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18.05.2006

Ran an die Mäuse!

Zubehör für PC-Spieler steht selten im Regal beim Fachhändler. Unverständlich, denn das Geschäft mit Gaming-Eingabegeräten ist lohnenswert und macht obendrein auch noch Spaß. Lesen Sie hier, warum Sie sich das eine oder andere Gamepad ins Schaufenster legen sollten.

Von Boris Böhles

Wenn PC-Spieler aufrüsten und sich neue Eingabegeräte für ihre Spiele zulegen, gehen viele von ihnen in einen großen Retail-Markt. Grund: Entsprechendes Zubehör wird meist gar nicht im Fachhandel angeboten. Das Angebot von Gaming-Mäusen, Gamepads, Lenkrädern und sonstigen Steuergeräten ist groß - zu groß für den IT-Fachhändler um die Ecke, der eventuell gar nicht genug Platz in seinem Laden hat, all diese Produkte auszustellen. Außerdem glauben viele, mit der Gaming-Hardware lasse sich kein Geld verdienen.

Doch probieren geht über studieren. Alexander Neff, Country Manager bei Logitech, meint zum Beispiel, dass "sich trotz großer Konkurrenz mit den Flächenmärkten zweistellige Margen erzielen lassen". Dazu brauche es eine klare Fokussierung auf bestimmte Produktgruppen. "Wahllos Gaming-Zubehör zu listen, nur um es anbieten zu können, macht im spezifisch ausgerichteten Fachhandel wenig Sinn", sagt Neff.

Neue Zielgruppen

Hinzu kommt, dass die Entwicklung in den letzten Jahren rund um die Eingabegeräte für Spieler rasant vorangeschritten ist. Früher brauchte man zum Spielen nicht mehr als ein Steuerkreuz und ein paar Tasten. Mittlerweile sind aus simplen Steuerknüppeln präzise Eingabegeräte geworden, die in Verbindung mit modernen Spielen interaktive Abenteuer ermöglichen. Der Spielemarkt und die Anzahl der Konsumenten wachsen. Nicht nur Kids schlagen ihre Freizeit damit tot, stundenlang vor dem Monitor zu sitzen und auf Monster zu schießen. Computer- und Konsolenspielen hat sich zu einem professionellen Hobby entwickelt, dem immer mehr Erwachsene verfallen.

Und das hat Auswirkungen. Vor allem PC-Spieler sind für die PC- und Notebook-Branche ein wesentlicher Absatzmarkt. Die stete Entwicklung neuer, immer leistungsstärkerer Hardware hat in erster Linie Spieler zur Zielgruppe. Sie sind es, die schnelle Prozessoren und komplexe Grafikkarten benötigen, um moderne Spiele in einer hohen Auflösung mit vielen Grafikeffekten spielen zu können. Für "normale" Büroanwender würde ein Bruchteil der Leistung von heutigen Spiele-PCs ausreichen, um Office-Anwendungen optimal auszuführen.

Die Chance für Fachhändler

Viele Kunden wollen also mit ihrem PC auch spielen. Und viele brauchen Beratung darüber, gerade weil diese Thematik so komplex geworden ist. Das ist eine Chance für Fachhändler, meint auch Björn Bartsch, Unternehmenssprecher vom Distributor Wave: "Die Zahl der Gelegenheitsspieler wächst in Deutschland von Jahr zu Jahr. Gerade die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen wird künftig von der Softwarebranche stärker angesprochen werden. Fachhändler können diesbezüglich schneller reagieren und sich besser auf die Bedürfnisse der Kunden einstellen als große Retailketten", sagt er.

Ähnlich sieht das auch Neff, der den wachsenden Markt im Gaming-Bereich auch auf eine besondere Zielgruppe zurückführt: "Frauen machen bereits 80 Prozent der Gelegenheits-Gamer aus, vor allem, wenn es um Online-Spiele geht", sagt er. Warum sollte ein Fachhändler also bei einem PC-Verkauf statt einer Standard-Maus nicht eine Gaming-Maus verkaufen?

Aber welche ist die richtige, und worauf kommt es an? Sven Erger, Product Marketing Manager Hardware bei Microsoft, sieht hier Vorteile für den Fachhandel gegenüber dem Retail-Markt: "Nur mit der richtigen Beratung findet der PC-Spieler die für ihn optimale Maus oder das perfekte Gamepad. Diese Beratungsleistung kann der Retail-Markt zumeist gar nicht erbringen."

Das richtige Eingabegerät

Zocker benötigen nicht nur einen schnellen Rechner, sie sind auch auf das passende Eingabegerät angewiesen, um erstens ein perfektes Spielerlebnis zu bekommen und zweitens auch das bestmögliche Spielresultat zu erzielen. Gerade professionelle Gamer nehmen an LAN-Wettbewerben teil, um un- tereinander ihre Spielkünste zu messen. Wer gewinnen möchte, braucht nicht nur Talent und Übung, sondern auch das richtige Equipment.

In den vergangenen Jahren hat sich der Markt rund um Steuergeräte für PC-Spiele enorm weiterentwickelt. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein einfacher Joystick genügte. Heute sind es Mäuse mit Laseroptik, die für eine möglichst hohe Präzision beim Spielen sorgen sollen, Lenkräder mit Force-Feedback-Technologie und Lederbespannung, die echtes Rennwagen-Feeling vermitteln möchten, oder perfekt ergonomisch geformte Gamepads und ausgeklügelte Sondereingabegeräte, die eine immer bessere und realistischere Spielsteuerung ermöglichen sollen.

Mausperfektion

Die immer noch wichtigste Waffe von PC-Spielern, vor allem in Ego-Shootern, ist die Kombination aus Tastatur und Maus. Doch längst nicht jeder Nager eignet sich auch zum Spielen. Generell lässt sich sagen: Kabelmäuse sind besser geeignet als Funkmäuse. Funkmäuse übertragen Bewegungssignale mit einer minimalen Verzögerung an den PC. Diese Trägheit fällt beim Surfen im Internet nicht auf, beim Spielen eines Ego-Shooters kann es jedoch entscheidend über Leben und Tod der Spielfigur sein.

Weitere Kriterien, die die Präzision von Mausbewegungen bedingen, sind die Abtast-Auflösung des optischen Sensors (es gilt: je höher die Auflösung, desto präziser werden Mausbewegungen an den PC übertragen) und vor allem die Mausunterlage. Nicht jedes Mauspad passt zu jeder Maus. Da verwundert es nicht, dass es eine ganze Reihe von Mauspad-Herstellern gibt, die spezielle Unterlagen für Gamer produzieren. Vor allem dünn und extrem gleitfähig sollte das Pad sein, um optimalen Spielkomfort zu erzielen. Die Firma Glidetapes (www.glidetapes.de) bietet sogar kleine Klebeschnipsel an, die unter der Maus befestigt werden, und ein Spezialspray für das Mauspad, um die Gleiteigenschaften zu verbessern. Zudem versuchen die Hersteller, durch besondere Oberflächen die Präzision im Zusammenspiel mit der Maus zu optimieren.

Die speziellen Mauspads unterscheiden sich nicht nur in materiellen Eigenschaften, sondern auch preislich von herkömmlichen Pads. Während Letztere gern als Werbegeschenk ausgegeben werden, kosten Profi-Mauspads um 20 Euro und mehr. Einige Hersteller sind Gamers Wear, Everglide, Func, Razer, Corepad oder Qpad.

Gamepads

Gamepads eignen sich weniger für Ego-Shooter. Sie kommen in Spielen zum Einsatz, in denen die Kamera die Spielfigur(en) von außen zeigt. Diese so genannte 3rd-Person-Perspektive findet sich oftmals in Sportspielen oder Action-Adventures wie zum Beispiel "Tomb Raider: Legend" oder "Prince of Persia: The Two Thrones". Auch in Rennsimulationen werden Gamepads gern eingesetzt. Sie verfügen traditionell über ein digitales Steuerkreuz und seit geraumer Zeit meist über zwei kleine analoge Sticks. Letztere ermöglichen im Gegensatz zur Digitalsteuerung stufenlose Eingabekommandos, die etwa beim Lenken, Bremsen und Gasgeben eines Fahrzeugs für bessere Spielbarkeit und höheren Realismus sorgen. Dies ist mit Standardtastaturen unmöglich, und Mäuse eignen sich dazu nicht.

Manche Gamepad-Modelle bieten sogar analoge Knöpfe, mit denen sich die Bewegungen einer Spielfigur oder das Gaspedal eines Autos stufenlos regeln lassen. PC-Spieler haben die Wahl, ob sie eigens für den PC hergestellte Gamepads benutzen oder via Adapter Originalpads von Spielkonsolen einsetzen. Diese sind meist erste Wahl, da sie ausgereift und qualitativ hochwertig sind.

Lenkräder

Auch wenn mit den analogen Sticks und Tasten von Gamepads eine stufenlose Steuerung von Lenkung und Gas in Rennspielen möglich ist, greifen waschechte PC-Rennfahrer natürlich zu einem Lenkrad samt Fußpedalen. Dieses Eingabegerät ist nur zum Spielen von Autosimulationen geeignet. Gute Modelle sind hochwertig verarbeitet. Sie bieten etwa mit Leder bespannte Lenkräder oder Gas- und Bremspedale mit Metallaufsätzen, wie sie ambitionierte Autofahrer auch aus dem echten Leben kennen. Zudem gibt’s sportliche Schaltwippen und -knüppel.

Aktuelle Modelle beherrschen nahezu immer die so genannte Force-Feedback-Funktion, die den Einfluss äußerer Kräfte auf die Reifen simuliert. Motoren im Lenkrad sorgen dafür, dass der Spieler in Kurven einen Widerstand beim Lenken spürt oder beim Überfahren von Gegenständen ein Ruckeln bemerkt.

Achtung: Das Spiel muss die Force-Feedback-Funktion unterstützen, sonst fährt auch der Besitzer eines solchen Lenkrads ohne rüttelnde Bewegungen seine Runden. Bei aktuellen Spielen ist dies jedoch bereits Standard.

Alternative Eingabegeräte

Neben den bewährten Spielsteuerungen gibt es auch zahlreiche Alternativen, die entweder zusätzlich benutzt werden, um eine noch realistischere oder eine praktischere Spielsteuerung zu ermöglichen, oder herkömmliche Eingabegeräte gänzlich ersetzen. Speziell für Ego-Shooter eignet sich beispielsweise die rund 40 Euro teure "Pro Gamer Command Unit" von Saitek. Mit ihren 21 Tasten stellt sie ein Abbild des linken Drittels einer PC-Tas- tatur dar. Spieler benutzen vornehmlich die Tasten W, A, S und D sowie die an sie angrenzenden Buttons.

Grund genug für Saitek, diese zusätzliche Mini-Tastatur samt Handauflage zu entwickeln. Die Tasten sind programmierbar und beleuchtet. Eine Daumenauflage ist individuell verstellbar und bietet zudem einen analogen Stick. Ein ähnliches Gerät ist das "Cybersnipa" von Flexiglow. Für rund 35 Euro erhält man ganze 36 Tasten.

Wer nicht nur Hände und Füße einsetzen möchte, um PC-Spiele zu steuern, kann mit Hilfe des "Track IR" von 2Connect auch die Bewegungen seines Kopfes nutzen. Das Gerät ermittelt via Infrarotsensoren die Kopfbewegungen des PC-Spielers und überträgt sie auf die Spielfigur. Schaut man beispielsweise nach links, macht dies auch die Spielfigur. Es verschmelzen reale mit virtuellen Bewegungen. Dies funktioniert sogar dreidimensional. Das heißt, der Spieler kann den Kopf hoch und runter, nach vorn und nach hinten sowie nach links und rechts bewegen - die Spielfigur tut es ihm gleich. Der kleine Infrarot-Sensor wird dazu auf dem Monitor befestigt. Der Spieler trägt lediglich eine Baseballkappe, an der er auf einfache Weise drei Reflektoren anklemmt. Auch hier gilt: Das Spiel muss die Technik unterstützen.

Und es geht noch viel bizarrer. Das "Gametrak" von In2Games (www.in2games.uk.com) beispielsweise ermöglicht in kompatiblen Spielen so genanntes "In-Motion-Gaming". Der Spieler trägt Handschuhe, die durch Schnüre mit einer Bodenplatte samt Klickmechanismus verbunden sind. Mit Hand- beziehungsweise Armbewegungen werden nun Spiele gesteuert. So kann man zum Beispiel Golf spielen oder Kampf- und Boxspiele mit eigenen Schlägen steuern.