Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.02.1978 - 

Anwenderbericht Holsten Brauerei Hamburg:

"Rapide" bringt ClCS Dialoganwendung auf Trab

HAMBURG - "Weil wir unsere Dialog-Anwendungsprogramme umfangreicher unterstützen wollten und mußten, als CICS dazu in der Lage war", so begründet Günter Müller, Programmierungsleiter der Hamburger Holsten Brauerei, "schrieben wir im Rahmen unseres seit 1973 mit BMFT-Mitteln entwickelten Dialogvertriebssystems eine Reihe von CICS-Systemerweiterungen - die mit zusätzlichen Tuningmaßnahmen eine Gesamt-Performance Verbesserung von 30 Prozent brachten", vor allem aber, so betont der Brau-Programmer, "uns das Leben mit unserem Dialogsystem erleichtern". Die an den Entwicklungsarbeiten beteiligte EDV-Beratungsgesellschaft C.A.C.I. hat jetzt die Vertriebsrechte für die ClCS-Erweiterungen erwerben und bietet sie anderen DOS/CICS-Anwendern unter dem Namen "Rapide" an.

Bei den Hamburger Bierbrauereien ist eine IBM 370/158 installiert, die unter dem Betriebssystem DOS/VS läuft. "Eigentlich wollten wir schon einmal auf OS umstellen, als uns das DOS zu eng wurde", erläutert Müller dazu, "aber weil IBM mit dem DOS Release-32 Erweiterungen des virtuellen Teils innerhalb der Partition ankündigte und weil wir erst mal die Anwendungsentwicklung abschließen wollten, haben wir zunächst auf die OS-Umstellung verzichtet". Für Dialog-Anwendungen setzen die Holsten-DV'ler den IBM-TP-Monitor CICS ein, 1973 wurde mit der Entwicklung eines Dialogvertriebssystems begonnen, das - so Müller - "von der Auftragsabwicklung bis in die Buchhaltung reicht". Bei der Entwicklung dieses mit BMFT-Förderungsgeldern unterstützten Projektes wurde festgestellt, daß die Systemunterstützungen von CICS, wie beispielsweise beim Satzschutzverfahren, den Holsten-Brauerei-Ansprüchen nicht genügten: "Wir wollten und mußten unsere Dialog-Anwendungsprogramme umfangreicher unterstützen, als CICS dazu in der Lage war", betont Müller. So wurde in Zusammenarbeit mit der Hamburger EDV-Beratung C.A.C.I. als CICS-Systemerweiterungen eine Reihe von Routinen entwickelt, "die das Leben mit so einem Dialogsystem erheblich verbessern" (Müller). C.A.C.I.-Systemspezialist Raimo Rikkilä, der maßgeblich an der Entwicklung der CICS-Verbesserungen beteiligt war, nennt einige konkrete Ansatzpunkte: "Durch das sogenannte Direktsprungverfahren bei Programmabruf wird CICS- Systemoverhead durch Senken der Paging-Rate umgangen; Dialogprogrammierung mit VSAM im Zusammenhang mit "Librarian/Online" läuft im CICS-Produktionssystem. Auf der Sicherungsseite kann nach System-Absturz im Hotstart-Verfahren so wieder aufgesetzt werden, daß der Bediener das letzte richtig verarbeitete Bild am Bildschirm wiederbekommt. Durch Erweiterung der Systemfunktionen für Masterterminalzwecke, kann sich der Masterterminaloperator auf Informationsbildschirmen sehr detailliert über den Systemzustand informieren". "Da sind einige Dinge wie die Hot-Restartmöglichkeiten dabei, die CICS heute noch nicht kann", bestätigt Müller die Angaben des finnischen C.A.C.I.-Spezialisten, räumt allerdings ein, daß andere Holsten-Systemzusätze zwar von CICS auch geboten werden, aber nicht so gut gelöst seien wie im eigenen Paket.

Besonders interessant auch für andere DOS/CICS-Anwender hält der Holsten-Mann noch sein TP-Spooling-System: "Wir bieten sämtliche POWER-Funktionen wie das Kopieren von Ausgabelisten, das Umswitchen auf andere Drucker oder das Festhalten nach dem Drucken bis man die Listen geprüft hat, jetzt auch für CICS. Außerdem haben wir noch eine sogenannte Softcopy-Möglichkeit, mit der Output über Programmfunktionstasten am Bildschirm auf verschiedene Drucker zugeordnet werden kann."

"Besonders bei Spitzenbelastungszeiten unserer Dialoganwendung mit 50 angeschlossenen Terminals machen sich die Vorteile unserer CICS-Systemerweiterungen positiv bemerkbar", freut sich der Programmierleiter. So werden die Erwartungen und Ansprüche jetzt mit durchschnittlichen Antwortzeiten von zwei Sekunden erfüllt. Darüber hinaus wurde bei der Holsten Brauerei noch ein umfangreiches Tuningprogramm durchgeführt: "Wir haben beispielsweise umständliche Codierungen aus Cobol-Programmen herausgenommen, Dateien besser geblockt und die Plattenplatzverteilung günstiger gestaltet", zählt Müller Tuning-Ansätze auf. Zusammen mit den CICS-Systemzusätzen ergab sich dadurch eine stolze Performance-Verbesserung von 30 Prozent. "Obwohl wir bei der Entwicklung besonders die Belange unserer CICS/VSAM-Verbindung berücksichtigt haben, sind wir der Meinung, daß sich die CICS-Systemerweiterungen auch für andere CICS/DOS-Anwender eignen." Deshalb wurde mit der C.A.C.I. ein Kooperationsvertrag geschlossen, in dem sie die Vertriebsrechte für Deutschland, England und Amerika bekam. Das Systemsoftwarepaket wird unter dem Namen "Rapide" jetzt von der Hamburger EDV-Beratung in Einzelmodulen oder als vollständiges System anderen CICS/DOS-Anwendern angeboten. Das Gesamtpaket kann zum Preis von 80 000 Mark erworben werden; auf Mietbasis beträgt die monatliche Lizenzgebühr 2500 Mark.