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07.03.1986 - 

Neue Produktpalette, aber Schließung von Geschäftsstellen:

Rank Xerox GmbH tritt Flucht nach vorn an

DÜSSELDORF (sch) - Großoffensive der Rank Xerox GmbH in der Bundesrepublik: Im Rahmen ihres neuen "Directions" -Programmes für die integrierte Bürokommunikation soll innerhalb der nächsten zehn Monate ein breites Spektrum an Systemkomponenten auch hierzulande lanciert werden. Um sich nach vorhergehenden Markteinbrüchen wirtschaftlich zu regenerieren, wird die Düsseldorfer Xerox-Statthalterin gleichzeitig die Unternehmensstruktur weiter straffen.

Besonders stark engagieren will sich Rank Xerox auf der Netz- und Schnittstellenebene. Angekündigt wurden zunächst die beiden Mikro-Netzwerke XC-22 und XC-24. Beide LANs arbeiten auf der Basis des MS-DOS-Betriebssystems, wobei das XC-22 die Version 3.1 unterstützt. Das Xerox XC-24 verfügt über eine Übertragungsrate von 10 MB pro Sekunde und läßt den Anschluß von 30 Mikros über ein Bereichskabel vom Typ(...)-580 zu. Auch für die bereits bestehenden beziehungsweise installierten Netze der Serie XC-80, die sich an den Ethernet-Standard XNS anlehnen, kann Rank Xerox mit einigen Neuerungen aufwarten.

So ist es künftig möglich, die auf einer DEC Vax oder einer Mikro VAX implementierten Datenbank-Management-Funktionen von Oracle mit einzubinden. Daneben sollen die Xerox-Netze durch die Bereitstellung weiterer Interfaces offener werden.

Dazu stellte der bislang in der Hauptsache auf dem Gebiet von Kopierern und Hochleistungsdruckern tätige Hersteller zwei neue SNA-Gateways für die Verbindung von Xerox-Systemen mit IBM-Remote-Batch-Services und 3270-Terminals vor; ferner schließt man sich der IBM-Büroarchitektur DISSOS an. Gleichzeitig bekundete das Unternehmen auch seinen Willen, sich auf Netzprotokolle wie Token Ring und MAP sowie das ISO-Modell und das Postnetz ISDN einzuschießen. Auf letzterem Sektor visieren die Düsseldorfer eine Zusammenarbeit mit Siemens an.

PC-Schiene auch berücksichtigt

Auf der reinen Hardwareseite will sich das Unternehmen mit dem Einzelplatz-System Xerox 6085 Assistant, bestehend aus der Xerox 6085 Professional Workstation mit Zusatz-Software und dem Xerox 4045 Laserdrucker, hervortun. Mit diesem System kann Anbieterangaben zufolge der Anwender komplette Dokumentationen erstellen, ohne daß weitere Zusatzgeräte oder Kommunikationsanlagen benötigt werden. Mit der Xerox 6085 können sowohl Texte, Grafiken und MS-DOS-Anwendungen gefahren werden. Die Plattenspeicherkapazität des Geräts liegt bei 80 MB. Im Bedarfsfall kann das System noch mit einem zusätzlichen Prozessor zum Ablauf von IBM-PC-kompatiblen Standardprogrammen ausgestattet werden.

Neben der genannten Anlage wurde die DV-Produktpalette von Rank Xerox um die Familie der 6060-Arbeitsstationen erweitert. Dazu gehören der Mikrocomputer 6065 und das Textverarbeitungssystem 6068. Diese beiden Geräte arbeiten unter dem Betriebssystem MS-DOS und lassen sich über das Netzwerk XC-24 miteinander verbinden.

Die Systeme arbeiten mit einem 16-Bit-Prozessor und verfügen über eine Speicherkapazität von wahlweise 512 K oder 640 K RAM. Darüberhinaus sind sie mit einem Laufwerk für 51/4-Zoll-Disketten und einer 10-MB-Festplatte ausgestattet. Der erwähnte PC ist sowohl mit einem Monochrom- als auch mit einem Farbbildschirm lieferbar.

Zu den weiteren Hardwareinnovationen zählen ferner die beiden Arbeitsstationen Xerox 1185 und 1186 für Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz. Sie eignen sich speziell für die Programmiersprache Lisp. Schließlich und endlich hat Rank Xerox noch einen digitalen Telekopierer der CCITT-Gruppe 3 mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 25 Sekunden pro Seite, das Satz- und Drucksystem XPS 701 und den Laserdrucker Xerox 4050 neu "in Petto". Die XPS-Anlage soll den Hausdruckereien großer Konzerne oder Behörden den Einstieg in das Electronic Publishing ermöglichen.

Parallel zum Start der Directions-Marketingstrategie, die übrigens in Amerika und Europa schon die ersten Früchte getragen hat, wird bei der Rank Xerox GmbH derzeit die Unternehmensstruktur radikal geändert .

Ab April 1986 soll die Zahl der Geschäftsstellen von 31 auf 13 verringert werden. Den Personalabbau haben die Düsseldorfer schon weitgehend hinter sich, der aber - so der offizielle Wortlaut gegenüber der Presse - großzügige Regelungen für diejenigen Mitarbeiter enthält, für die die Umstrukturierung unverhältnismäßige Härten mit sich bringt. Die personellen Veränderungen haben das Unternehmen insgesamt 11 Millionen Mark gekostet.

Doppelter Umsatz mit elektronischen Druckern

Nachdem sich der Gesamtumsatz des Geschäftsjahres 1984/85 gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert hat und der Verlust im gleichen Zeitraum von 50,5 Millionen Mark auf 39,8 Millionen Mark zurückging, sieht sich die Rank Xerox GmbH nun wieder auf dem aufsteigenden Ast. Schon in absehbarer Zeit hofft das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zu kommen. In Teilbereichen zeichnet sich der wirtschaftliche Aufschwung bereits ab. So wurde der Umsatz auf dem Sektor "elektronisches, Drucken" 1984/85 mehr als verdoppelt: Die Zuwachsrate betrug genau 126,6 Prozent; bei den Bürosystemen wurde im Vergleich zum Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 45,9 Prozent erzielt.