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18.06.1999 - 

Bellsouth von US-Gesetzgeber gestoppt

Qwest will den amerikanischen Telekommunikations-Markt aufmischen

ATLANTA (IDG) - Der amerikanische TK-Markt ist im Umbruch. Derzeit findet unter mehreren Anbietern ein verwirrender Übernahmepoker statt, mit dem Ziel, sich hinter den großen Drei AT&T, MCI Worldcom und Sprint die beste Marktposition zu sichern. Mit von der Partie in dem Gerangel sind Bellsouth, Qwest Communications, US West und Global Crossing.

Auslöser der jüngsten Übernahmeschlacht ist die Telefongesellschaft Bellsouth, die als regionaler Carrier in neun Bundesstaaten im Südosten der Vereinigten Staaten auftritt und deren Marktwert auf rund 87 Milliarden Dollar taxiert wird. Das Unternehmen aus Atlanta hatte erst kürzlich zehn Prozent von Qwest erworben und nun signalisiert, den US-weit operierenden Anbieter komplett übernehmen zu wollen. Die Strategie von Bellsouth ist, durch die Akquisition von Qwest zu einem führenden Anbieter sowohl von lokalen als auch landesweiten TK-Diensten zu werden.

Die Börse reagierte skeptisch

Doch dieses Unterfangen scheint unmöglich. Die Pläne werden vom amerikanischen Gesetzgeber durchkreuzt, der gegenwärtig keinem der regionalen Netzbetreiber erlaubt, einen Anteil von mehr als zehn Prozent an einem Long-Distance-Carrier zu halten. Marktbeobachter gehen zwar davon aus, daß diese Beschränkung mittelfristig aufgehoben wird, rechnen aber in diesem Jahr noch nicht damit.

Qwest, die Nummer vier unter den US-Anbietern von Ferngesprächen, hat unterdessen selbst die Initiative ergriffen. Das Unternehmen aus Denver, dessen Marktkapitalisierung bei 30 Milliarden Dollar liegt, machte jetzt für die kleinste Bell-Company, US West sowie den Carrier Frontier ein Kaufangebot von insgesamt 55 Milliarden Dollar. US West bietet 25 Millionen Kunden in 14 ländlichen Bundesstaaten Sprachdienste an. Frontier ist ein sowohl lokal als auch überregional auftretender Netzbetreiber, der insbesondere auf kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert ist.

Kommt der Deal zustande, entsteht laut Joseph Nacchio, CEO von Qwest, ein TK-Anbieter mit 31 Millionen Teilnehmern sowie einem Umsatzvolumen von 21 Milliarden Dollar. Der Manager erwartet durch die Verschmelzung der drei Firmen bis zum Jahr 2005 ein Einsparpotential in Höhe von 14 Milliarden Dollar. Die Börse reagierte auf die Akquisitionsabsichten jedoch skeptisch. Die Qwest-Aktie fiel an der Wallstreet nach dem Bekanntwerden um 24 Prozent.

Qwest zählt neben Level 3 und Global Crossing zu den Unternehmen, die mit Hochdruck versuchen, eine weltweite TK-Infrastruktur auf Basis von IP-Technologie aufzubauen. Das Qwest-Netzwerk hat derzeit eine Länge von rund 32000 Kilometern, davon 20000 in den USA. In Europa wurde das US-Unternehmen durch die Kooperation mit dem niederländischen Netzbetreiber KPN bekannt. Dessen Aufgabe ist die Realisierung von sechs europäischen Glasfaserringen, wovon der erste im Februar mit einer Länge von 2400 Kilometern in Betrieb genommen wurde.

Die Kaufofferte von Qwest macht dessen Konkurrenten Global Crossing einen Strich durch die Rechnung. Das Unternehmen, das auf den Bermudas beheimatet ist und weltweit Sprach-, Daten- und Internet-Services vermarktet, hatte kürzlich für US West 37 Milliarden und für Frontier 11,2 Milliarden Dollar geboten. Der Merger zwischen Global Crossing und US West galt bereits als sicher.