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19.07.2002 - 

Open-Source-Trends/Kommentar

Rasanter Umbruch

Ludger Schmitz Redakteur CW

Die Entwicklungen um das Betriebssystem Linux vollziehen sich mit einer Geschwindigkeit, die für Überraschungen gut ist. Wer hätte vor einem Jahr erwartet, dass ausgerechnet die von zahllosen bürokratischen Regeln gebremsten IT-Abteilungen der öffentlichen Verwaltung Vorreiter in Sachen Open Source werden würden? Sie treibt allerdings nicht eine plötzliche Lust auf Veränderungen. Microsoft hat sie in einer für Monopolisten typischen Arroganz und Selbstüberschätzung zur Suche nach Alternativen gezwungen.

Die öffentliche Verwaltung ist zusammengenommen nach Investitionsvolumen und Zahl der Installationen der größte IT-Anwender Deutschlands. Ihr Marktverhalten ist Regeln unterworfen, die lawinenartig wirken. Wenn sie vorschreiben würden, dass künftig nur noch offene Formate in Anwendungssoftware erlaubt sind, hätte das einen Effekt, von dem die kühnsten Open-Source-Optimisten kaum zu träumen wagen: Microsofts Office-Paket wäre wegen seiner proprietären Makros in der öffentlichen Verwaltung nicht mehr tragbar, die private Wirtchaft müsste den DV-Vorgaben ihres größten Auftraggebers folgen.

Solcherlei Entwicklungen sind nicht mehr undenkbar. Nichts ist unmöglich - und das wird des Öfteren auch für Verwirrung und Fehleinschätzungen sorgen. Die Anwender sollten sich nicht irritieren lassen. Während sich Open Source rasant ausbreitet, vollzieht sich im Hintergrund eine ruhige Entwicklung. United Linux bringt eine Konsolidierung der Distributionen und treibt die Standardisierung des Betriebssystems voran. Die Release-Intervalle werden länger. Hinter der Entwicklung von Linux und Betriebssystem-naher Software stehen heute nicht mehr fragile Gruppen enthusiastischer Freizeitprogrammierer, sondern Tausende Angestellte von DV-Anbietern, die dazu beauftragt sind. All das kann den Anwendern nur recht sein - und wird die Verbreitung von Open Source noch beschleunigen.