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AMR-Studie löst heftige Diskussion aus


05.05.2000 - 

R/3-Upgrade kommt Kunden teuer zu stehen

MÜNCHEN (IDG) - In den USA ist eine Diskussion um die Upgrade-Kosten von R/3 entbrannt. Während die Analysten von AMR Re- search hohe Investitionen vorrechnen, kontert SAP, dass die Marktforscher nicht die damit verbundenen Potenziale berücksichtigen.

In ihrer Studie bezeichnen die Analysten der AMR Research Inc., Boston, den R/3-Upgrade-Prozess als langwierig, komplex, teuer und oft verfahren. Durchschnittlich 4,5 Millionen Dollar soll es Unternehmen mit 1000 und mehr Anwendern kosten, wenn sie R/3 mit den Modulen für Finanzwesen, Vertrieb, Warenwirtschaft, Logistik und Produktionsplanung auf den neuesten Stand bringen. AMR-Mitarbeiter David Boulanger fordert IT-Manager angesichts dieser Zahlen zu einer genauen Analyse auf, welche Folgen ein R/3-Upgrade auf andere Investitionspläne im DVBereich hat. Eine Überarbeitung des IT-Budgets sei oft unausweichlich.

Betroffene gibt es reichlich: Aus der Studie geht hervor, dass etwa 20 Prozent der 2000 weltweit größten R/3-Anwender sowie 30 Prozent der kleinen und mittleren SAP-Kunden in diesem Jahr ein Upgrade starten wollen. Zur Entscheidung stünde jedesmal, ob man eine rein technische Erneuerung beabsichtigt, ob außerdem die Geschäftsprozesse verändert werden sollen oder ob zusätzliche Funktionen etwa in Richtung E-Business, Reporting und Data Warehousing gewünscht sind. Gerade dort, wo es die Prozesse betrifft, seien inklusive Tests und Training 25 bis 33 Prozent der ursprünglichen R/3-Kosten zu veranschlagen, so die Analysten.

AMR hatte für seine Marktforschung 60 R/3-Anwender befragt, die in einem Upgrade-Prozess stecken oder diesen noch im Jahr 2000 starten wollen.

Dabei wird in den meisten Fällen ein Wechsel von Version 3.x auf 4.6 der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware vorgenommen. Boulanger zufolge kann die Studie in diesen Unternehmen als eine Art Benchmarking oder Leitfaden für die Budgetierung herhalten.

SAPs Reaktion auf die AMR-Einschätzung folgte prompt: Die Studie sei nicht vollständig und tendenziös, so das Urteil von Eric Rubino, Chief Operating Officer der SAP America Inc. in Newtown Square, Pennsylvania. Es werde zum Beispiel nicht berücksichtigt, dass ein flexibles Preismodell Anwendern eine individuelle Lizenznahme der verschiedenen Module erlaube. Einen Upgrade-Prozess lediglich als langwierig und komplex zu bezeichnen, trage nicht dem Umstand Rechnung, welch breit gefächerte Produktpalette SAP seinen Anwendern mittlerweile anbiete und welche Chancen sich daraus für diese ergeben könnten.

Geteiltes Echo beiden AnwendernSchützenhilfe erhält SAP von mehreren Anwendern, die ebenfalls den Langzeitnutzen eines R/3-Upgrades wie bessere Produktivität und geringere Betriebskosten berücksichtigt wissen wollen. Peter Borrows, IT-Chef von Reebok International Ltd., glaubt etwa, seine weltweit 1000 R/3-User für nur zehn Prozent des von AMR angegebenen Durchschnittsbetrags umsatteln zu können. Natürlich sei ein R/3-Upgrade nicht trivial und umso schmerzhafter, je länger man warte, so Burrows. Der AMR-Report falle für ihn jedoch eher in die Kategorie Effekthascherei.

Positiv äußerte sich dagegen Ben Vettese, R/3-Manager der Elf Atochem North America Inc., zu der Studie. Er ist überzeugt, dass die Marktforscher akkurat gearbeitet haben, und will die Ergebnisse für das ihm bevorstehende Upgrade heranziehen.