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17.07.1981 - 

Zunehmender Einfluß der Applikationen auf die weitere Entwicklung der MDE-Geräte:

Rasante Entwicklung auf dem Markt der mobilen Terminals

Im Jahre 1967 begann die Marketing System, Inc. (MSI), Costa Mesa/Kalifornien (heute MSI Data Corporation), als erster Anbieter mit dem Bau mobiler Datenerfassungsgeräte. Mobil sein bedeutete damals, die Kombination einer elektromechanischen Addiermaschine mit Magnetband-Kassettengerät und einer Autobatterie zur Stromversorgung auf einem Einkaufswagen-ähnlichen Gefährt zu bewegen - alles in allem über 60 Kilogramm schwer.

Mit diesen Geräten ("MSI 100") begründete das Unternehmen einen völlig neuen Markt für Datenverarbeitungsgeräte. 1977 markierte MSI mit der Freigabe der ersten Geräte in der CMOS-Technologie ("MSI/77") wiederum einen Markstein in der MDE-Geschichte. Dadurch wurden die Terminals zu echten Handgeräten. Parallel dazu bot MSI auch Empfangsgeräte an, so daß der Benutzer die vollständige Problemlösung aus einer Hand bekam.

1978 stand im Zeichen der Lesestift-Einführung für alle nur denkbaren Strichcodes.

Auf der Basis von Mikroprozessoren wurden 1979 die ersten festprogrammierten Terminals der Serie "MSI/88 " eingeführt. Diese Serie wurde 1980 bei Wahrung der Kompatibilität um Modelle mit freier Programmierbarkeit für den Kunden erweitert. Für einfachere Applikationen kam das "MSI/66" hinzu.

Marktführer Position

Der aufsteckbare "ECOM" -Zusatz für Zwei-Weg-Kommunikation macht jedes MSI-Terminal binnen Sekunden zum DFÜ-Gerät. Trotz der Leistungssteigerungen haben die Terminals heute Handgröße und ein Gewicht von rund 600 Gramm. Durch handelsübliche Batterien mit Strom versorgt, können sie drei bis fünf Monate netzunabhängig arbeiten.

Immer wenn sich ein neuer Markt entwickelt, treten Mitbewerber auf. Seit dem Beginn, der siebziger Jahre versuchen auch andere Unternehmen, am Erfolg der Mobilen Datenerfassung (MDE) zu partizipieren. MSI Data hat heute einer Anteil am Weltmarkt von 61 Prozent. Der zweitgrößte Anbieter folgt mit 18 Prozent, zwei weitere mit jeweils acht Prozent (Quelle. Studie der Creative Strategies International [CSI]).

In den USA entwickelte sich von Anfang an der klassische Markt der Food- und Non-Food-Einzelhändler sowie der Getränkegroßhändler, die MDE-Geräte vor allen für die Erfassung ihrer Bestände einsetzten. Mit der Einführung der Mikrocomputer-Technologie und der Lesestifte kamen weitere Anwendungen hinzu, wie etwa die Auftragseingabe. Seit 1980 sind alle Anbieter dabei, neue Anwenderschichten und neue Aufgaben für die MDE zu erschließen.

Alle Bereiche des Groß- und Einzelhandels, aber auch der Medizin und Energieversorgung sowie zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche dürften MDE-Geräte sinnvoll nutzen können. Denkbare Aufgabengebiete sind zum

Beispiel Außendienstanwendungen, Ersatzteildisposition, Zeit-, und Anwesenheitskontrolle, Aufnahme von Produktionsdaten, Unterstützung von Revisionsvorgängen oder die Erfassung von Zählerdaten.

Aufbau und Ausstattung der mobilen Terminals waren bislang stark von den technologischen Möglichkeiten geprägt. Dabei standen die Entwicklungsziele handliche Größe, geringes Gewicht und einfache Bedienung im Vordergrund. In zunehmendem Maße ist jedoch der Einfluß der Applikationen auf die weitere Entwicklung festzustellen.

Wachsende Speichergrößen (bis 64 KB), Mehrfach-Anwendung, Benutzerprogrammierung, automatische Lesestifte (beispielsweise für EAN-Code), Nutzbarkeit für unterschiedliche Aufgaben und die Zwei-Weg-Kommunikation sind - zum großen Teil - bereits realisierte Forderungen an die mobilen Terminals von heute und morgen. Dabei haben sich zwei Grundtypen herauskristallisiert: Die Handgeräte und die Koffergeräte.

Das amerikanische Beratungsunternehmen CSI kommt in seiner Marktstudie zu dem Schluß, daß sich das Marktvolumen bei konservativer Einschätzung von rund 250 Millionen Dollar im Jahre 1980 auf knapp eine Milliarde Dollar in 1985 und 1,4 Milliarden Dollar in 1990 erweitern wird. Eine zweite, optimistische Prognose zeigt sogar ein Volumen von 2,5 Milliarden Dollar für 1990 an.

Während die nichtprogrammierbaren Handgeräte 1980 einen Anteil von 75 Prozent an den gesamten Lieferungen hatten, werden sie 1985 nur noch mit 30 Prozent beteiligt sein. Demgemäß steigt der Anteil der programmierbaren Einheiten von jetzt 25 Prozent auf 70 Prozent in 1985 (= 317 000 Geräte).

Schwerpunkt-Verlagerung

Auch bei den Kofferterminals werden sich, so die CSI-Studie, bis 1985 die Schwerpunkte von den nichtintelligenten Geräten wegverlagern. 1980 waren 85 Prozent der Kofferterminals nichtintelligent, 14 Prozent intelligent und ein Prozent Mikroprozessor-gesteuert. Von den für 1985 prognostizierten 185 000 Liefereinheiten werden 35 Prozent nichtintelligent, 30 Prozent intelligent und 35 Prozent Mikroprozessor-gesteuert sein.

Die durchschnittlichen wertmäßigen Wachstumsraten pro Jahr werden von CSI für den Zeitraum bis 1985 mit 37 Prozent für Handgeräte und 27 Prozent für Kofferterminals angegeben. Aufgrund der bisher geringeren Verbreitung mobiler Terminals liegen die Raten außerhalb der USA wesentlich höher, nämlich bei 54 Prozent für Handgeräte und 36 Prozent für Koffergeräte.

Fachleute schätzen, daß von den 1985 außerhalb der USA gelieferten

189 000 mobilen Terminals rund 120 000 auf Europa entfallen und davon wiederum rund 50 000 auf Deutschland.

In Deutschland erzielte die MSI Data GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr mit über 3400 installierten Einheiten ihren Durchbruch. Neben den Büros in Köln und Frankfurt wird demnächt eine Geschäftsstelle in Wien eröffnet.

Unlängst legte die Muttergesellschaft die Ergebnisse des am 31. 3. 81 abgelaufenen Geschäftsjahres 1980/ 81 vor. Der Gesamtumsatz stieg Weltweit um 22,4 Prozent auf 127,9 Millionen Mark. Der Gewinn stieg um 31,2 Prozent auf 7,99 Millionen Mark. Der Gewinn pro Anteil des an der New York Stock Exchange notierten Unternehmens stieg von 2,67 DM auf 3,43 DM.

MSI geht mit einem Auftragsbestand von 38,2 Millionen Mark in das neue Geschäftsjahr. Per 1. 4. 81 waren 175 000 aktive MSI-Einheiten installiert. Weltweit werden 880 Mitarbeiter beschäftigt. 1980 wurde die Produktion auf eine Kapazität von bis zu 7 500 Datenerfassungsgeräten pro Monat erweitert.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 10,8 Millionen Mark. Besonders forciert werden die zukunftsträchtigen Bereiche wie freiprogrammierbare Geräte mit Zwei-Weg-Kommunikation. Neben dem traditionellen Markt der Datenerfassung im Handel werden neue Anwendungsbereiche im technischen Kundendienst, in der Produktion, der Medizin und im Energiebereich erschlossen.

*Karl Lewers ist Geschäftsführer der MSI Data GmbH, Horbeller Straße 10-14, 5000 Köln 40,

Telefon:0 22 34/5 40 60.