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22.06.2001 - 

Kolumne

"Rama dama!"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Wer mit der Überschrift nichts anzufangen weiß, hat keine Bildungslücke, sondern ist lediglich des Bayerischen nicht mächtig. Ins Hochdeutsche übersetzt bedeutet dieser Aufruf etwa so viel wie: Lasst uns aufräumen! Zu hören sein wird er demnächst - wenn auch unterschiedlich sprachgefärbt - in Tausenden IT-Abteilungen.

Viele Unternehmen werden großreinemachen und etliche ehrgeizige IT-Projekte auf Eis legen, die weder die Effizienz steigern noch zu höheren Umsätzen beitragen. In Zeiten nachlassender Nachfrage dürften das in erster Linie Internet- und E-Commerce-Vorhaben sein. Zu drastisch unterscheiden sich im Online-Business die hochgeschraubten Erwartungen von den tatsächlich generierten Umsätzen. Weder im Business-to-Business- noch im Business-to-Consumer-Sektor entsprechen die Einnahmen, Einsparungen oder auch nur die Zahl der Transaktionen den Prognosen.

Angesichts der enormen Zuwachsraten, die IT-Anbieter im Allgemeinen und Player mit "Internet-Story" im Besonderen in den letzten Jahren vorweisen konnten, steht zu vermuten, dass sich jetzt viele Anwender verschaukelt fühlen. Sie haben dem von Industrie und Medien erzeugten Hype geglaubt. Aus Angst, den Zug ins Zeitalter der digitalen Geschäfte zu verpassen, investierten sie so viel Geld in Hard- und Software, Beratung, Bandbreite und Geschäftsideen, dass Wirtschaftswissenschaftler schon von einer neuen Ökonomie sprachen, die inflationsfrei wächst, ohne von Rezessionen gebremst zu werden. Die Optimisten waren in bester Gesellschaft: Selbst der notorisch skeptische US-Notenbanker Alan Greenspan zeigte sich vom anhaltenden Wachstum der New Economy überzeugt.

Das war gestern. Heute ist allen klar, dass Unternehmen und Menschen länger brauchen, um den von Prognostikern gedanklich vollzogenen Schritt in die Virtualität zu gehen. Und zumindest einigen Marktteilnehmern dämmert, dass vieles schlicht und einfach unsinnig war, was uns als Segnung moderner Internet-Wirtschaft verkauft wurde.

Der Ernüchterung der Anwender in Sachen Internet folgen zwei wichtige Phänomene. Die von der IT-Industrie entworfenen Zukunftsszenarien werden sehr viel kritischer beäugt und müssen mit deutlich weniger Vorabinvestitionen zurechtkommen.

Geld fließt jetzt vorrangig in Projekte, die helfen, Geld zu sparen und bestehende Prozesse effizienter abzusichern. Anwender sagen sich realistisch, dass es allemal sinnvoller ist, ein paar Prozent in einem bestehenden Ablauf einzusparen, als nichts mit neuen Geschäften zu verdienen. Die IT-Anbieter werden sich darauf einstellen und den Gürtel enger schnallen müssen.