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17.07.2008

Rechenzentrums-Container nun auch von HP

Gebaut wird im Auftrag, die Lieferzeit beträgt sechs Wochen.

Hewlett-Packard nennt die Kästen "POD" (Performance Optimized Data Center). Das blaue "Data Center in-a-box" soll in den USA ab Ende des dritten Quartals und im Rest der Welt einige Monate später erhältlich sein. Preise sind noch nicht bekannt. Bei der Konkurrenz - vergleichbare Container bieten unter anderem schon Sun Microsystems, Rackable Systems sowie die IBM an - beginnen die Preise bei einigen hunderttausend Dollar und können bis in die Millionen gehen.

Einsatz bei Engpässen

HP lässt die Container von der Tochterfirma EYP Mission Critical Facilities entwerfen und planen. Gebaut werden sie im Kundenauftrag, die Lieferzeit gibt Hewlett-Packard mit sechs Wochen an. Kunden können sich auch Ausrüstung in ihr POD einfügen lassen, die nicht von Hewlett-Packard stammt. Zielgruppe sind Anwender, deren Rechenkapazität, Energie- oder Kühlsystem an ihre Grenzen stoßen. Ferner dienen die Rechner der Daten- und Systemwiederherstellung nach Störungen (Disaster Recovery).

In das POD von HP passen beim 40-Fuß-Container 22 Server-Schränke mit 50 U Höhe. Das reicht aus für 1100 Server-Einschübe mit 1U oder alternativ 12 Petabyte Storage-Kapazität (in Form von 12 000 3,5-Zoll-Festplatten). Die Leistungsdichte beträgt dabei 1800 Watt pro Quadratfuß, deutlich mehr als die 250 Watt in einem herkömmlichen RZ. In der abgeschlossenen Umgebung lasse sich die Temperatur besser steuern, so der Anbieter.

Anders als bei Sun mit seinem "Modular Data Center" befinden sich in HPs POD die Racks nur auf einer Seite des Containers. Über eine Schiebetür auf der Rückseite sind die Systeme auch von hinten zugänglich. Mit wenig Platz zwischen den Schränken versucht HP die "Heißer-Gang-kalter-Gang"-Konfiguration herkömmlicher Rechenzentren nachzuahmen, damit sich das Bedienpersonal möglichst wenig umgewöhnen muss.

Keine zu hohen Erwartungen

Mit einem Ansturm auf das neue POD rechnet HP vorerst nicht. Die Verkäufe in diesem Jahr werden wohl "sehr gering" ausfallen, räumt Steve Cumings ein, Director of Infrastructure in der Konzernsparte Scalable Computing and Infrastructure. "Für einige Aufgaben sind diese mobilen Rechenzentren eine großartige Lösung", sagt der HP-Mann. "Sie können aber traditionelle Data Center nur ergänzen." Microsoft zeigt sich allerdings schon jetzt als großer Fan von Container-RZs. Der Softwareriese will in einer neuen Niederlassung in Chicago mehr als 200 solche kompakten Data Center unterbringen, wobei der Hersteller noch unbekannt ist. (tc)