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17.12.1982

Rechner unterstützt amerikanische Friedensbewegung:Mit Mikros gegen Rüstungswettlauf

In der bundesdeutschen Ökoszene nicht gerade heiß geliebt werden Technologieprodukte á la Mikrocomputer, denn derlei Gerät steht hierzulande symbolisch für eine Entwicklung, die es um jeden Preis zu verhindern gilt. Anhänger amerikanischer Friedensbewegungen sehen das aber pragmatischer. Dumm wäre in ihren Augen nämlich, wer den Informationsvorsprung per Computer stets der Gegenseite überließe.

In Deutschland geradezu undenkbar wäre, daß Computerprofis in einer Abrüstungsdemonstration Flagge zeigen, wie jüngst geschehen in New York. Mitglieder der Computer Professionals United (CPU) hatten zuvor an der Westküste eine Organisation gegründet, die ähnlich wie eine Gruppe sozial engagierter Ärzte (Physicians for Social Responsibility) mit Anzeigenkampagnen und öffentlichen Informationsveranstaltungen gegen den Rüstungswettlauf eintreten will.

Ein Rechnernetzwerk, in dem Friedensgruppen auf gemeinsame Datenbanken zugreifen und flugs per Mikro Informationen austauschen können, richtet nun "Peace Net" ein, eine Projektgruppe, die kürzlich vom Abrüstungszentrum in San Francisco gegründet wurde. Die Ambitionen sind ehrgeizig: Laut Laurie Foster, einer "Peace Net"-Projektleiterin, soll das Netz in der Endphase aus mehreren Großrechnern bestehen, deren Mammutdatenbanken jederzeit per Modem von Privatmikros genutzt werden können.

Die geplante Datensammlung läßt kaum Wünsche offen. Sie reicht vom umfangreichen Literaturverzeichnis zum Thema Abrüstung und einem Terminkalender parlamentarischer Beratungen bis hin zum Stimmverhalten jedes einzelnen Kongreßabgeordneten. Die Durchschlagskraft eines solchen Informationssystems wird den Falken wohl zumindest im Magen liegen.

Als erste Ausbaustufe des Netzes ist die Einrichtung von zwei lokalen Informationsdiensten (electronic bulletin boards) in den Universitätsstädten Berkeley und San Francisco geplant. Auch an Sympathie fehlt es bisher offenbar nicht, denn die Netzwerksoftware für diese beiden Installationen wurden von einem Softwarehaus kostenlos zur Verfügung gestellt.

*Eitel Dignatz ist Mitarbeiter der microComputerWelt, einer Schwesterzeitung der COMPUTERWOCHE.