Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Infineon auch in zweitem Gerichtsstreit erfolgreich

Rambus drohen 3,5 Millionen Dollar Strafe

18.05.2001
MÜNCHEN (CW) - Eine US-Jury fordert, die Firma Rambus zu einer Strafe in Höhe von 3,5 Millionen Dollar zu verurteilen. Die Geschworenen gaben damit dem Kläger Infineon Recht. Die Münchner werfen Rambus vor, den Standardisierungsgremien wichtige Rechte und Patentanmeldungen verschwiegen zu haben.

Der Münchner Chiphersteller Infineon geht nach dem Sieg gegen Rambus in die Offensive. Bereits am 4. Mai hat das Bezirksgericht in Richmond, Virginia, alle Vorwürfe von Rambus, Infineon habe Patentrechte der Amerikaner verletzt, zurückgewiesen (siehe CW 19/01, Seite 12). Die Rambus-Verantwortlichen wollten den deutschen Halbleiterhersteller zwingen, Patentgebühren für die Herstellung von Synchronous-Dynamic-Random-Access-Memory-(SDRAM-)Speichermodulen und Double-Data-Rate-(DDR-) SDRAM-Modulen zu zahlen.

Mit dem Spruch der Jury geben die Geschworenen den Vorwürfen der Infineon-Verantwortlichen Recht, Rambus habe Anfang der 90er Jahre dem Standardisierungsgremium Jedec Patentrechtsanmeldungen verschwiegen (Jedec steht für Joint Electronic Device Engineering Council).

Indem Rambus den Jedec-Mitgliedern, und damit auch Infineon, wichtige Informationen vorenthielt, habe sich das kalifornische Unternehmen strafbar gemacht, argumentiert Infineon-Anwalt John Desmarais. Insider erwarten jedoch, dass Richter Robert Payne in seinem endgültigen Urteil dem Antrag der Rambus-Anwälte folgt, die Strafe auf 350000 Dollar zu reduzieren. Ursprünglich hatten die Infineon-Anwälte einen Betrag von 105 Millionen Dollar von dem in Los Altos beheimateten Unternehmen gefordert.

Das Urteil könnte als Präzedenzfall weitere Klagen nach sich ziehen. Auch andere Jedec-Mitglieder wie zum Beispiel Sun oder Motorola könnten gegen Rambus klagen. Geoff Tate, CEO von Rambus, wies alle Vorwürfe von sich. Die Regeln der Jedec seien schon in der Vergangenheit verwirrend und undurchsichtig gewesen und zudem nicht ausreichend erläutert worden. Er kündigte an, das Urteil anzufechten.

Entwarnung für die HalbleiterbrancheAnalysten begrüßten die Entscheidung des Gerichts. Es sei ein positives Zeichen, dass die Halbleiterhersteller SDRAM- und DDR-SDRAM-Bausteine zukünftig ohne Rambus-Gebühren produzieren könnten, erklärte Kevin Krewell von Microdesign Resources. Zwar bedeute der Spruch einen finanziellen Rückschlag für Rambus, doch besäßen die Amerikaner nach wie vor ihre Patente für die Rambus-Speichertechnik. Außerdem stärke das Urteil die Position der Jedec als Standardisierungsgremium für die gesamte Halbleiterbranche. Krewell zufolge ist jedoch das letzte Wort noch nicht gesprochen. Mit der Revision von Rambus dürfte sich der Rechtsstreit noch über Jahre hinziehen.

Rambus-CFO gehtDie jüngsten Pleiten vor Gericht haben bei Rambus personelle Konsequenzen nach sich gezogen. Chief Financial Officer (CFO) Gary Harmon wird das Unternehmen zur Jahresmitte verlassen. Er gehörte seit 1993 zur Firma. Nachfolger wird Bob Eulau. Er arbeitete zuvor bei Hewlett-Packard und betreute dort als CFO und Vice President die Organisation für Geschäftskunden.