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Umsatz gesteigert, Schulden reduziert

Radikaler Kurswechsel bei United Internet abgeschlossen

15.03.2002
MÜNCHEN (sp) - Die United Internet AG hat sich von allen defizitären oder riskanten Beteiligungen getrennt und konnte ihren konsolidierten Umsatz im Geschäftsjahr 2001 um 18,7 Prozent von 194,3 Millionen auf 230,7 Millionen Euro steigern. Allerdings schreibt die Company nach wie vor tiefrote Zahlen.

An ihrem ursprünglichen Vorhaben, ein möglichst umfangreiches Netzwerk von Web-Unternehmen zu knüpfen, ist die United Internet AG (ehemals 1&1) endgültig gescheitert. Seit dem Börsengang 1998 hat die in Montabaur ansässige Holding nach und nach alle 15 Minderheitsbeteiligungen - im vergangenen Jahr unter anderem Living Net, Itrade, Gattrix, Immonline sowie zuletzt den Online-Werbevermarkter Adlink und die Stellenbörse Jobpilot - abgeschrieben beziehungsweise verkauft. "Im Beteiligungsgeschäft hatte United kein glückliches Händchen - das war im Endeffekt ein großer Flop", fasst Stephan Hornung, Analyst bei Capital Management Wolpers, zusammen.

Fokus aufs KerngeschäftAllerdings konnte die Internet-Company mit ihrer neuen Strategie, sich nur noch auf ihre erfolgreichsten Kerngesellschaften - 1&1 Internet, Twenty4help und GMX - zu konzentrieren, einen Großteil ihrer Schulden abbauen. Dass der Jahresfehlbetrag 2001 trotzdem noch immer bei 41,4 Millionen Euro liegt (Vorjahr: 55,9 Millionen Euro), ist auf Abschreibungen auf Sach- und Finanzanlagen sowie immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 60,9 Millionen Euro zurückzurückzuführen. Vor allem die niedrigen Aktienkurse von Beteiligungen wie Adlink drückten das Ergebnis.

Die umsatzstärkste der vier Gesellschaften, die im vergangenen Jahr 85 Prozent oder 196 Millionen Euro zu den Gesamteinnahmen beigetragen haben, ist 1&1. Der Internet-Service-Provider, aus dem United Internet hervorgegangen ist, konnte seinen Umsatz von 90,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 118,1 Millionen Euro steigern. Der Vorsteuergewinn (EBT) stieg von 0,3 auf 13,4 Millionen Euro. Auch der Serviceanbieter Twenty4help verzeichnete 2001 ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr - von 62 Millionen auf 73,1 Millionen Euro - sowie einen Gewinnzuwachs (vor Steuern) von 7,1 auf 11,2 Millionen Euro.

GMX hat im vierten Quartal erstmals den Turnaround (vor Steuern) geschafft. Aufs gesamte Jahr gesehen schreibt der E-Mail-Dienst allerdings nach wie vor rote Zahlen. Laut Ralph Dommermuth, Vorstand von United Internet, wird der kostenlose Anbieter, der seine Einnahmen vorrangig aus E-Commerce und Werbung generiert, auch "nie ein großer Profitbringer sein". Von der geplanten Zusammenlegung mit 1&1 erhofft sich der Firmenchef jedoch, einen Teil der GMX-Nutzer später auf die professionelle, gebührenpflichtige 1&1-Plattform ziehen zu können.

"Kriegsentscheidend" sei in diesem Jahr die Veräußerung der knapp 50-prozentigen Tochter Adlink, die vor allem seit der Übernahme des europäischen Mediageschäfts von Doubleclick hohe Verluste macht und einen Umsatzeinbruch gegenüber 2000 von 30 Millionen auf 24,5 Millionen Euro hinnehmen musste. Dommermuths Ziel ist es jetzt, die Einnahmen beider Unternehmen zu halten und dabei die Kosten zu senken, bis Adlink endgültig verkauft ist.

Angesichts des soliden operativen Geschäfts dürfte einem weiteren Wachstum nichts mehr im Wege stehen - vorausgesetzt, Adlink und Jobpilot werden tatsächlich 2002 abgestoßen. Bereits in diesem Jahr will Dommermuth den Breakeven erreichen - angepeilt ist ein operativer Gewinn von 22 Millionen Euro - und die Einnahmen auf 302 Millionen Euro steigern. Schließlich sei United Internet nach Umsatz, Kundenzahl und Marktkapitalisierung der größte deutsche Internet-Anbieter nach T-Online - "obwohl der Abstand natürlich riesig ist".