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25.02.2000 - 

Prozess geht in die entscheidende Phase

Rätsel um Interview: Legt Gates Win-2000-Code offen?

WASHINGTON (IDG) - Windows 2000 als Open Source - mit dieser Meldung erregte der Nachrichtendienst "Bloomberg News" Aufsehen. Bill Gates persönlich soll diese Option genannt haben, um so den Kartellprozess außergerichtlich beizulegen. Microsoft hat inzwischen dementiert.

Zur Ankündigung von Windows 2000 hatte Gates Bloomberg-Anchorman Dylan Ratigan ein Interview gegeben. Nach Angaben des Reporters kam es nach Abschluss der offiziellen Fragerunde zu einer lockeren Konversation, die nicht mehr aufgezeichnet wurde. Ratigan habe gefragt, ob sich Gates vorstellen könne, den Windows-2000-Code offen zu legen, um so den Kartellprozess möglicherweise zu beenden. Laut Ratigan lautete die Antwort: "Ja - wenn das alles wäre, was wir tun müssten."

Microsoft-Sprecher Jim Cullinan erklärte nun, Ratigans Darstellung sei völlig falsch. Gates habe lediglich bemerkt, dass eine Diskussion darüber, ob man den Code freigeben soll, unabhängig vom Prozess stattfinden müsse. Beide Dinge hätten nichts miteinander zu tun.

Im Übrigen gelte, was Gates im autorisierten Teil des Interviews gesagt habe: Der Microsoft-Gründer sei gegen eine Freigabe des Sourcecodes. Als Grund nannte er den angeblich unausweichlichen Qualitätsverlust: "Um die große Zuverlässigkeit, die Windows 2000 bietet, langfristig zu gewährleisten, kann man nicht viele verschiedene Versionen zulassen."

Unterdessen geht der Prozess gegen Microsoft in seine entscheidende Phase. Die von der Klägerseite und der US-Regierung favorisierte Zerschlagung des Softwarekonzerns käme laut Microsoft einem "Todesurteil" gleich. Chief Executive Officer (CEO) Steve Ballmer hatte von einem "rücksichtslosen und unverantwortlichen" Vorgehen gesprochen.

Dennoch deutet gegenwärtig vieles darauf hin, dass eine Aufspaltung des Softwarekonzerns eine Folge des Verfahrens sein könnte. Eines der am häufigsten diskutierten Szenarien lautet, Betriebssysteme, Anwendungen und Internet-Dienste werden in jeweils eigenständigen Gesellschaften untergebracht. Die Börse dürfte eine solche Aufteilung nicht unbedingt beklagen, würde doch die Summe der Einzelgesellschaften ähnlich wie einst bei AT&T eine deutlich höhere Bewertung erhalten als sie dem Softwaremonolithen heute zuteil wird.

Sollte Jackson in wenigen Wochen ein entsprechendes Urteil fällen, ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen. Microsoft würde voraussichtlich Berufung einlegen, sodass der Prozess in die nächste Runde ginge. Als letzte Instanz müsste schließlich das US-Verfassungsgericht ein Urteil fällen - bis es soweit ist, dürften mindestens noch zwei Jahre vergehen.

Windows-2000-Update

Nur einen Tag nach der Freigabe von Windows 2000 brachte Microsoft ein erstes Update heraus. Es dient vor allem dem Zweck, den Einsatz von 45 populären Computerspielen möglich zu machen. Das Unternehmen begründet das Update mit der Erklärung, man habe sich zunächst auf die Kompatibilität zu Business-Anwendungen konzentriert. Dabei sei der Spaß ein wenig zu kurz gekommen. Auf der Liste der besser unterstützten Programme findet sich mit "Frontpage 98" allerdings auch Microsofts Werkzeug zur Gestaltung von Web-Seiten.