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16.01.1987 - 

US-Administration fürchtet Sowjets, Hacker, Kriminelle und Terroristen:

Reagan beschränkt Zugriff auf Datenbanken

MÜNCHEN (ih) - Nicht-Amerikaner sollen künftig nicht mehr auf die Daten der Datenbank NTIS des US-Handelsministeriums zugreifen können. "For U.S. only" heißt die neue Devise der Reagan-Administration. Bundesdeutsche DV-Praktiker halten das Verbot jedoch für eine Farce. Frotzelt Rudolf Huber von der Bertelsmann-Gruppe: "Fachzeitungen liefern die gewünschten Informationen genauso gut - nur dauert es länger."

So genau die USA seit Jahren darauf achten, daß sensible technische Güter und Dienstleistungen nicht in Ostblockstaaten gelangen, so wenig haben sie sich lange Zeit um den Export von Informationen gekümmert. Jetzt aber beauftragte die Reagan-Administration alle Regierungsstellen die in staatlichen Datenbanken befindlichen Informationen neu zu klassifizieren und den Zugang zu ihnen erheblich zu erschweren. Im November 1986 gab der damalige, inzwischen über die "Iran-Affäre" gestolperte Sicherheitsberater John M. Poindexter eine Aufstellung von Daten heraus, die zukünftig nicht mehr veröffentlicht werden dürfen. Zusätzlich zu den als nicht geheim geltenden Informationen über die amerikanische Verteidigungs- und Außenpolitik enthält die "schwarze Liste" auch Beschränkungen für wirtschaftliche, persönliche, finanzielle und industrielle Daten.

User unter Beobachtung

Darüber hinaus will die US-Regierung den Zugriff auf Datenbanken des Privatsektors begrenzen. Mitarbeiter des Pentagon sollen nach einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai" bereits an Unternehmen mit der Forderung herangetreten sein, die bei ihnen gespeicherten Informationen auf sensible High-Tech-Daten zu überprüfen. Des weiteren müssen die Beamten künftig alle Firmen unter Beobachtung halten, die solche Datenbanken benutzen.

Die neuen Richtlinien der Reagan-Administration sollen es vor allem den Sowjets erschweren, an Informationen aus US-Datenbanken heranzukommen. Daneben fürchten die Amerikaner aber auch Hacker, Kriminelle und Terroristen. Neben den Ostblockstaaten müssen jedoch die Westeuropäer ebenfalls damit rechnen, daß ihre Versuche, bestimmte Spezialauskünfte abzurufen, vergeblich sein könnten. Eher gelassen sehen bundesdeutsche Betroffene die neue Situation. Rudolf Huber von der Verlagsgruppe Bertelsmann in München hat mit den Richtlinien der Amerikaner seine eigenen Erfahrungen gemacht: "Die US-Regierung verkündet immer wieder Beschränkungen, die dann jedoch an der Praxis scheitern." Huber lakonisch: "Sogar wer wirklich an Spionage interessiert ist, kann sich ausgezeichnet in einer der vielen US-Zeitungen informieren, die sich mit militärischen Entwicklungen beschäftigen."