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11.02.1994

R/2-Anwender sorgen sich wegen Release-Wechsel SAP kann 1993 Umsatz und Ergebnis betraechtlich steigern

WALLDORF (CW) - Die SAP AG, Walldorf, profitiert vom ungebrochenen Trend zu Standardpaketen: Der deutsche Softwareprimus hat seinen Umsatz 1993 um 32,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Mark (Vorjahr: 831,2 Millionen Mark) erhoeht. Der Jahresueberschuss betraegt 146,2 Millionen Mark (127,2 Millionen).

Die vorlaeufigen Zahlen belegen, dass die SAP ihr fuer 1993 angestrebtes Umsatzziel von einer Milliarde Mark nicht nur erreicht, sondern deutlich uebertroffen hat. Das Ergebnis der gewoehnlichen Geschaeftstaetigkeit stieg von 173 auf 257 Millionen Mark - die Walldorfer verzeichnen also auch hier eine hohe Wachstumsquote, naemlich 48,5 Prozent.

Der Pro-Kopf-Umsatz wuchs von 283000 Mark auf 319000 Mark. Dabei hat das groesste deutsche Softwarehaus seine Mitarbeiterzahl im letzten Jahr von 2935 auf 3449 aufgestockt - das entspricht einer Steigerungsrate von 17,5 Prozent. Vor allem in den Vereinigten Staaten, wo 1993 der Umsatz um 150 Prozent erhoeht werden konnte, nahm auch die Anzahl der Mitarbeiter stark zu. Dort werden inzwischen 410 Personen beschaeftigt, 43 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Rezessionsjahr 1993 verlief fuer den Softwarekroesus nahezu ideal. Noch 1992 hatte das Unternehmen einen Umsatzsprung auf 900 Millionen Mark erwartet, war aber wegen eines Geschaeftseinbruchs im letzten Quartal bei einem Ergebnis von 831 Millionen Mark haengengeblieben. Die Boerse hatte diese Negativentwicklung mit einem starken Kursverfall quittiert. In diesem Jahr zeichnet sich eine umgekehrte Entwicklung ab: SAP schneidet ueber alle Erwartungen gut ab, der Aktienkurs schlaegt kraeftig nach oben aus.

Ihren Umsatz erzielten die Softwerker ueberwiegend im Produktgeschaeft. Rund 684 Millionen Mark erwirtschafteten die Walldorfer mit ihren Softwareproduktlinien R/2 und R/3. Das Beratungsgeschaeft brachte nach Unternehmensangaben 288 Millionen Mark, und mit Schulungen wurden etwa 100 Millionen Mark verdient. Etwa 28 Millionen Mark stammen aus sogenannten sonstigen Erloesen.

Nicht ganz so sorglos wie ihr Haus- und Hoflieferant sehen viele Anwender der Mainframe-Software R/2 in die Zukunft. Die meisten von ihnen planen, von Release 4.3 auf die neue Variante 5.0 zu wechseln - teilweise haben sie die Umstellung bereits bewaeltigt oder befinden sich mitten im Projekt. Das DV- Dienstleistungsunternehmen tds tele-daten-service GmbH, Heilbronn, geht davon aus, dass 70 Prozent aller R/2-Anwender bis Ende 1995 auf Release-Stand 5.0 umgestellt haben werden.

Der Aufwand ist betraechtlich. Er bemisst sich nicht zuletzt daran, ob sich die Unternehmen in der Vergangenheit weitgehend an den SAP-Standard gehalten haben. Sind sie der Versuchung erlegen, abzuweichen und umfassende individuelle Erweiterungen zu stricken, so kann das Upgrading zu einem kaum kalkulierbaren Abenteuer werden.

In jedem Fall muessen die Anwender viele Mannmonate, bei grossen Installationen sogar ein Mannjahr und mehr aufbringen, um den Release-Wechsel zu bewerkstelligen. Die Kosten belaufen sich auf sechsstellige Summen, und sie wachsen noch, weil sich CPU- und Plattenspeicherbedarf um mehr als 30 Prozent erhoehen koennen.

Unternehmen, die den Uebergang in eine offene DV-Welt planen, dabei aber nicht auf ihre SAP-Investitionen verzichten wollen, bleibt jedoch keine Wahl: Nur wer das R/2-Release 5.0 einsetzt, erhaelt vom Hersteller Unterstuetzung beim Wechsel auf die neue Client- Server-Software R/3.

In vielen Faellen lohnt sich allerdings der Umstieg auf das neue Release aus Qualitaetsgruenden. Die juengste R/2-Variante stellt erweiterte Funktionen in Rechnungswesen, Logistik und Personalabrechnung zur Verfuegung. Sie bietet eine grafische Benutzeroberflaeche und ermoeglicht in Teilgebieten den Einsatz von Satellitensystemen, die ein temporaer unabhaengiges Arbeiten vom Host moeglich machen.