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ADR setzt bei Marktflauten auf finanzielle Stärke von Ameritech:

"Quartalsergebnis - Der Druck ist weg"

13.02.1987

Die ADR hat ihre Statements of Directions dargelegt: Das ehemals von bröckelnden Umsatzzahlen und Internen Querelen gebeutelte Softwarehaus fährt unter der Ameritech-Flagge klaren IBM-Kurs (CW Nr. 6 vom 6. Februar- 1987.- Seite 12). Im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE kommentiert Dennis Strigl, seit September 1986 President und Chief Operating Officer der Applied Data Research Inc., die derzeitige Situation.

- Warum hat sich Ameritech entschlossen, einen Fuß in das Software-Geschäft zu setzen, und warum fiel die Entscheidung speziell für ADR?

Die Absicht, eine Verbindung mit dem Software-Geschäft zu schaffen, ist praktisch so alt wie Ameritech selbst. Ausschlaggebend dafür war die Ansicht, daß es zu einem Zusammenwachsen der beiden Bereiche Software und Telekommunikation kommen werde. Deshalb schaute sich, Ameritech nach Software-Unternehmen um, die für eine solche strategische Verbindung zwischen Software, DV-Industrie und Telekommunikation geeignet erschienen. Ameritech nahm mehrere unabhängige SW-Unternehmen eingehend unter die Lupe. ADR erwies sich dabei in jeder Hinsicht als beste Wahl, vor allem bezüglich der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten,- Für Ameritech war gerade dieser Aspekt sehr wichtig. Außerdem wollte Ameritech über das SW-Unternehmen Kontakt zu Leuten mit unternehmerischem Geist bekommen. Ende 1985 kontaktierte Ameritech das Senior Management von ADR um herauszufinden, ob ein Interesse an einem strategischen Zusammenschluß bestand. Die Antwort darauf war "Ja".

- Die DV-Branche, insbesondere der Softwarebereich, gilt als extrem innovationsfreudig und daher auch als risikoreich. Dagegen ist -Ameritech eine typische Telefongesellschaft und in der Datenverarbeitung nicht zu Hause. Wie werden Sie mit den beiden unterschiedlichen Welten fertig?

Ameritech ist vom Geschäftstyp her ein ausgesprochen High-Tech-orientierter Laden. Vom Standpunkt seiner Bell-Unternehmen aus betrachtet ist es klar, daß permanent mit sehr schnellen Veränderungen im Markt zu rechnen ist, zum Beispiel im Office-Automation-Bereich.

Darum wird auch das entsprechende Budget ständig aufgesteckt - und diese Geldmittel sind beträchtlich. Allerdings möchte ich dennoch Ihrer Ansicht zustimmen, daß es sich bei Ameritech nicht um ein typisches DV-Unternehmen handelt. Bezogen auf diesen spezifischen Punkt ist meine Meinung: Ameritech hat bereits für diesen Bereich etablierte Unternehmen, obwohl auch Telefongesellschaften großes Interesse am High-Tech-Aspekt in der Office Automation und im Telekommunikationsbereich haben. Ein Beispiel dafür ist die strategische Verbindung die Ameritech und Siemens vereinbart haben. Andererseits - hat Ameritech auch Firmen wie ADR, die mehr vom unternehmerischen Geist getragen werden. Das sind zum Beispiel die Companies, für die ich in jüngster Zeit gearbeitet habe. Ich war Präsident der Ameritech Mobile Communications. Das ist für mein Empfinden das Paradebeispiel eines innovativen High-Tech-Unternehmens. Wir haben gleichsam aus dem Nichts das erste Cellular-Mobile-Radio-Unternehmen in den Vereinigten Staaten geschaffen. Wir wissen also, welche Art von Leuten es braucht, um aus dem Nichts ein florierendes Unternehmen zu zaubern. Unter diesem Aspekt ist ADR ein sehr ähnliches Unternehmen, was die Bedeutung von High-Tech, Forschung und Entwicklung und Mitarbeiterspezies betrifft. Ich identifiziere mich sehr stark mit den F&E-Aktivitäten und auch mit den Leuten, die eigentlich das Herzstück der ganzen Sache sind.

- Ameritech bezeichnete den 215-Millionen-Dollar-Deal damals als eine finanziell unbedeutende Transaktion. Würden Sie das heute auch noch sagen, angesichts der Investitionen, die ADR für die Forschung und Entwicklung neuer zukunftsorientierter Software-Konzepte benötigt?

Ich persönlich würde diese 215 Millionen Dollar schon als eine beträchtliche Summe bezeichnen. Wenn man den Deal aber als eine Investition auf der Basis der Ameritech-Ergebnisse des Jahres 1985 betrachtet, ist das tatsächlich ein relativ geringer Betrag. Damals wurden über neun Milliarden Dollar Umsatz erzielt und ein Gewinn von einer Milliarde Dollar nach Steuern. Dazu kommt eine Aktivpostenbasis von 18 Milliarden Dollar. Ameritech ist viel daran gelegen, ADR mit den finanziellen Ressourcen zu versorgen, die dieses Unternehmen notwendig braucht, um seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgen zu können. Wir 'haben unsere Absicht ja bekanntgegeben, das F&E-Budget für das Jahr 1987 aufzustocken. Dafür veranschlagen wir etwa 20 Prozent unseres Umsatzes. Die Verbindung zu Ameritech versetzt uns in die Lage, diesen Plan-Realität werden zu lassen. Damit möchte ich allerdings nicht zum Ausdruck bringen, uns sei nicht an einer Umsatzsteigerung und einer Verbesserung des Reingewinns gelegen. Wie jedes an der Börse notierte Unternehmen haben wir natürlich starkes Interesse an beidem. Aber wir wissen auch, daß unsere finanziell starke Muttergesellschaft selbst in Zeiten, da der Markt nicht floriert dafür sorgen wird, daß wir genügend finanzielle Mittel für Forschung und Entwicklung haben, um die Zukunft von ADR zu garantieren. Damit möchte ich jedoch nicht sagen, daß ich für 1987 mit harten Zeiten für den Softwaremarkt und speziell für ADR rechne. Aber die finanzielle Stärke von Ameritech erlaubt es uns, Dinge zu tun, die uns nicht zwingen, von Quartal zu Quartal nur auf die Geschäftsergebnisse zu schauen - der Druck ist weg.

- Das amerikanische Marketing unterscheidet sich von den europäischen, speziell von den deutschen Gepflogenheiten, grundlegend. Wie beurteilen Sie diese Situation, und was tun Sie, um auf die spezifischen Bedürfnisse der deutschen Kunden einzugehen?

Wir sind, uns im klaren darüber, daß das Marketing in Deutschland oft anderen Gesetzen folgt als in Amerika. Das akzeptieren wir. ADR wird künftig gerade in der Bundesrepublik manche Dinge anders angehen als bisher. Deutschland ist für uns ein sehr wichtiger Markt. Da brauchen wir Mitarbeiter, die aus diesem Land kommen und die hiesige Mentalität verstehen. Im Bereich der lokalen Werbung beispielsweise haben wir einiges zu tun Wenn wir sagen, wir fühlen uns den europäischen Märkten verpflichtet, dann meinen wir das auch so.