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16.06.2000 - 

Dekra Akademie erweitert ihr Kursangebot

Quereinsteiger mit IT-Know-how haben gute Chancen auf einen Job

Die Dekra Akademie baut ihr Schulungsangebot aus und bietet künftig auch privat finanzierte Seminare an. Der Anteil an IT-Inhalten nimmt quer durch alle Bildungskurse zu. Gute Chancen auf dem IT-Arbeitsmarkt haben auch Neu- und Quereinsteiger sowie Bewerber über 40. Christl Ziegler* sprach mit Peter Littig, Leiter Produkt-Management bei der Dekra-Akademie.

CW: Die Dekra Akademie befindet sich in einer Phase des Wandels. Was verbirgt sich hinter dem Begriff der "strategischen Erweiterung"?

Littig: Wir ergänzen unseren bisherigen Schwerpunkt des öffentlich geförderten Weiterbildungsangebots um das privat finanzierte Seminargeschäft. Nicht um eine grundsätzliche Neuausrichtung geht es hier, sondern um eine notwendige Erweiterung entsprechend der Marktentwicklung.

CW: Was ist der Hintergrund der Erweiterung?

Littig: Ziel der Akademie ist nach wie vor ein ganzheitliches Bildungsangebot. Mit Blick auf den Markt ergibt sich die Notwendigkeit eines Wandels: Klassische Qualifizierungsangebote, die zum festen Bestandteil des Dekra-Angebots gehören, lassen sich immer stärker mit IT-Qualifikationen verknüpfen. Der Schwerpunkt unserer Erweiterungsstrategie liegt daher zunächst im Bereich der Information und Kommunikation.

CW: Ist die von Ihnen eingeführte so genannte Role Based Education bereits Teil dieser Strategie?

Littig: Ja. Wir halten als Pilotprojekt eine rollenbasierte SAP-Benutzerschulung ab, die die SAP AG entwickelt hat. Als Trainingspartner der SAP sind wir damit zunächst die Einzigen in Deutschland.

CW: Suchen Sie auch künftig die Zusammenarbeit mit marktführenden Softwareherstellern?

Littig: Ja, nicht zuletzt, um unseren Absolventen einen möglichst leichten Einstieg in die Praxis zu ermöglichen und unseren Firmenkunden Top-IT-Themen anzubieten. Deshalb arbeiten wir zusammen mit den großen Herstellern wie SAP, Sun, Microsoft, Oracle, Lotus und Linux-Anbietern. Dennoch legen wir Wert auf ein insgesamt herstellerneutrales Bildungsangebot.

CW: Wie wirkt sich das Vordringen der Informationstechnologie auf Ihre klassischen Seminarthemen aus?

Littig: In der Produktgruppe "Information und Kommunikation" bieten wir verschiedene aktuelle IT-Ausbildungen an, etwa zu E-Commerce, Internet, Call-Center sowie zu neuen Medien. Die Grenze zwischen Informationstechnologie und gewerblich-technischen Weiterbildungen verwischt immer mehr. Dies betrifft alle unsere herkömmlichen Produktgruppen von der Berufsausbildung rund um das Auto, über handwerkliche Berufe bis hin zu Umwelt-Management.

CW: Welche internen Veränderungen bringt der Schritt ins Privatgeschäft?

Littig: Wir haben die Zahl der Mitarbeiter erhöht und in Augsburg, München, Frankfurt am Main und Mannheim neue IT-Seminarzentren eingerichtet. Berlin und Hamburg folgen in Kürze. Selbstverständlich stocken wir unseren Trainerstamm laufend auf.

CW: Wo versprechen Sie sich Synergieeffekte aus den öffentlich geförderten Schulungen und dem Privatgeschäft?

Littig: Wir haben vermehrt Zugang zu aktuellen Technologien sowie verstärkte Unternehmenskontakte. Die Absolventen verfügen daher über mehr Ansprechmöglichkeiten mit potenziellen Arbeitgebern. Das verbessert ihre Marktchancen erheblich. Zudem sind wir zuversichtlich, dass wir die Vermittlungsquoten für Teilnehmer aus öffentlich geförderten Kursen auch weiterhin auf einem hohen Niveau halten.

CW: Die Diskussion um die Green Card für DV-Spezialisten macht deutlich: Deutsche Unternehmen suchen händeringend nach IT-Fachkräften. Was raten Sie Jobsuchenden in dieser Situation?

Littig: Den Mut zu haben, sich mit IT-Themen zu befassen, auch wenn man bei seiner ursprünglichen Berufsentscheidung nicht gerade die Nähe zu diesen Themen gesucht hat. Dazu sollte man alle Chancen der Beratung zu Berufsbildern und alle Möglichkeiten auf dem aktuellen IT-Markt nutzen.

CW: Welche Chancen gibt es insbesondere für IT-Einsteiger?

Littig: Sie sollten sich auf keinen Fall von mit Fachausdrücken zugekleisterten Anforderungsprofilen in den Stellenanzeigen abschrecken lassen. Diese sind oft heillos überfrachtet und wirken abschreckend auf Leute, die noch nicht in der Branche sind. Ich sehe verstärkt Chancen für Quereinsteiger mit IT-Zusatzqualifikationen. Etwa im Consulting sind fachfremde Vorbildung und Berufserfahrung ein Plus für die Bewerber. Deshalb haben auch Jobsuchende mit 40 oder 45 Jahren noch gute Chancen. Der Markt profitiert von der Berufs- und Lebenserfahrung dieser Consultants.

CW: Hat die Einteilung des IT-Arbeitsmarkts in Kern-, Misch- und Randberufe ausgedient?

Littig: Es gibt immer weniger reine IT-Berufe, aber mehr und mehr Berufe, die ohne IT nicht denkbar sind, beispielsweise das weite Feld des E-Commerce. Der E-Commerce-Consultant ist ein typischer Mischberuf: Hier bedarf es nicht nur technologischen Know-hows, sondern fundierter Kenntnisse in Vertrieb und Marketing.

CW: Durch die IT-Branche geistert nach wie vor das Killerargument von der "Halbwertzeit des Wissens", das gerade Bewerber jenseits der 40 zu unvermittelbaren Außenseitern stempelt.

Littig: Natürlich ist die Halbwertzeit des reinen Faktenwissens, insbesondere des Produktwissens, äußerst gering. Dies gilt aber nicht für Methodenwissen: Einmal erworben, hilft es immer wieder, Defizite des Faktenwissens auszugleichen. Zudem gewinnen in vielen IT-Tätigkeitsfeldern Berufs- und Lebenserfahrung an Bedeutung. Ein gutes Beispiel hierfür sind Organisatoren für SAP R/3. Zu SAP gibt es eine so große Nachfrage, dass es kein Problem ist, auch Absolventen über 50 aus unseren SAP-Klassen an Unternehmen zu vermitteln.

* Christl Ziegler arbeitet als Journalistin in München.