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25.05.1979

Randerscheinung

In der "offiziösen" User-Group-politik ist "IBM- Hörigkeit" kein Tabu mehr, im Anwender-Alltag schon noch. Denn Mündigkeit setzte Informiertheit der Kunden voraus- und davon kann keine Rede sein.

IBM beteuert zwar, "wirklich Aufwände" zu betreiben, "um sowohl die Vorstände als auch die Sachkompetenz mit Argumenten zu beliefern", so IBM-Produktplaner Dr. Theo Lutz im CW-Round-table-Gespräch (CW- Nr. 19 vom 11. Mai 1979: ,Die heile Welt ist keineswegs vorhanden").

Doch was leistet diese Behauptung zur Erklärung der aktuellen Situation im IBM-Kundenlager, die durch Unsicherheit gekennzeichnet ist? Wie reagieren die Anwender auf eine Informationspolitik des Marktführers, die Lutz als "Belieferung mit Argumenten" bezeichnet?

Erstes Beispiel: IBM kündigt die 4300 mit dem Betriebssystem DOS/VSE an. Eine geheimnislose Sache sollte man meinen.

Doch erst kürzlich stand die DOS/MS - DOS/VSE-Umstellungsproblematik auf einer Regionaltagung der IBM-Benutzervereinigung "Common" zur Diskussion: "Ist das DOS/VSE ein Release 35 oder eine Neuentwicklung auf der Basis des bisherigen DOS/VS?" rätselten die Common-Mitglieder.

Zweites Beispiel: IBM kündigt das System /38 mit "relationaler" Datenbank an, woraus ein "informierter" Betriebsberater sogleich folgert: "Jetzt dürfte klar sein, daß IBM nicht mehr auf den Codasyl-Zug steigt." (CW- Nr. 20 vom 18. Mai 1979: "Die richtige Systemsoftware auf der falschen Maschine?"). Aber ist das klar?

Drittes Beispiel: "Heimlich, still und leise", so ein GUIDE-Sprecher (CW- NR. 20: Gastkommentar), hat IBM das "Überbetriebssystem" VM/370 mit "guten bis sehr guten Eigenschaften ausgestattet". Im gleichen Atemzug bedauert der GUIDE-Mann, daß IBM-Vertriebsbeauftragte VM "eher als Randerscheinung denn als ausgereiftes Software-Produkt anbieten". Da wird impliziert die Vermutung geäußert, IBM würde die VM/370-Benutzer verschaukeln.

Der Marktführer könnte Klarheit schaffen, sieht aber offenbar keine Veranlassung, mehr für die Aufklärung der Anwender zu tun: "Wir betreiben wirklich Aufwände".