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19.11.1999 - 

Red Hat liefert das Tool gemeinsam mit Linux aus

Rebol - ein neuer Dialekt für die Internet-Kommunikation

MÜNCHEN (CW) - Mit der Relative Expression-based Object Language (Rebol) hat der gleichnamige US-Anbieter eine Lingua franca für die Kommunikation zwischen Rechnern, Geräten und Anwendungen via Internet geschaffen.

Rebol-Erfinder Carl Sassenrath bezeichnet seine Erfindung als Internet Communications Language. Er hat sich viel vorgenommen. Mit dem Sprachkonzept sollen Betriebssysteme miteinander kommunizieren können. Hatten wir das nicht schon? "Java macht sich in diesem Bereich nicht besonders gut, also haben wir die Sache selbst in die Hand genommen", erklärte Sassenrath dem Brancheninformationsdienst "Computergram".

Rebol kennt Datenformate wie jede andere Sprache auch, doch zusätzlich kann der Entwickler Protokolle wie SMTP, POP 3, HTTP und FTP direkt über Befehle nutzen, muß dabei jedoch weder externe Programme einbinden noch auf Bibliotheken oder Erweiterungen zugreifen. Laut Rebol Technologies ist die Sprache beim Austausch von Daten zwischen Anwendungen so flexibel wie die Extensible Markup Language (XML), allerdings müßten mit ihr Entwickler immer noch auf Programmiersprachen zurückgreifen. Rebol-Programmierern bleibe dieser Schritt erspart. "Unsere Sprache ist der logische Endpunkt der XML-Entwicklung", lautet die Parole des Anbieters.

Die Dialektik von Rebol führt der Erfinder als eine weitere Stärke der Sprache an. Zum Beispiel kann ein Begriff je nachdem, wie er in einem Kontext definiert wird, eine andere Bedeutung haben - eine Eigenschaft, die auch XML auszeichnet. So kann bei einer in Rebol programmierten Finanztransaktion das Wort "Share" auf Aktien verweisen, bei einem Steuerprogramm für einen Netzwerk-Server jedoch auf das Freigeben einer Ressource.

Einstiegshürden gibt es nach Ansicht Sassenraths keine. Rebol sei besser lesbar als die beispielsweise bei Web-Mastern beliebte Sprache Perl. Darüber hinaus lasse sich Rebol viel schneller erlernen als Java und Smalltalk. Außerdem könnten Entwickler schon mit wenigen Zeilen Code eine Menge bewirken. So passen die Kommandos zum Auslesen einer Web-Seite mit anschließendem Versand per E-Mail in eine Codezeile.

Laufen sollen Rebol-Programme überall, und zwar ohne Modifikation des Programmcodes. Zur Zeit unterstützt die kostenlose Basistechnologie "Rebol/Core" 37 Plattformen, darunter klingende Namen wie Windows CE, NT, 95, 98, Linux, Macintosh, Bsd-Unix, Solaris, AIX und HP-UX.

Noch sind die Partnerschaften, die Rebol Technologies mit der Industrie knüpfen konnte, dünn gesät. Der prominenteste Deal ist ein Abkommen mit dem Linux-Spezialisten Red Hat, der Rebol mit der Linux-Distribution für x86-Rechner ausliefert. Jeder Interessierte kann sich das Basis-Tool "Rebol/Core" kostenlos von der Website des Anbieters herunterladen. Noch im Herbst will das Unternehmen die kommerzielle Variante auf den Markt bringen.

Als eines der wichtigsten Anwendungsgebiete bezeichnet Rebol die drahtlose Kommunikation und gerät damit ins Fahrwasser des Softwarekonzerns Microsoft, der zur Zeit alles daransetzt, diesen Markt zu erobern.