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Realisieren von Btx-Anwendungen im Bankbereich:


28.10.1983 - 

Rahmensoftware läßt Raum zum Weiterstricken

Die Frage, ob sich der Einsatz neuer Technologie unter Kosten-/

Nutzengesichtspunkten empfiehlt, stellt sich häufig nicht mehr in gewohnter Form: Der Zwang zur Teilnahme ergibt sich aus der Wettbewerbssituation, "nicht schlechter als die anderen" sein zu dürfen. Um so mehr rückt die Frage nach kostengünstigen Lösungen in den Vordergrund. Im folgenden soll am Beispiel Home-Banking per Bildschirmtext-Rechnerverbund dargestellt werden, wie sich durch den Einsatz von Software die Einstiegskosten durchaus in Grenzen halten lassen. Eine Voraussetzung hierfür ist die institutsübergreifende "Normierung" der wichtigsten Anwenderfunktionen. Das ist die Voraussetzung für den Einsatz von "Rahmensoftware", die ein Repertoire an Basisfunktionen bietet, sich aber zu individuellen Anwendungen ergänzen läßt.

Über Home-Banking bieten Kreditinstitute ihren Kunden Bankdienstleistungen zur Selbstbedienung an. Im Bildschirmtext-Rechnerverbund bedeutet dies, daß der Btx-Teilnehmer von einem Endgerät, zum Beispiel von seinem privaten Bildschirmtextterminal zu Hause, mit dem Rechner seiner Bank einen Dialog führt. Im Rahmen dieses Dialogs kann er allgemeine Auskünfte wie zum Beispiel Aktienkurse abrufen. Besitzt er ein Konto, kann er darüber hinaus den aktuellen Kontostand abfragen oder sich am Bildschirm seine Kontoauszüge anzeigen lassen. Wirklich interessant wird Home-Banking jedoch erst durch die Möglichkeit, Aufträge, zum Beispiel Überweisungen, im Dialog direkt an die Bank zu übermitteln. Besondere Sicherheitsvorkehrungen sollen dem Kunden hierbei weitgehenden Schutz bieten vor unbefugtem Zugriff auf seine Daten und vor Mißbrauch des Systems - sowohl durch andere Bildschirmtext-Teilnehmer als auch durch das Institutspersonal.

Ein Softwareprodukt muß zuallererst ein ausreichendes Spektrum an allgemein akzeptierten Funktionen anbieten. Darüber hinaus muß es an individuelle, institutsspezifische Anforderungen anpaßbar sein - sowohl unter geschäftsspezifischen, das heißt anwendungsorientierten als auch unter organisatorischen Gesichtspunkten. Nicht zuletzt soll es sich auch in unterschiedlichen Datenverarbeitungsumgebungen (Hardware, Betriebssysteme, DB/DC-Systeme) einsetzen lassen.

Die Danet GmbH, Darmstadt, bereitet ein Softwarepaket "Btx-Bankanwendung" für den Btx-Dienst vor. Das Paket basiert auf bereits für den Feldversuch realisierten Lösungen, wobei die Erfahrung aus laufenden Projekten in funktionelle Erweiterungen und Anpassungen an neue Erfordernisse einfließt. Mit einem Angebot von abgestufter "Rahmensoftware" will Danet den oben geschilderten Produktanforderungen gerecht werden.

Eine allgemein akzeptierte Vereinheitlichung der wichtigsten Anwenderfunktionen wird von verschiedenen Verbänden vorangetrieben.

Als Beispiel sei der "Zentrale Kreditausschuß" - ein Gemeinschaftsgremium deutscher Bankverbände - genannt. In diesem Ausschuß einigen sich die Mitglieder über gemeinsame Konzepte. Dies beginnt mit detaillierten Vorschlägen zum Sicherheitssystem. Eine Vereinheitlichung von Bildschirmmasken und Dialogabläufen für die Eingabe von Überweisungen ist weitgehend realisiert. Vereinbarungen mit der Deutschen Bundesbank über die Einführung von neuen, Btx-gerechten Kurzbezeichnungen der Institute werden angestrebt.

Grundmenge mit Zusatzfunktionen

Hieraus entstand bei Danet das Konzept, eine Grundmenge von allgemeingültigen Basiskomponenten zu entwickeln, welche sich nach Kundenwünschen durch Zusatzfunktionen erweitern lassen. Zu den Grundfunktionen gehört das Legitimationssystem, das dem Kunden erst nach Eingabe einer "persönlichen Identifikationsnummer" (PIN) den Zugriff zu seinen Kontodaten gestattet. Für wichtige Transaktionen, zum Beispiel Überweisungen, ist zudem die Eingabe einer "Transaktionsnummer" (TAN) erforderlich. Der Kunde erhält hierzu eine Liste der für ihn verfügbaren TANS. Eine TAN kann nur für eine einzige Transaktion verwendet werden.

Die Anpassung an institutsspezifische Gegebenheiten werde zum Beispiel durch strikte Isolation von kritischen Schnittstellen, zum Beispiel zur Kontoführung der Bank, erreicht. In der Abbildung ist eine Variante gezeigt, welche sich in Batch-Buchungssystemen bewährt habe. Führung von "Umsatzdaten" (Überweisungen, Buchungen, Kontostände) im Btx-Subsystem und periodische Folgeverarbeitung mit Update bei der Systeme, das heißt Btx-Online-Datensammlung und Batch-Folgeverarbeitung. Besteht bereits ein Online-Buchungssystem, so könne diese Variante durch eine direkte Übergabe von Aufträgen an die Kontoführung, zum Beispiel über Asynchronprogramme, ersetzt werden. Für Auskünfte würde dann direkt auf die Kontodaten der Bank zugegriffen.

Die Führung der "Btx-Kundendaten" (zum Beispiel Kontonummer, Name, PIN, TAN-Listen) als eigener Bestand minimiert den Anpassungsaufwand an der entsprechenden Schnittstelle: Lediglich die Wartungsprogramme sind hiervon betroffen. Die Datenbestände der Bank müssen nicht erweitert werden.

Weiterhin wird die Anpassungsfähigkeit an Besonderheiten des Instituts durch die einfache Austauschbarkeit von speziellen Programmteilen (zum Beispiel Prüfzifferberechnung) erreicht. An bestimmten Stellen ist die Verarbeitung durch Parameter steuerbar (zum Beispiel kundenbezogene Limits).

Die Trennung der Verarbeitungsdaten von ihrer Darstellung am Endgerät des Teilnehmers gestattet darüber hinaus die individuelle Gestaltung des "äußeren Erscheinungsbildes" der Anwendung gegenüber dem Kunden der Bank. Die Bankanwendung setzt hierzu die Existenz einer Grundsoftware für den Btx-Rechnerverbund voraus, welche neben den notwendigen Kommunikationsfunktionen (X.25, EHKP 4, EHKP 6, Ebene 7) auf Anwendungsebene ein von den Anwendungsprogrammen unabhängiges Mischen von Programmdaten mit vordefinierter konstanter Information, den "Btx-Seiten" oder "-Masken" gestattet.

Unterschiedliche Datenverarbeitungsumgebungen will Danet durch ein abgestuftes Angebot von Rahmenprodukten berücksichtigen, aus denen die vom Kunden geforderte Lösung schnell erstellt werden konnte:

- Dedizierte Lösungen für bestimmte Hardware und Betriebssoftware mit teilweise anpaßbaren Schnittstellen zur Datenkommunikation und zur Datenverwaltung (zum Beispiel IBM MVS und DOS, Siemens BS2000).

- Ein Halbfertigprodukt, bestehend aus einer systemneutralen Detailspezifikation, welche sich unmittelbar in eine Zielsprache umsetzen läßt.

In der Regel ein Rahmenprodukt

Besondere Merkmale sind der angestrebte 24-Stunden-Betrieb und Erweiterbarkeit um neue Angebote. (Der 24-Stunden-Betrieb erfordert auf der Datenverwaltungsseite Funktionen zur Zugriffskoordinierung und Datensicherheit.) Eine zusätzliche Option wird es mehreren Instituten gestatten, ihre Anwendung auf einem gemeinsamen Rechner zu realisieren.

Aus dem Gesagten geht hervor, daß in Kürze Softwareprodukte für Home-Banking im Bildschirmtext-Dienst erhältlich sein werden. In der Regel wird der Kunde jedoch nicht eine "Turnkey"-Anwendung erhalten, sondern ein Rahmenprodukt, welches an verschiedenen Stellen noch individuell angepaßt werden muß. Die Einsparungen auf der Softwareseite können zwischen 50 und 70 Prozent der Kosten einer Neuentwicklung liegen - abhängig vom Anpassungsaufwand und den gewünschten Erweiterungen.

Verbunden hiermit ist eine deutlich geringere Entwicklungszeit, ein Zusatzargument für alle, die nicht nur möglichst kostengünstig, sondern auch möglichst schnell im Bildschirmtext "dabei sein" wollen.

*Dr. Wolfgang Berger, Danet GmbH, Darmstadt.