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25.02.1994

Rechenintensive Anwendung spricht fuer Portierung Hersteller von Grafiksoftware wollen das NT-Potential testen

MUENCHEN (CW) - Anbieter von Grafik- und Desktop-Publishing- Software stehen vor der Frage, ob sie ihre Produkte auf Windows NT portieren sollen. Waehrend Branchenspezialisten wie Aldus und Quark in dieser Microsoft-Plattform durchaus einen Markt fuer ihre Anwendungen sehen, startet Micrografx erst einmal einen NT- Probelauf.

Windows NT koennte im High-end-Bereich von Grafik und Desktop Publishing (DTP) auch als Client-Betriebssystem eine Chance haben. Die Frage ist letztlich, ob die Anwendung auf der Desktop-Seite derart leistungsstarke Rechner voraussetzt, dass sich der Einsatz von NT hier tatsaechlich lohnt. Zahlreiche Anbieter von CAD-Paketen haben diese Frage fuer den Bereich Konstruktion und Fertigung bereits zugunsten von Windows NT entschieden.

Mittlerweile bekennen sich auch einige Hersteller von Grafik- und DTP-Programmen zu Microsofts 32-Bit-Betriebssystem. Die Hamburger Aldus Software GmbH hat angekuendigt, mit ihrer Produktpalette ausser Mac und Windows kuenftig auch Windows NT als dritte Plattform zu bedienen. Geschaeftsfuehrer Jesse Young geht davon aus, dass NT innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre erheblich an Marktakzeptanz gewinnen wird und dann vermutlich einen Standard auch fuer leistungsstarke Desktops darstellen koennte.

Die Grafiksoftware "Freehand" wurde bereits in einer NT- Implementierung gezeigt. Es folgen nun das Publishing-Paket "Pagemaker", die Bildbearbeitungssoftware "Photostyler" und das Ueberfuellungsprogramm "Trapwise". Die neuen Portierungen sollen den 32-Bit-Modus von Windows NT voll ausnutzen, wobei vorerst die Auslieferung von 16-Bit-Versionen geplant ist. Termine wurden allerdings noch nicht genannt.

Aehnlich wie Aldus hat sich inzwischen auch die Quark Inc. geaeussert. Sie plant ein NT-Release ihrer DTP-Software "Quark Xpress", die nach langer Pflege auf dem Mac erst im vergangenen Jahr den Windows-Markt erobert hat. Etwas zurueckhaltender verhaelt sich dagegen Micrografx. Der Hersteller von Grafikprogrammen will laut der CW-Schwesterpublikation "Infoworld" zunaechst einmal die Nachfrage nach NT-Produkten testen. Dabei haelt Manager Grant Wickes eine Neupositionierung von NT fuer erforderlich: Es muesse klargestellt werden, dass es sich bei NT nicht nur um eine Server- Plattform handle, sondern auch um ein Betriebssystem fuer rechenintensive Arbeitsplaetze.

Anhand einer "Marketing Beta" des Retusche- und Bildbearbeitungswerkzeugs "Picture Publisher" wollen die Texaner das NT-Potential ausloten. Als Hardware-Anforderungen fuer die 32- Bit-Applikation nennt Micrografx mindestens einen 486er Prozessor mit 50 Megahertz Taktrate und 30 MB Arbeitsspeicher. Die derzeit ausgelieferte CD-ROM enthaelt NT-Versionen des Picture Publisher, die jeweils auf die Chips 486, Pentium, Mips und Alpha abgestimmt wurden. Die Beta ist bezueglich der Programmfunktionalitaet komplett, es fehlt lediglich noch die Unterstuetzung einiger Zusatzkomponenten von Drittanbietern wie der "Kodak Photo CD" oder die Kompression nach JPEG. Die Nachfrage innerhalb der naechsten zwei Monate wird laut Wickes darueber entscheiden, ob eine marktreife NT-Version des Picture Publisher ueberhaupt ausgeliefert wird.