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15.12.2005

Ratgeber: Lotus Notes und R/3 koppeln

Gabor Pribil 
Unternehmen verwenden sowohl SAP R/3 als auch Lotus Notes/Domino und wünschen sich eine Integration beider Systeme. Die zwei Welten lassen sich auf Daten-, Workflow- und E-Mail-Ebene verbinden.

Grundsätzlich müssen Anwender bei der SAP/Notes-Kopplung beachten, von wo Prozesse angestoßen werden und in welche Richtung die Daten fließen sollen. Ebenso gilt es zu analysieren, ob eine Daten-, Workflow- oder Mail-Integration erfolgen soll. Eine Datenintegration liegt vor, wenn zum Bei-spiel Bestellanforderungen oder Rechnungen aus Notes/Domino im SAP-System gebucht, Reports abgefragt oder Personaldaten synchronisiert werden.

Hier lesen Sie …

• welche Integrationsarten es für SAP R/3 und Lotus Notes/Domino gibt;

• welche Werkzeuge hierzu zur Verfügung stehen.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

*80881: Lotus Notes 7;

*77768: Notes und Workplace verschmelzen;

*66625: SAP öffnet sich .NET und Websphere.

Eine Workflow-Integration eignet sich für Benachrichtigung und Genehmigungen von "Workitems" des "SAP Business Workflow". Hier arbeitet der Benutzer in seiner gewohnten Notes/Domino-Umgebung, um an SAP-Workflows teilzunehmen. Dabei werden Daten und Bilder an den Notes-Client übertragen. Typische Genehmigungen wären ein Urlaubsantrag oder eine Rechnungsprüfung mit der Möglichkeit, einen archivierten Beleg anzuzeigen. Zudem lassen sich SAP-Workflows über eine Notes/ Domino-Anwendung anstoßen.

Die Mail-Integration überträgt Nachrichten aus SAP R/3 in die Notes-Umgebung und umgekehrt. Auf diese Weise erhalten Administratoren zum Beispiel in SAP-Anwendungen erstellte E-Mails.

Integrationspunkte

Das "SAP Portal Development Kit" soll die Integration mit IBMs Infrastrukturplattform Websphere erleichtern. Es lassen sich zum Beispiel Notes/Domino- und Websphere-Daten in Form von iViews (Integrated Views) in das SAP-Portal einbetten. Diese iViews sind logische Portal-Bausteine, die eine Anwendung oder Teile daraus visuell repräsentieren, und werden mit dem "Visual Composer" und mit Hilfe der "iView Server Services" implementiert.

Das "Netweaver Portal" (vormals "Enterprise Portal") bietet in der Collaboration-Komponente einige Dienste ("Groupware Services"), darunter einen Raumbuchungskalender, E-Mail-Zugriff und Terminplanung. Die "Groupware Integration" des Portals und dessen "Runtime Connectivity Framework" geben darüber hinaus die Möglichkeit, Daten mit Backend-Systemen auszutauschen. Über Konnektoren können SAP-Kunden den nativen Web-Client "iNotes for Lotus Domino" einbinden und via Portal auf die darin gespeicherten E-Mails sowie Kalender- und Aufgabendokumente zugreifen.

MQ Series und SAP XI

Kunden, die sowohl SAPs Integration Broker "Exchange Infrastructure" (XI) als auch "MQ Series" von IBM einsetzen, sind in der Lage, ihre SAP-Lösung und Notes/Domino über den Java Message Service (JMS) zu koppeln. Hierzu verwenden sie auf Seiten von XI den JMS-Adapter sowie den Domino-Adapter für MQ Series.

IDocs können ebenfalls als Integrationspunkt zu Notes verwendet werden. Der SAP Business Connector ermöglicht Zugriff über XML-Datenformate (Extensible Markup Language), ist aber kein eigenständiger Kopplungsmechanismus. Er nutzt die bereits vorhandenen Schnittstellen RFC, BAPI und IDoc und übersetzt die Aufrufe von und nach XML. SAP hat den Business Connector abgekündigt und durch Funktionen des XI ersetzt. Auch hier finden IDocs Verwendung.

Werkzeuge zur Anbindung

Die ersten Produkte zur SAP-Integration für Lotus Notes/ Domino erlaubten lediglich eine Datenintegration. Als Lotus die Kundennachfrage nach Tools dieser Art entdeckte, ließ sich der Hersteller durch die Firma Chorus das "Lotusscript Extension für R/3" (LSX), auch "SAP LSX" genannt, entwickeln.

Der 1999 von IBM/Lotus eingeführte "Lotus Domino Connector für SAP R/3" (kurz: "SAP Connector") löste den LSX ab. Nutzer des SAP LSX erhalten jedoch weiterhin Support.

Domino Connector für R/3

Der SAP Connector bindet verschiedene Backends ein. Tools wie der für die Datenintegration gedachte "Lotus Enterprise Integrator" (LEI) und "Domino Enterprise Connection Services" (DECS) für Echtzeitzugriffe nutzen diesen Connector. Beide Systeme muss der Anwender lediglich konfigurieren; eine Programmierung ist nicht erforderlich. Kundenspezifische Lösungen können mit Hilfe des "Lotus Connector LSX" (LC LSX) implementiert werden, der wiederum den SAP Connector referenziert.

Heute wird der SAP Connector im Bundle mit dem Domino MTA für SAP R/3 und der Lotus Workflow Integration für SAP R/3 angeboten. Für die andere Richtung, also den Zugriff aus SAP heraus auf Notes/Domino-Datenbanken, kann der JDBC-Treiber von Lotus Domino verwendet werden.

Java-Schnittstellen

Notes/Domino und R/3 lassen sich auch über SAPs Java Connector (Jco) integrieren. Letzterer gestattet es, SAP-Funktionsbausteine und BAPIs via Java aufzurufen. Mittlerweile lässt sich eine SAP-Integration aus Notes/Domino nicht nur mit Hilfe von Java-Agenten realisieren; auch existiert nun seit der Domino-Version 6.x mit "LS2J" die Möglichkeit, direkt aus Lotusscript - via Java Connector - auf Java-Klassen und damit auf SAP R/3 zuzugreifen. Wie die Praxis zeigt, ist die Performance akzeptabel.

Anwender, die für die Java-Kopplung das "Common RFC Interface for Java" (CRI4J oder auch JRFC) nutzen, können auf den Java Connector migrieren.

Die J2EE-Implementierung von SAP im Web Application Server (WAS) 6.30 und 6.40 bietet den "SAP Java Resource Adapter" (JRA) für den Java Connector an. Der Resource-Adapter folgt der Spezifikation J2EE Connector Architecture 1.0. Mittelfristig wird das heutige Klassenmodell des Java Connector zugunsten des standardisierten Java Resource Adapter auslaufen. Möglicherweise wird es auch hier Migrations-Tools geben.

Den SAP-Zugriff via Java realisiert IBM mit "Access Builder for SAP R/3". Sie enthält einen Satz Java-Klassen für den Aufruf von BAPIs.

Vorgangsbearbeitung

Eine Workflow-Integration gibt vor allem dort Sinn, wo sich Arbeitsabläufe häufig wiederholen oder wo der Geschäftsprozess einer definierten Reihe von Bearbeitern zugestellt werden muss. Für die Workflow-Kopplung mit der Lotus-Welt existierte bisher das SAP-Produkt "SAP Business Workflow Integration für Notes/Domino", das aber durch das Wartungsende der Sapforms-Schnittstelle im Oktober 2005 nicht mehr verwendet werden kann. Einige Drittanbieter verfügen über Lösungen, die durch Standard-Schnittstellen wie "SAP Workflow API", "SOAP-RFC-Adapter" und Web-Services auch zukunftssicher bleiben.

Für einen direkten Zugriff von Notes/Domino in SAP R/3 sind "Sapgui"-Komponenten auf dem Rechner des Anwenders erforderlich. Dieses ist zum Beispiel der Fall, wenn der Nutzer sowohl Genehmigungen beispielsweise für Reisekosten erteilen als auch Daten korrigieren will. Firmen sollten den Prozess nicht im Lotus Notes/Domino-System nachimplementieren, sondern einen Direktzugriff auf die Transaktion in SAP verwendet. Dies setzt eine Online-Anbindung an das SAP-System voraus.

Online oder E-Mail

Im Gegensatz dazu stellt bei einer E-Mail-Integration nur der Domino-Server eine Verbindung zum SAP-System her. Die Benutzer kommunizieren lediglich via E-Mail mit R/3. Durch diese Variante der Workflow-Integration können auch solche Notes/Domino-Benutzer eingebunden werden, die nicht gleichzeitig beim SAP-System registriert sind. Die E-Mail-Adressen aller Benutzer werden in der SAP-Organisationshierarchie verfügbar gemacht. Dies geschieht durch einen Import aus dem Domino-Adressbuch oder über eine LDAP-Anbindung an das Domino-Adressbuch. (fn)