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Rationalisierungspotential im Rechenzentrumsbetrieb Routineablaeufe werden von der Datenzentrale auf PCs verlagert

01.04.1994

In Rechenzentren besteht Bedarf fuer eine Optimierung der Systemverfuegbarkeit und der Reaktionszeiten sowie fuer einen zeitweisen Betrieb ohne Operatoren. Hans-Juergen Soll* gibt einen Ueberblick ueber die groesstenteils schon vorhandenen Moeglichkeiten, mit Hilfe eines individuell angepassten Automatisierungskonzeptes einen wirtschaftlichen Nutzen zu erzielen.

Bis vor wenigen Jahren nahmen Rechenzentren innerhalb der Betriebe wirtschaftlich wie organisatorisch eine Sonderstellung ein. Heute sehen sich auch die RZs wachsendem Leistungsdruck, Kostenbewusstsein und Wettbewerb ausgesetzt. Folglich muessen die Betriebsablaeufe wirtschaftlicher und effizienter gestaltet werden - trotz steigender Nutzeransprueche und Komplexitaet der Aufgaben.

Eine Moeglichkeit, diese Situation zu meistern, bietet eine RZ- Automatisierung, die Routineablaeufe von der Zentrale auf PCs oder Workstations verlagert. Auf diese Weise steht dem Anwender ein grosses Rationalisierungspotential zur Verfuegung.

Die DV-Hersteller haben sich dieses Trends seit geraumer Zeit angenommen und bieten heute fuer eine Reihe von Teilaufgaben anpassungsfaehige Standardloesungen an. Das Anwenderunternehmen kann also auf kostenintensive Eigenentwicklungen verzichten. Dies gilt nicht allein fuer kleine und mittlere Rechenzentren. Vielmehr profitieren insbesondere grosse Unternehmen von der Automatisierung.

Der Einsatz leistungsfaehiger PCs oder Workstations entlastet die Systembediener von Routinearbeiten und schafft Freiraum fuer die Bearbeitung komplexer Aufgabenstellungen wie etwa der Behebung von Stoerfaellen. Individuell programmierbare Filterkomponenten bewerten die eingehenden Informationen und leiten nur noch diejenigen an das System weiter, die von der Routine abweichen. So laesst sich beispielsweise das taegliche Hochfahren oder Beenden des DV-Systems automatisieren.

Mit integrierten Auskunftsfunktionen

Ein weiterer Schwerpunkt der Automatisierung liegt in der Steuerung und Ueberwachung der RZ-Produktion. Heute schon stehen Softwareprodukte zur Verfuegung, die einzelne Jobs nach einem Terminplan starten und ueberwachen koennen. Eventuelle Abhaengigkeiten von anderen Jobs werden dabei ebenso beruecksichtigt wie die Verfuegbarkeit der Betriebsmittel. Integrierte Auskunftsfunktionen erlauben jederzeit jederzeit einen Einblick in den aktuellen Stand der Produktion.

Die zunehmende Dezentralisierung der Rechnerleistung zwingt zur zentralen Bearbeitung von Bedienungsvorgaengen. Dieser Ansatz eroeffnet die Moeglichkeit, ganze DV-Landschaften mittels passender Softwareprodukte von wenigen zentralen Stellen aus zu steuern. Die Aufteilung erfolgt dabei in der Form, dass gleichartige Aufgaben, die auf verschiedenen Rechnern ausgefuehrt werden, jeweils einem einzigen Bedienplatz zugeordnet werden. Groessere Rechenzentren haben daher immer haeufiger Magnetband-, DFUE- und Systemkonsolen im Einsatz.

Empfehlenswert ist auch die Verwendung eines zentralen DV- gestuetzten Fehlermeldesystems. Stoermeldungen laufen dann an eigens dafuer ausgestatteten Plaetzen ein, wo sie sich zunaechst hinsichtlich ihrer Prioritaet bewerten lassen. Nach der Behebung wird der Stoerfall umgehend quittiert und dokumentiert. Bei groesseren Stoerungen empfiehlt sich der Anschluss eines Anrufbeantworters, der grundsaetzliche Informationen wie die Dauer des Ausfalls mitteilen kann.

Speziell fuer Grossrechenzentren ist der Einsatz von Robotern zum Montieren von Magnetbaendern, Magnetbandkassetten oder optischen Wechselplatten empfehlenswert. Fordert beispielsweise der Rechner ein Magnetband an, so laesst es sich automatisch aus dem Lager holen und montieren. Abschliessend wird der Vorgang beim Rechner quittiert. Fuer kleinere Rechenzentren ist es wirtschaftlicher, Kassettenlaufwerke mit einer groesseren Zahl von Magnetbaendern einzusetzen, die ebenfalls sequentiell abgearbeitet werden koennen.

In vielen RZs wird die Betriebszeit durch operatorlose Schichten verlaengert. Waehrend dieser Zeit reagiert allein die Automatisierungssoftware auf die vom Operator zu beantwortenden Konsolmeldungen. Das fuehrt haeufig zu einer Funktionsbeeintraechtigung, wenn beispielsweise Magnetbandanforderungen abgewiesen werden. Dieses Problem laesst sich aber mit Hilfe eines Robotersystems umgehen.

Verbesserung der Systemverfuegbarkeit

Auch waehrend der operatorlosen Phasen muessen Fehlermeldungen schnell beantwortet und zuegig bearbeitet werden. Fuer zahlreiche Rechner gibt es deshalb Dienstprogramme, die eine schwerwiegende Fehlersituation erkennen und versuchen, einen definierten Ansprechpartner zu erreichen. Ein mit Hilfe eines Sprachmoduls generierter Text teilt ihm Art und Umfang der Stoerung mit. Anschliessend kann er den Fehler von zu Hause mittels PC (- Emulation), Modem und Telefonleitung beheben oder umgehen. Durch geschickte Automatisierung, insbesondere Datensicherung in der Nacht, laesst sich mit nur einer besetzten Schicht ein 24-Stunden- Betrieb fahren.

Die Verfuegbarkeit des Systems laesst sich mittels Automatisierung auf zweierlei Arten erhoehen: durch Reduktion von Ausfaellen und durch das schnelle Reagieren auf Stoerungen. Zum Beispiel startet der Rechner ein abgestuerztes Programm automatisch ein zweites Mal oder sendet beim Absturz wichtiger Anwendungen sofort ein akustisches Signal.

Automatische Lastanalyse

In einem naechsten Schritt koennte ein Produktionsrechner von einem Reserverechner aus ueberwacht werden. Beim Ausfall des Produktionsrechners liesse sich dann die Anwendung von dem Ersatzgeraet aus automatisch neu starten. Eine staendige automatische Lastanalyse koennte bei Engpaessen ein Alarmsignal ausloesen. In der Folge werden nicht termingebundene Jobs verschoben, wodurch sofort eine Entlastung eintritt.

Auch ist es moeglich, bestimmte Ressourcen (Bandgeraete oder Drucker) lastabhaengig zwischen Rechnern hin- und herzubewegen. Es gibt bereits Software , die bei Engpaessen der Plattenkapazitaet Dateien automatisch auf Speichermedien wie MB-Cassetten auslagert.

Eine begleitende Dokumentation der aktuellen Auslastungswerte erlaubt Trendanalysen fuer Planungen. Zusaetzlich bietet sie oft den Anschluss an ein automatisches Abrechnungsverfahren.

Automatisierung bietet den Vorteil, dass auf Stoerungen und Fehlersituationen ausnahmslos sofort reagiert wird. Die stereotypen und vordefinierten Arbeitsablaeufe vermeiden Fehlbedienungen. So ist es moeglich, mit Hilfe einer stets konsistenten Software die Softwareverteilung im Netz - einschliesslich der Softwarepflege - zentral zu steuern. Eine ebenfalls ueberwiegend automatische Datensicherung schuetzt vor Versaeumnissen, die sich besonders bei dezentralen Rechnern und Netzwerken verheerend auswirken koennten.

Schliesslich gibt es auch Hardwarekomponenten, die als Automaten ausgelegt sind. Hierzu zaehlen die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), die Raid-Plattensysteme (Redundant Array of Independent Disks) oder die Spiegelplatten.

Zur Automatisierung von Rechenzentren gehoert auch eine DV- gestuetzte Administration, die die Magnetbaender oder andere Datentraeger umfasst. Softwareprodukte verwalten nicht nur einzelne Dateien auf Datentraegern sowie Archive und andere Lagerorte, sondern steuern auch das Verleihverfahren und die Bereitstellung von Leerbaendern.

Empfehlenswert ist sogar die komplette Verwaltung der RZ- Organisation durch ein DV-gestuetztes Verfahren. Dazu gehoert die Fuehrung von Bestandslisten der genutzten Hardware und Softwareversionen sowie Netzkonfigurationen, aber auch die Einhaltung der vertraglichen Wartungsverpflichtungen.