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25.11.1994

R/3 auf Windows NT Einheitliche Systemplattform schafft vor allem Synergieeffekte

"SAP und Microsoft - Eine logische Partnerschaft", so beschreibt die SAP AG, Walldorf, ihr Bekenntnis zu Windows NT. Ueber NT als Basis fuer "R/3" sprachen Anwender und Anbieter in Frankfurt. Es diskutierten Ingo Nicolay von SAP, Hanns-Martin Meyer von Ixos und Axel Zimmermann von Schmuecker & Partner, einer Unternehmensberatung.

Martin Ottomeier* berichtet.

De-facto-Standard fuer Desktop-PCs ist Microsofts Windows. Viele Anwender nutzen Programme wie Excel, Word fuer Windows und Powerpoint in ihrer taeglichen Arbeit. Zur Steigerung der Effizienz ist der Zugriff auf Unternehmensdaten wichtig. Dabei sollen beispielsweise Stammdaten fuer Serienbriefe zur Verfuegung stehen oder Kennzahlen grafisch aufbereitet und in Praesentationen uebernommen werden. Diese Daten liegen derzeit noch meist auf Gross- oder Midrange-Rechnern vor. Gerade grosse Unternehmen wollen aber auf ihre etablierten Mainframe-Installationen nicht verzichten. Doch an Client-Server kommt auf Dauer niemand vorbei. Als Datenbank-Server kommen daher verstaerkt offene Unix-Systeme zum Einsatz.

Ingo Nicolay sieht in der Verteilung der Aufgaben auf verschiedene Systeme den Vorteil, "dass leistungsfaehige PCs rechenintensive Prozesse wie die grafische Darstellung realisieren und dedizierte Datenbank-Server den Applikationsrechner weiter entlasten".

"In einer Zeit vor Windows NT konnte die SAP ein solches Konzept nur umsetzen, indem sie eine breite Palette an Unix-Varianten unterstuetzte", ruft Hanns-Martin Meyer die Probleme vor einem Jahr in Erinnerung. In den gewachsenen Unternehmensstrukturen stehen PCs auf den Schreibtischen, haeufig verbunden durch Novell-Server, und als Abteilungsrechner kommen Unix-Systeme mit CISC- oder RISC- Architektur zum Einsatz. Unix-Workstations finden sich am Arbeitsplatz nur im technischen Bereich und in der Produktion. Alle wichtigen Datenbankhersteller setzen auf die Leistungsfaehigkeit moderner RISC-Architekturen und bieten ihre RDBMS (Relational Database Management Systems) auf Unix-Rechnern an.

Da R/3 viele dieser Systeme unterstuetzt, hat es nach Meinung von SAP-Mann Nicolay einen sehr integrativen Charakter und vereinigt die vorher gespaltenen Systemwelten, die eigentlich gar nicht fuer eine Zusammenarbeit konzipiert sind. "Doch dieser Vorteil wandelt sich im laufenden Betrieb meist schnell, da die heterogene Umgebung von der EDV-Abteilung Know-how fuer sehr unterschiedliche Plattformen verlangt", laesst Axel Zimmermann seine R/3- Installationen Revue passieren.

Will ein Unternehmen etwa nicht nur Windows, sondern auch OS/2 und Macintosh-Rechner einsetzen, so muessen die PC-Experten die Besonderheiten eines jeden Betriebssystems kennen, um den Anwendern Hilfestellung bei einzelnen Fragen geben zu koennen. "Unix, so aehnlich sich die einzelnen Derivate auch sind, ist noch lange nicht Unix", weiss Meyer aus der langjaehrigen Entwicklungstaetigkeit von Ixos zu berichten. "In vielen Details gibt es Unterschiede, zum Beispiel bei der Konfiguration von Systemdateien oder beim File-System."

"Mit Windows NT existiert eine einheitliche skalierbare Betriebssystem-Plattform, die Installationen fuer wenige Benutzer ebenso unterstuetzt wie fuer alle Mitarbeiter grosser Unternehmen", beschreibt Meyer die Einsatzbreite. So ist es vorstellbar, dass eine R/3-Installation mit einem Windows-NT-Server und einigen Windows-3.1-PCs an den Arbeitsplaetzen beginnt. Weitere Windows- 3.1-Arbeitsplaetze koennen an den Verbund angeschlossen werden. Wird die Performance zu gering, laesst sich R/3 auf einen vielleicht schon vorhandenen Datenbank- und einen oder mehrere Applikations- Server unter Windows NT verteilen. Ohne Bruch waechst die Konfiguration mit den Anforderungen. Selbst einen unternehmensweiten Verbund mit Arbeitsplaetzen an Weitverkehrsleitungen erlaubt diese Installation. Voraussetzung und Gefahr ist, dass ein Unternehmen eine einheitliche Systemumgebung schafft und sich so voellig Microsofts Produkten verschreibt. Damit muss es sich innerhalb der EDV der Microsoft- Strategie unterordnen.

Als Folge bemerkt der Benutzer, dass ihm die Verbindung der einzelnen Anwendungen leichter faellt. Microsoft konnte mit seiner marktbeherrschenden Stellung bei Windows eine Reihe von Standards etablieren, die von den verschiedenen Unix-Derivaten ebensowenig unterstuetzt werden wie von proprietaeren Systemen wie HP und DEC.

Der wichtigste von ihnen ist OLE 2.0 (Object Linking and Embedding). "Dieser objektorientierte Ansatz erlaubt es, verschiedene Objekte miteinander zu verknuepfen", erlaeutert Ingo Nicolay. Aendern sich die Daten eines Objekts, zum Beispiel die Kenngroessen der Buchhaltung, so werden die Daten im Text automatisch aktualisiert.

Die Vorteile der einheitlichen Systemumgebung zeigen sich vor allem im laufenden Betrieb. Die Einfuehrung des Systems erfordert hingegen unabhaengig von der Plattform eine intensive Analyse der Geschaeftsprozesse und eine umfassende Unterstuetzung in der Einfuehrungsphase. Allgemein ist eine Einstiegskonfiguration noetig, die zumindest aus einem Pentium-Prozessor, 128 MB Hauptspeicher und 10 GB Massenspeicher besteht. Zur Zeit erfuellen diese Anforderung Systeme von AST, AT&T, Compaq, Sequent und SNI. Entsprechende Plattformen von Bull, Data General und HP befinden sich in der Zertifizierung.

* Martin Ottomeier ist Fachjournalist beim 1&1 Presse-Service in Montabaur.