Produkten sei "in allen wichtigen Vertriebskanälen immens".

Die "Vorwärtsstrategie" des Unternehmens basiere auf der Internet-Anbindung aller Lösungen sowie der Markteinführung neuer strategischer Produkte. Dazu zählt bekanntlich die Portierung der Netware Directory Services (NDS) auf Windows NT sowie die Markteinführung einer IP-Version von Netware.

Wenig später relativierte jedoch Finanzchef James Tolonen in einer Presseerklärung die Äußerungen Schmidts, indem er ankündigte, man erwarte ein eher schwaches erstes Quartal im Geschäftsjahr 1997/98. Auch die Wallstreet mochte sich der Euphorie des Novell-Chefs nicht so recht anschließen. Trotz eines strikten Sparkurses und der Entlassung von rund 1000 Mitarbeitern - immerhin 18 Prozent der gesamten Belegschaft - sei der positive Abschluß im vierten Quartal nur zustande gekommen, weil das Unternehmen finanzielle Rücklagen in Form von Festgeld in die Bilanz eingebracht habe. Operativ schlug erneut ein Minus von 5,5 Millionen Dollar zu Buche, führen die Analysten ins Feld.

Immerhin honorieren die Marktbeobachter den Sparkurs von Eric Schmidt, fielen die Verluste doch deutlich geringer aus als im Quartal zuvor. Ende Juli 1997 hatte Novell für das dritte Jahresviertel einen Fehlbetrag von 122 Millionen Dollar verkraften müssen.

Andererseits messen die Finanzexperten Novell aber auch am vergleichbaren Abschlußquartal des Vorjahres. Damals konnte das Unternehmen einen Nettogewinn von 59 Millionen Dollar oder 17 Cent je Aktie ausweisen. Der Umsatz betrug seinerzeit 384 Millionen Dollar.

Wie durchwachsen die zurückliegenden zwölf Monate für Novell waren, dokumentiert auch der Jahresabschluß 1997. Der Umsatz fiel im Vorjahresvergleich von 1,4 auf eine Milliarde Dollar; als Ergebnis steht statt einem Plus von 126 Millionen Dollar oder 35 Cent je Anteilsschein (1996) ein Minus von 78 Millionen Dollar beziehungsweise 22 Cent je Aktie in der Bilanz.

In allen Produktbereichen und Märkten habe das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr Federn lassen müssen, heißt es in einer vertraulichen Analyse von Morgan Stanley. So ging der Novell-Umsatz in Europa um 30 Prozent, im Mittleren Osten und in Afrika sogar um 38 Prozent zurück. Noch drastischer waren offenbar die Einbrüche beim Verkauf des einstigen Produkt-Flaggschiffs Netware: Einnahmen von 66 Millionen Dollar im ersten Quartal 1997 standen im Schlußquartal nur noch 28 Millionen Dollar gegenüber.