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21.08.1981 - 

Der DFV-Anwender im Netz der Dienstleistungen der Deutschen Bundespost:

Quo vadis Telecommunicatio?

Mußte sich die Deutsche Bundespost noch vor Jahren bei allen möglichen und teilweise auch unmöglichen Anlässen sagen lassen, sie sei als Staatsmonopolbehörde zu unflexibel, ihr Apparat zu schwerfällig, die Konzepte teilweise bei ihrer möglichen Einführung bereits veraltet, so hat sich in den letzten Jahren zumindest das Image gewandelt.

Mit fünf Netzen bietet die Post ein breites Angebot an Datenkommunikationsdiensten an:

- Telex-Netz mit einer sehr starken Teilnehmerzahl in Deutschland,

- öffentliches leitungsvermitteltes Datex-Netz,

- öffentliches Paketvermittlungsnetz Datex-P,

- öffentliches Fernsprechnetz,

- öffentliches Direktrufnetz.

In den letzten Monaten haben die Anwender erfahren, daß es neben diesen Netzen, die teilweise zusammengefaßt werden sollen, bereits neue noch leistungsfähigere Übertragungsdienste geben soll.

Viele der Diskussionen über die mögliche Einführung neuer Dienste sind in das Gesellschaftspolitische abgeglitten. Besorgt haben sich medienpolitische Sprecher verschiedener. Richtungen gemeldet und erklärt, nicht alles was technisch möglich oder realisierbar sei, solle letztlich auch realisiert werden.

So sind Begriffe wie Bigfon, Bigfern, Modellnetz 64 KBit pro Sekunde, digitales Fernsprechnetz ISDN, Satelliten-Kommunikation über Telecom I, ECS und OTS und K-Anlage bei vielen Gelegenheiten zu hören. Nach all den früheren so ruhigen Jahren plötzlich eine derartige Welle von Innovationen seitens der Post? So hat sich schon mancher gefragt.

Gewiß, das öffentliche Fernsprechnetz mit seinen über 20 Millionen Teilnehmerhauptanschlüssen allein in Deutschland bietet vom Parallel-Modell mit 10 Zeichen pro Sekunde bis zu 4800 Baud halbduplex national beziehungsweise 2400 Baud halbduplex international eine breite Basis an Kommunikationsmöglichkeiten für den Datenübertrager.

Betrachtet man aber die überaus stürmische Zunahme bei der Entwicklung der Anschlüsse (Neuschwäbisch: Network Terminating Point NTP) in den Bereichen öffentliches Direktrufnetz (Hauptanschluß für Direktruf HfD) und Datex (leitungsvermittelt und paketvermittelt), so ist die Steigerung doch sehr groß.

Kein großes Telefon

Daß sich hinter der Bezeichnung "Bigfon" nicht etwa ein besonders großes Telefon verbirgt, hat sich bei einigen bereits herumgesprochen. Verwunderlich ist diese Vermutung wohl aber nicht, wenn man bedenkt, daß das Postministerium zum ersten Male auch Fernsprechapparate in nostalgischer Bauform oder als Micky-Maus-Figur anbietet.

Schon allein ein solcher Gedanke hätte in den früheren Jahren bei einigen Postoberen Unverständnis ausgelöst. Unter Bigfon verbirgt sich "Breitband integriertes Glas-Faser-Ortsnetz", das ab 1984 in Form von Inselnetzen in 10 Städten der Bundesrepublik zu Testzwecken eingeführt werden soll. Leider werden nur jeweils 50 Teilnehmer das Vergnügen haben, neben der Sprache auch noch das Bild mitübertragen zu bekommen.

Das Bigfern ist wohl hierzu die logische Ergänzung auf Fernebene. Gesicherte Details hierzu sind derzeitig noch nicht zu erhalten.

Der interessierte Laie hat vernommen, daß die Post die Einführung des "integrierten Text- und Datennetz IDN" zügig vorantreibt und in den Jahren 1983 bis 1985 die heute noch im Einsatz befindlichen analogen Datenübertragungen im neuen Digitalnetz abgewickelt werden sollen. Einige haben sich gewundert und nach dem Warum gefragt, weshalb man doch scheinbar Bewährtes ändern müsse. Zudem haben einige Vertreter der Privatindustrie nicht einsehen wollen, weswegen ihre analog übertragenden Modems dann plötzlich nicht mehr einsetzbar sein sollen.

Im analog geführten Netz beziehungsweise in den Netzteilen kann bestenfalls eine Pegelhöhe (Träger) kontrolliert werden. Eine Aussage, ob alle Netzabschnitte funktionsfähig sind, kann der Betreiber/Anwender oder die Post nur durch manuelle Kontrolle bekommen. In den USA, wo die Verhältnisse bei DFÜ-Verbindungen bezüglich der Ausfallsicherheit und Störanfälligkeit ganz anderer Dimensionen einnehmen, haben sich ganze Zweige von Herstellerfirmen damit beschäftigt, Überwachungs- und Diagnosesysteme zu entwickeln, die eine automatische Diagnose des Anwendernetzes zulassen.

Automatisierte Kontrolle

In der Bundesrepublik hat die Bundespost versucht, mit dem neuen Konzept für sich und den Anwender diese Probleme zu lösen. Im digitalisierten Netz werden auf jedem Teilabschnitt Testnachrichten (sogenannte Status-lnformationen) zwischen den Datenübertragungsgeräten ausgetauscht. Diese Meldungen, die immer dann übertragen werden, wenn keine Nutzinformationen dem Übertragungsgerät angeboten worden sind, lassen eine automatisierte Kontrolle und Überwachung der Teilabschnitte und damit der ganzen Verbindungen zu.

Die bisher eingesetzten Modems passen allerdings nicht mehr in dieses Konzept, da die neuen Übertragungsgeräte im Regelfalle nur Gleichstromimpulse übertragen und nach einem standardisierten Verfahren (CCITT X.51) pro acht Datenbits zusätzlich zwei Steuer- beziehungsweise Statusbits über die Leitung schicken. Die Datenendeinrichtung "merkt" von all dem nichts. Der Anwender hat an der Schnittstelle die gleichen Verhältnisse wie bisher. Positiver Nebeneffekt:

Anstelle der bisher noch teuren Modems (355 Mark monatlich) werden nur noch preiswerte Basisbandgeräte (86 Mark monatlich) erforderlich.

Teilweise frustrierend

1976 wurde in Frankfurt der leitungsvermittelte Datex-Dienst aufgenommen. Bei der öffentlichen Inbetriebnahme liefen nur die Telex-Anschlüsse mit 50 Baud (und das über die alte nicht elektronische Vermittlungseinrichtung) - und die technischen Bediensteten der Bundespost.

Der anschließende Testbetrieb, an dem sich namhafte Hersteller und Anwender beteiligt hatten, war teilweise frustrierend. Mittlerweile sind - dank der verschiedenen Ergänzungen an Leistungsmerkmalen und der Verbesserungen, die einmalig in ihrer Art bei einem Datennetz waren, bereits über 5000 Teilnehmer am Datex-L-Netz angeschlossen.

Dabei hatten nahezu alle der beteiligten Testteilnehmer sowie auch Hersteller, nach der Einführung prognostiziert, das leitungsvermittelte Datex-Netz hätte keine Zukunft.

Waren es auf der einen Seite die bis dato noch nicht gekannten Leistungsmerkmale des neuen Dienstes, so kam hinzu, daß die Hersteller von DV-Anlagen, Front-End-Systemen und Terminals prinzipiell den von der Post angekündigten paketvermittelten Datex-Dienst Datex-P (X.25) zwar implementieren wollten, es meist aber nicht in der von Anwender gewünschten Zeit realisieren konnten.

Die Bundesrepublik stellt normal in den Augen eines US-Herstellers nur einen Markt von rund zehn Prozent für seine Geräte dar und ob dafür weltweit Entwicklungskosten für neue Fernmeldedienste erbracht werden, liegt nicht immer in der Macht der jeweiligen Deutschen Gesellschaft des Herstellers.

Fiktive Rechnungen

Der im August 1980 begonnene kostenlose einjährige Probebetrieb lief gut an. Freilich - die Post wollte den Teilnehmern fiktive Rechnungen über die Volumen- und Verbindungsgebühren ausstellen, damit der Teilnehmer eine einfache Vergleichsmöglichkeit zu bisherigen Diensten bekommt.

Die Vermittlungseinrichtungen (Vermittlungsknoten SL10 von Northern Telecom) laufen anscheinend zufriedenstellend. Einer breiten Nutzung des paketvermittelten Datex-Dienstes steht die noch mangelnde Lieferbereitschaft der Industrie entgegen, X.25 fähige Endeinrichtungen (Terminals) zu liefern.

Zwar hat die Post Anpassungseinrichtungen angeboten (Packed Assembly Dissasembly Facilities), die eine Umsetzung von asynchron arbeitenden (Start/Stop) Terminals, auf X.25 Hauptanschlüsse gestatten; die ebenfalls angebotenen PAD´s für IBM 3270 und Siemens 8160 sind hingegen noch nicht zu haben.

Fernsprech-Netz ISDN

Daß man Sprache nicht nur analog übertragen kann, sondern daß es digital sogar viel besser geht, ist vielen bereits bekannt. Wenn man aber unser bisheriges konventionelles Fernsprechwählnetz ab 1987 Zug um Zug durch ein "dienstintegriertes digitales Fernsprechwählnetz" (Neuschwäbisch: Integrated Switched Digital Network) ersetzt werden soll, so sind dazu keineswegs neue Glasfaserkabel oder Lichtleiter erforderlich. Die Ingenieure der Post haben mit der Industrie bereits ein Verfahren entwickelt, daß es selbst auf den dünnen 0,4 Millimeter Fernsprechortskabel gestattet, einen Datenstrom von 80 KBit pro Sekunde zu übertragen, allerdings digital.

Wenn später der Teilnehmer für sein Telefon von der Bandbreite 80 KBit pro Sekunde alleine 64 KBit pro Sekunde für´s Fernsprechen braucht so kann er ohne Mehrverkabelung die verbleibenden 16 KBit pro Sekunde zum Bürofernschreiben (Telex), Daten übertragen oder Bildschirmtext (BTX) verwenden.

Fürwahr eine glänzende Aussicht für den Teilnehmer, die Post und die Fernmeldeindustrie. Heißt dies doch, es müssen neue Koppelglieder und Fernsprecheinrichtungen gebaut und installiert werden.

Für die DFV-Teilnehmer, die bisher im Regelfalle 9600 Bit pro Sekunde oder n x 9600 Bit pro Sekunde übertragen haben, war eine 48 KBit pro Sekunde Leistung kaum attraktiv. Zum einen sind nach der Gebührenstruktur fünf Leitungen á 9,6 KBit pro Sekunde billiger als eine Leitung mit 48 KBit pro Sekunde, zum anderen konnte ein flächendeckendes Angebot bisher von Seiten der Post nicht realisiert werden.

Modellnetz 64 KBit/s

Ende 1983 plant die Post ein Modellnetz mit 64 KBit pro Sekunde Netto-Bitrate für eine begrenzte Anzahl von Anwendern (es sollen wohl bis zu 4000 Teilnehmer werden können). Damit eröffnen sich neue Dimensionen für Anwender mit größeren Transportvolumen.

In den USA hat die SBS (Satellite Business Systems) bereits ihre Dienste aufgenommen. In Europa sind verschiedene Fernmeldesatelliten geplant. Im kommerziellen Bereich versucht auch Luxemburg, sich ein Stück an dem großen Kuchen Kommunikation zu sichern.

Die Deutsche Bundespost ist am Gemeinschaftsprojekt mit der französischen Fernmeldeverwaltung, dem Satelliten Telecom I, beteiligt.

Wenn die französische Trägerrakete Ariane dem Satelliten 1983 in die Erdumlaufbahn schießt, so können maximal 256 Erde-Funkstellen mit dem Satelliten kommunizieren. Der Standort des Satelliten ist dabei quasi stationär. Da das Zugriffsverfahren im TDMA (Time Devision Multile Access) erfolgt, können bis zu 256 Teilnehmer pro Erde-Funkstelle gleichzeitig bedient werden. Effektive Leistungen des Satelliten: 2000 Verbindungen gleichzeitig.

Satellitenkommunikationen

Nachteilig für die Interessenten: wird eine eigene Erde-Funkstelle geplant, so ist diese nicht billig. Bei einem Antennendurchmesser von 3,5 Meter und einer Sendeleistung von 160 bis 500 Watt sind dies Investitionskosten in Höhe von 500 000 Mark und mehr.

Der neue gemeinschaftliche europäische Nachrichtensatellit ECS/ESS soll ebenfalls mit einer Ariane-Trägerrakete gestartet werden. Er hat eine Übertragungskapazität von 175 Kanälen pro Transponder zu je 64 KBit pro Sekunde. Die Verbindungen sollen hierbei allerdings festgeschaltet sein. Für den Interessenten an einer eigenen Erde-Funkstelle sieht dies kostengünstiger aus; es ist nur eine Sendeleistung von sieben Watt pro 64 KBit pro Sekunde erforderlich. Entsprechend günstiger wird die Technik.

Sollte neben der DFVLR und einigen Forschungsinstituten akuter Bedarf an Satellitenkommunikation zum Testen sein, so kann über den OTS (Orbital-Test-Satellit) bis 1983 ein Testbetrieb gefahren werden.

Die Zukunftsaussichten stellen sich nicht allzuschlecht dar, wie es scheint - doch wie sieht die Gegenwart aus? Für den Datenübertragungsanwender ist das Angebot an Diensten und Einrichtungen oft verwirrend.

Dies haben sich Beratungsfirmen zunutze gemacht, die teilweise mit Unterstützung der Post, teilweise allem, die niederen und höheren Weihen des DFÜ-Wissens oder des erforderlichen Teils vermitteln, um das Leistungsangebot der Post nutzen zu können.

Die Anmeldestellen der Fernmeldeämter verfügen teilweise über einen "TVerb" (einen technischen Vertriebsberater, der im Anmeldebereich angesiedelt ist). Der "TVerb" kann allgemeine Fragen, sowie Auskünfte über Nebenstellenanlagen gut abdecken. Für die Datenübertragung beziehungsweise Probleme aus diesem Bereich sollte aber der DaNzKo (Daten-Netz-Koordinator) angesprochen werden. Die DaNzKo sind zwar fachlich teilweise sehr gut beschlagen, dafür aber nur in 10 großen Städten unserer Republik zu finden. Und wer glaubt, er könne mal eben so telefonisch sich ein Stündchen beraten lassen, der wird beim wiederholten erfolglosen Anrufsversuch verstehen müssen, daß offensichtlich auch andere dies probieren.

Hat der Anwender Mut gefaßt, sich mit entsprechenden Formularen versehen und diese ausgefüllt an das zuständige Fernmeldeamt geschickt, so bekommt er zwar eine Bestätigung, sein Vorgang werde bearbeitet, aber er wartet. Einen Einrichtungstermin halbwegs abgesichert, wie er es von vielen Privatfirmen gewohnt ist - bekommt er auch nicht genannt.

Ad-hoc-Gruppe schafft Abhilfe

Hat der Teilnehmer besondere Wünsche oder gar ein vom Standard abweichendes Ansinnen, so muß er in den Verordnungen und Verwaltungsanweisungen der Bundespost nachlesen, ob und wie dies überhaupt gestattet ist. Freilich - die Verordnungen und Verwaltungsanweisungen sind frei erhältlich und für ein paar Mark zu abonnieren, im Regelfalle hat sich jedoch ein 4-semestriges Aufbaustudium in Verwaltungsrecht als hilfreich und manchmal erforderlich erwiesen um diese Druckwerke überhaupt verstehen zu können. Die Texte sind selbst für Postalen manchmal recht schwer zu verstehen.

Will der Teilnehmer für seinen Antrag ein spezielles Übertragungsgerät (vulgär: Modem), so kann er inzwischen aus über 150 Typen und Ausrüstungsvarianten wählen. Ob er den Typ bekommt, den er wünscht, sei hingestellt. Dies ist in der Regel immer dann der Fall, wenn es für besondere Dienste nur eine Variante gibt.

Die Post hat aber auch auf diesem Bereich versucht, Abhilfe zu schaffen. Eine ad-hoc-Gruppe der "FTZ-Arbeitsgruppe für Fragen der Datenfernverarbeitung" bemüht sich um ein neues Datenübertragungsgerätekonzept, das etwa bis zum Jahre 1995 und darüber Bestand haben sollte.

Dinge mit Trara

Viele Dinge, die mit großem Trara eingeführt wurden, haben sich bis heute erst recht bescheiden entwickelt. Bei Einführung des Datex-P-Probebetriebes wurden große Teilnehmerzahlen in kurzer Zeit vorausgesagt. Mittlerweile (nach einem Jahr) sind es immerhin schon fast 400.

Bildschirmtext sollte der große Renner werden. Die Post prognostizierte etwa 1,5 Millionen Teilnehmer in den nächsten Jahren. Der Bundestag hat zwar die Einführung als Dienst ab 1983 verabschiedet, aber derzeit sind nur etwa 3000 Testteilnehmer dabei. Der für Bildschirmtext erforderliche Modem kostet nur eine monatliche Gebühr von fünf Mark. Ein vergleichbares Gerät für allgemeinen Einsatz muß immerhin mit 100 DM monatlich bezahlt werden.

Nicht alles, was neu kommt, wird auch automatisch kleiner, wie es immer in der Elektronikbranche heißt.

So war man bei der Post auch verwundert, daß Anwender ein neues Datenübertragungsgerät, das technisch in Ordnung ist, weitgehenst ablehnten, da es bauformmäßig zu groß geraten war und sich in bestehende Aufnahmeschränke nicht unterbringen ließ.

Serviceaufwand größer

Die Bundespost hat zusammen mit 16 anderen Fernmeldeverwaltungen eine fast 5 Millionen DM teure Studie Eurodata in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie liegen vor und werden auch von Seiten der Post nicht bezweifelt. Danach werden wir in den nächsten Jahren bis 1986 etwa die doppelte Anzahl von Datenendgeräten haben. Dies bedeutet, daß zunehmend auch die strukturschwachen Gebiete und die Umlandzonen der Städte penetriert werden. Der Service- und Endstöraufwand ist aber in diesen Gebieten infolge der langen Fahrtwege erheblich größer.

Vielfach wird erklärt, 20 Millionen Fernsprechhauptanschlüsse seien nun mal ein ganz gewichtiger Faktor. Dagegen nehmen sich die etwa 120 000 Datenanschlüsse relativ bescheiden aus.

Freilich, der Fernsprechsektor ist wohl - relativ gesehen - nicht mehr so expansiv. Bedenkt man aber, daß die Post für einen Hauptanschluß in einem mittelgroßen Ortsnetz über 2,5 Kilometer Teilnehmer-Anleitungen verlegen und noch Investitionen für die zugehörige Vermittlungsstelle (Wählamt) tragen muß, und das für 27 Mark pro Monat, so ist es doch erstaunlich, was bei der Datenübertragung im Vergleich als Kostendeckungsbeitrag abfällt.

Eine Direkt-Daten-Verbindung in einem Ortsnetz bringt immerhin bei 2,5 Kilometer Länge (4800 Baud) zwei mal 40 Mark plus 100 Mark Verkehrsgebühren gleich 180 Mark monatlich. Dafür muß die Post in diesem Falle aber nur das Kupferdrähtchen zur Verfügung stellen. Investitionskosten für eine Vermittlungsstelle fallen nicht an. Dieser Vergleich ist mit einer "Harmonisierung" der Gebühren wohl nicht in Einklang zu bringen.

Als letzter Wunsch bleibt die Hoffnung, daß den neuen ehrgeizigen Projekten nicht das gleiche Schicksal von EWS (elektronisches Wähl-System) beschieden sein soll.

Leider wurde es vor einem Jahr eingestellt.