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03.05.2002 - 

Online-Forum "Arbeitslos nach Internet-Ausbildung?" auf Computerwoche.de

Quereinsteiger auf Jobsuche: Mehr Frust als Erfolg

MÜNCHEN (CW) - Wild zusammengewürfelte Klassen, kenntnisarme Dozenten und mangelnde Gütekontrolle - das sind die Hauptkritikpunkte gegenüber Qualifzierungsmaßnahmen. Einige der Online-Diskutanten lassen den Kopf hängen, andere plädieren für ausgeklügelte Eigeninitiative.

"Die Umschulungsinstitute nehmen wirklich jeden, egal ob geeignet oder nicht, Hauptsache, die Klasse wird voll", beklagt einer der Besucher des Online-Forums "Arbeitslos nach Internet-Ausbildung?" und spricht damit vielen anderen aus der Seele. So säßen Hochschulabsolventen mit IT-Kenntnissen sowie Schulabbrecher ohne jegliches Computer-Know-how in ein und derselben Klasse.

Mit diesen unterschiedlichen Voraussetzungen sei vernünftiges Lernen kaum möglich. Mehrere Online-Besucher fordern deshalb Qualitätskontrollen durch das Arbeitsamt. Nur über die Kurse zu jammern bringt wenig, befand ein anonymer Schreiber. Besser sei es, aktiv zu werden und die Defizite der Ausbildung selbst zu kompensieren, sich die entsprechenden Bücher und Programme zu besorgen und durchzuarbeiten.

Oft habe auch das Arbeitsamt falsche Erwartungen geweckt. So wurde vielen ein problemloser Berufseinstieg mit adäquater Bezahlung in Aussicht gestellt. Dass die Jobsuche aber für viele Teilnehmer frustrierend ist, zeigt ein Großteil der Diskussionsbeiträge. "Ich habe vor acht Monaten meine Ausbildung beendet und bekomme nur Absagen. Teilweise sind die Firmen noch so freundlich, mich einzuladen, um mir meine fehlende Berufspraxis vorzuhalten." Zu blauäuig gingen die meisten an das Thema Umschulung heran, schreiben mehrere Diskutanten. Denn man könne nicht erwarten, dass das Arbeitsamt die richtigen Kurse anbietet. Stattdessen müsse man sich selbst ein Bild des Arbeitsmarkts machen. Zudem lohne es sich, die Weiterbildungsinstitute unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls einige Kursstunden zu besuchen. Nützlich sei auch die Mund-zu-Mund-Propaganda.

Die momentane Stellensituation für IT-Quereinsteiger sieht düster aus, darüber waren sich die Besucher des Online-Forums einig. Trotzdem schafften es einige, mit Tipps aus der Praxis ihren Leidenskollegen etwas Mut zuzusprechen. Als erstes sollte man einen kritischen Blick auf seine Bewerbungsunterlagen werfen und sie gegebenenfalls überarbeiten. Das hat ein Diskutant getan - mit Erfolg: Er verschickte zehn Bewerbungen und erhielt sechs Termine zu Vorstellungsgesprächen.

Die Online-Besucherin Stefanie schrieb ins Forum, was sie unter Eigeninitiative versteht. So hat sie sich die Gelben Seiten zur Hand genommen und 100 Firmen aus dem Raum Oldenburg/Bremen angerufen. Ein Knochenjob, der sich gelohnt hat, denn 50 Unternehmen haben sie um eine schriftliche Bewerbung oder ein persönliches Gespräch gebeten.

Für einen anderen Jobsuchenden war das Karriereforum der COMPUTERWOCHE auf der CeBIT die Gelegenheit, Kontakte zu Firmen zu knüpfen. Er machte eine kleine Broschüre mit seinem Profil und konnte sie gegen viele wichtige Visitenkarten eintauschen. Sein Kommentar: "Dazu gehört Optimismus, ein ordentlicher Anzug und der Knigge im Hinterkopf." (ho)