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27.09.1991

Quo vadis, Comparex?

27.09.1991

Niemand kann es Comparex-Chef Rolf Brillinger verdenken, engesichts der neuen Shareholder-Situation nach außen hin unerschütterlichen Gleichmut an den Tag zu legen. Er wäre ein schlechter Geschäftsführer, täte er es nicht. Wohl in seiner Haut ist es ihm aber ganz sicher nicht. Denn der Deal der Ludwigshafener BASF AG nimmt den Mannheimern just jenes Argument, mit dem sie in den vergangenen zwei Jahren den hartnäckigen Gerüchten um eine mögliche Übernahme von Comparex durch Hitachi den Wind aus den Segeln nehmen konnten. Der Standardsatz - dazu müßte BASF erst einmal alleiniger Anteilseigner sein - hatte zuletzt gar schon fast gelangweilt geklungen.

Mehr denn je muß Brillinger nun um den Bestand seines Unternehmens bangen. Ob BASF nämlich auf Dauer die Alleinverantwortung für die PCM-Tochter haben möchte, scheint doch sehr fraglich. Hätte der Chemieriese sonst 1986 den sechs Jahre zuvor gegründeten plugkompatiblen Großrechnerbereich ausgelagert und sich zur Verstärkung den Münchner Elektronikkonzern Siemens an Bord geholt? Sicher, die Comparex-Mannschaft hat sich seitdem im harten PCM-Geschäft erstaunlich gut behauptet, die schwarzen Zahlen sprechen für sich. Dies aber geschah letztlich im Umfeld einer noch gutgelaunten IBM. Selbst nun mit kräftigen Gewinneinbußen konfrontiert, scheint der Computerriese indes zu Späßen nicht mehr aufgelegt, läßt die CPU-Preise purzeln und die PCM-Konkurrenten zappeln. "Wenn die IBM ohne Rücksicht auf die eigenen Gewinne den Krieg erklärt, kann letztlich keiner überleben", weiß Brillinger - und dies dürfte auch dem BASF-Management klar sein. Was spräche also dagegen, die PCM-Tochter zu Zeiten zu verkaufen, in denen man mit ihr noch ein lukratives Geschäft machen kann? Eher unbeeindruckt dürften die Ludwigshafener denn auch von Brillingers Ambitionen sein, sich auf das Open-Systems-Parkett begeben zu wollen. Ein solcher Schritt würde unweigerlich hohe Vorabinvestitionen bedeuten, ohne daß dabei die Erfolgsgarantie im Preis eingeschlossen ist. Wie sich BASF aber letztlich auch entscheidet, im Fall Comparex - Brillinger und Co. werden sich warm anziehen müssen.