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07.07.1995

Reaktion auf Microsoft-Vorhaben? IBM plant Standards fuer das Netz- und System-Management

FRAMINGHAM (IDG) - Big Blue wird zusammen mit einigen Branchengroessen innerhalb der kommenden fuenf Wochen eine neue Herstellerinitiative in Sachen verteilte Management-Services gruenden. Ihre Aufgabe soll darin bestehen, Produktspezifikationen fuer ein plattformuebergreifendes Netz- und System-Management an der Open Software Foundation (OSF) vorbei zu definieren.

Die gemeinsam mit verschiedenen Herstellern erarbeiteten Spezifikationsvorschlaege wolle man bei der Internet Engineering Task Force, der X/Open und dem Network Management Forum zur Standardisierung einreichen, erklaert der im Bereich Networking taetige IBM-Mitarbeiter Ray Williams. Wer an Big Blues Initiative teilnehmen wird, steht zwar noch nicht fest, gehandelt werden aber Namen wie AT&T, Bay Networks, Cisco, Sunsoft, 3Com, Tivoli und UB Networks.

Laut 3Com gibt es mit IBM diesbezueglich bislang noch keinen offiziellen Kontakt. Wenn sich jedoch ein Major Player fuer die Interoperabilitaet im Netz-Management stark mache, werde man eine Kooperation ernsthaft in Erwaegung ziehen.

Die neuen Management-Services werden im wesentlichen vier Voraussetzungen erfuellen: Sie arbeiten mit einem einheitlichen Datenmodell und zweitens mit gemeinsamen "Agents", die auf den Interface-Spezifikationen (DMI) der Desktop Management Task Force beruhen. Die Interoperabilitaet zwischen den Systemen soll ein Set an Programmier-Schnittstellen (APIs) gewaehrleisten, so dass zum Beispiel eine Fehlerbehebung von verschiedenen Plattformen aus vorgenommen werden kann. System- und Netz-Management-Anwendungen werden kompatibel und auf verschiedenen Plattformen einsetzbar sein - hier steht als API eine Technik von der Network Managers Inc. zur Diskussion, die IBM bereits in "Netview for Windows" nutzt.

Hersteller holen OSF-Versaeumnis nach

Die Beweggruende fuer IBMs ueberraschenden Vorstoss koennen Branchenkenner nur vermuten: Zum einen ist die Rede von Big Blues Reaktion auf eine bevorstehende Akquisition der Network Managers Inc. durch Microsoft. Sollte der von IBM verwendete Programmcode des Uebernahmekandidaten in Microsofts "System Management Server" integriert werden, haette dies eine verschaerfte Konkurrenzsituation zur Folge. Als zweiten Grund nennen Insider das Versagen der Open Software Foundation und des Management Integration Council (MIC) in diesem Bereich. Speziell die OSF hat das objektorientierte Framework fuer ihr Distributed Management Environment (DME) mittlerweile wieder verworfen.