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03.05.1985 - 

Abgespeckte "SuperMicro"-Version zeigt auf PCAT-Markt:

Rair kommt mit "MiniMicro"-Modell

HANNOVER (CW) - Mit dem "MiniMicro" hat die Rair Computer GmbH (Köln) auf der Hannover-Messe '85 eine abgespeckte Version des auf der Intel-CPU iAPX 286 basierenden "SuperMicro" vorgestellt. Der neue Rechner wird für knapp unter 28 500 Mark angeboten und zielt auf den Markt des IBM PC/AT.

Der MiniMicro werde, so Rair, als Einstiegssystem in einem Markt wirksam, wo viele Anwender auf kleine Mehrplatzsysteme mit iAPX-286-Basis warten, aber keine Lieferung erhalten würden. Gegenüber dem "SuperMicro", von dem in Deutschland im vergangenen Jahr 67 Maschinen im Wert von rund 3,05 Millionen Mark verkauft wurden, muß der Käufer der Einstiegsversion einige Abstriche machen: Die Plattenkapazität liegt bei 25 (SuperMicro: 50) MB, die Zahl der Schnittstellen bei maximal sechs (acht bis 16). Verzichtet wurde zudem auf den integrierten Streamer und den Koprozessor iAPX 287.

1986 soll die Supermicro-Familie durch einen noch leistungsfähigeren Rechner nach oben hin ergänzt werden. Alle Rechner laufen unter Concurrent-DOS. In Vorbereitung sei derzeit eine Unix-Implementierung. Hier warte man auf die Validierung durch AT&T. Absatzhoffnungen verknüpft Rair mit der Verfügbarkeit von Unix allerdings nur indirekt. "Ich glaube, daß uns Unix helfen wird, die C-DOS-Maschinen stärker zu verkaufen", meinte Rair-Geschäftsführer Guenter H. Krauss.

Zur Philosophie des Unternehmens, seinen Perspektiven und dem angepeilten Marktsegment Multiuser-Mikros sagte Krauss, Rair wolle sich einen Markt erschließen, der im Vertrieb Margen biete und Support ermögliche. IBM habe Rair mit der Vorstellung des PC-AT "sehr geholfen". Habe vor zwei Jahren noch niemand gewußt, wozu ein Multiuser-Mikro überhaupt gut sein solle, werde eine solche Frage jetzt gar nicht mehr gestellt. Was der deutsche Kunde wolle, sei kein Mikro, sondern eine kleine MDT.

Der deutsche Markt sei, so Krauss, von der Mentalität ein Nixdorf-Markt. Gefragt sei hierzulande nicht das "Productivity Tool" Mikrocomputer - "die Deutschen sind nicht so planungswütig wie die Amerikaner" - sondern eine Datenbearbeitung klassischen Zuschnitts. Rair suchte den Markt, den Nixdorf aus Preisgründen nicht bekomme. Ergebnis dieser Strategie sei, daß "50 Prozent aller Entscheidungen für Rair gegen Nixdorf fallen".

Mit einer Umsatzsteigerung von 60 Prozent hat sich Rair für 1985 einiges vorgenommen, nachdem die Umsätze im Vorjahr mehr als verdoppelt wurden. Getragen werden soll dieses Wachstum neben dem Geschäft mit Systemhäusern auch von nennenswerten OEM-Umsätzen. In Deutschland könne man bereits zwei OEM-Kunden vorweisen. Geplant sind gleichhohe Umsatzanteile beider Bereiche, wobei Krauss den Anteil der beiden Bereiche an den Aufwendungen auf 10 Prozent für das OEM-Geschäft und auf 90 Prozent für den Verkauf an Systemhäuser veranschlagte.

Konkrete Zahlen für das Geschäftsjahr 1984 mochte Krauss nicht nennen. Seine Äußerungen ließen jedoch auf einen Umsatz von knapp elf Millionen Mark schließen. Rair habe im vergangenen Jahr etwas mehr als 500 Systeme abgesetzt und erstmals ein positives Betriebsergebnis erzielt, das bei rund vier Prozent des Umsatzes gelegen habe. Wegen der Verlustvorträge aus vergangenen Jahren bleibt die Bilanz einstweilen freilich noch rot.