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18.01.1991 - 

Scherer geißelt "marktwirtschaftliche Blauäugigkeit" gegenüber Japan

Rank Xerox wird Profite auf den Verlustvortrag ansetzen

DÜSSELDORF (see) - Angesichts der vorläufigen Eckwerte des am 31. Oktober 1990 abgeschlossenen Geschäftsjahres hat die Rank Xerox GmbH, Düsseldorf, gute Aussichten, ihren Verlustvortrag weiter abzubauen. Der Jahresüberschuß wird nach Auskunft des Kopierer- und Drucksysteme-Herstellers voraussichtlich 23 Millionen Mark betragen.

Vor dem Einfließen dieses Betrages in die Bilanz beträgt der Verlustvortrag der Gesellschaft nach Angaben des kaufmännischen Geschäftsführers Carl-Henrich Locnicar zirka 68 Millionen Mark.

Obwohl der Ertrag vom Vorjahr nur knapp zur Hälfte erreicht wurde, bewertet man bei Rank Xerox die Entwicklung positiv; im Profit des Jahres 1989 (47 Millionen Mark) waren nämlich einmalige Erträge von rund 30 Millionen Mark enthalten gewesen. Die darum bereinigte Steigerung des Gewinnes bezifferte Franz Scherer, Vorsitzender der Geschäftsführung, auf etwa 35 Prozent. Wesentlich hätten hierzu die Mietkauf- und Leasing-Verträge mit der nicht in der Konzernbilanz enthaltenen Xerox Leasing GmbH beigetragen.

Beim Umsatz geht Rank Xerox von einer Steigerung um nominell zwei Prozent auf 910 Millionen Mark aus. Bereinige man den Vergleichsumsatz vom Vorjahr allerdings um inzwischen ausgelagerte Aktivitäten, ergebe sich eine Steigerung von nahezu acht Prozent, heißt es. Hierzu hätte die Entwicklung der ostdeutschen Aktivitäten bereits erheblich beigetragen. Im Verlauf des letzten Geschäftsjahres wurde das DTP-Geschäft - Xerox vertrieb den Ventura Publisher - an die kalifornische Xerox-Tochter VSI übertragen.

Mit Bezug auf die zukünftige Entwicklung der europäischen und deutschen Märkte warnte Scherer davor, die "japanischen Markteroberungs-Praktiken mit marktwirtschaftlicher Blauäugigkeit" zu sehen.

Vielmehr empfahl der Rank-Xerox-Chef, die Europäer sollten von den Japanern die gleichen Marktanteile einfordern, welche diese in den hiesigen Märkten hielten.

Gleichzeitig gestand er ein, daß japanische Unternehmen bei strategisch wichtigen Kriterien, etwa der Entwicklungs- und Vermarktungszeit ("Time-to-market") neuer Produkte, erheblich besser abschnitten als vergleichbare europäische Anbieter.

Vor Journalisten in Düsseldorf kündigten Rank Xerox' Projektleiter System Reprographie, Joachim Kuhlmann und Marketing-Geschäftsführer Gerhard Moll die Freigabe eines neuen integrierten Drucksystems mit der Bezeichnung "Docutech Publisher" für die diesjährige CeBIT sowie eine dreijährige Garantie auf alle seit Jahresanfang gekauften Xerox-Geräte, nicht aber für Anwendungssoftware, ab dem 21. Januar 1991 an.