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07.07.2000 - 

Aktiengeschenke sollen den RDRAM-Markt ankurbeln

Rambus belohnt Intel mit Aktien

MÜNCHEN (CW) - Intels hartnäckiges Engagement für den umstrittenen Speicherstandard Rambus verwundert Branchenkenner seit längerem. Nun sind plausible Motive bekannt geworden: Rambus lockt die Chiphersteller seit längerem durch Incentive-Programme mit einer Gesamtbelohnung von 1,4 Millionen Aktien.

Wie die Technologie-Beilage "Asap" des US-Magazins "Forbes" kürzlich berichtete, hat der Börsenliebling Rambus bereits 1996 ein Übereinkommen mit Intel getroffen, wonach der Chipgigant Teile seiner Produktpalette mit Rambus-Technologie ausstattet. Für Intels Zusage, dass 20 Pro-zent seiner verkauften Chipsätze über eine "Rambus-DRAM"(RDRAM-)Schnittstelle verfügen, hat Rambus dem Hersteller im Gegenzug eine Million Unternehmensanteile im damaligen Wert von je zehn Dollar geschenkt.

Rambus, das selbst keine Chips fertigt, sondern diese entwickelt und Lizenzen vergibt, hat 1997 ein weiteres Aktienbelohnungsprogramm für Chiphersteller aufgelegt. Teile davon haben die Chiphersteller LG Semiconductors, Samsung und NEC erhalten. Zu vergeben ist derzeit noch eine Belohnung in Form von 70000 Aktien für jeden der ersten drei Chiphersteller, die zehn Millionen RDRAM-Chips verkauft haben.

Die lukrativen Anreize werfen ein neues Licht auf die Bemühungen einiger Halbleiterhersteller, den RDRAM-Markt anzukurbeln und somit die derzeit enormen Preise für diesen Speichertyp nach unten zu drücken. Verschiedene Benchmark-Tests bescheinigen den angeblich überlegenen Rambus-Speicherchips nur unwesentlich bessere Leistungswerte gegenüber den derzeit üblichen PC100-SDRAMs.

Interessant sind vor diesem Hintergrund auch die schwelenden Patentstreitigkeiten rund um die von der Industrie als billige Rambus-Alternative favorisierten Double-Data-Rate-(DDR-)Speicher. Während VIA und AMD kurz vor der Einführung von DDR-Chipsätzen stehen, hat sich Hitachi kürzlich ausgerechnet mit Rambus geeinigt, Lizenzgebühren für die Herstellung von DDR-Chips zu zahlen. Rambus besitzt etliche Patente für SDRAM und DDR-SDRAM. Nun befürchten Branchenbeobachter, dass Rambus die gesamte Chipindustrie zu Lizenzzahlungen verpflichten könnte. Dadurch würden DDR-SDRAM-Bausteine deutlich verteuert und deren Preisvorteil gegenüber RDRAM möglicherweise egalisiert.