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01.10.1993

Rechner von IBM unter fremden Namen Big Blue vertreibt in USA PCs ueber den Kataloganbieter Inmac

NEW YORK (CW) - IBM verkauft nach dem Abschluss eines OEM-Abkommens ab sofort PCs ueber die Firma Inmac, eines der grossen Unternehmen im Direktvertrieb von Rechnern und DV-Zubehoer.

Big Blue macht damit nicht nur Compaq oder Dell Konkurrenz, sondern auch den eigenen PS/2-Haendlern oder der Firma Ambra, einem IBM-Spinoff, an dem Big Blue noch immer weitreichend beteiligt ist.

Inmac erzielt in diesem Jahr wahrscheinlich einen Jahresumsatz von 340 Millionen Dollar und wird leistungsstarke IBM-Systeme in seinen Katalog aufnehmen, deren Preise in den USA bei etwa 1300 Dollar oder darueber liegen werden. Die Rechner werden nicht mit IBM-Logo verkauft, sondern tragen den Markennamen Inmac Insignia.

Wie das "Wall Street Journal" weiter berichtete, stellt dieses Vertriebsabkommen alle bisher getroffenen OEM-Vertraege (Original Equipment Manufacturer) von IBM in den Schatten, daraus schliessen Analysten, dass Big Blue seine PCs jetzt auf allen nur denkbaren Wegen anbieten will. IBM koennte bei diesem Handel auch Blessuren davontragen: Wenn beispielsweise Inmac nicht schnell genug liefern wuerde, ginge dies sicher zu Lasten von IBMs guten Ruf in puncto Zuverlaessigkeit.

Wer muss fuer Fehler der OEM-Partner geradestehen?

Selbst bei IBM scheint das Vertriebsabkommen nicht nur auf Wohlwollen zu stossen. Bruce Claflin, Marketingleiter von IBMs PC- Abteilung, sieht Gefahren auf das Unternehmen zukommen, wenn Inmac oder andere die Rechner als IBM-Produkte anbieten wuerden. "Es macht mir Sorgen, weil der Name IBM noch immer fuer etwas steht," sagte Claflin. "Wenn ein Kunde einen dieser Rechner aus dem OEM- Geschaeft kauft und sieht, dass er von IBM kommt, koennte vielleicht der gute Name von IBM unter Fehlern unserer Vertragspartner leiden."

Die Gefahr dafuer ist gross: Von Inmac war zum Beispiel zu erfahren, dass die Firma in ihren Katalogen herausstellen wird, dass IBM diese Rechner herstellt. Der jetzt abgeschlossene Vertrag raeumt ihnen das Recht dazu auch ein. Ein veraergerter IBM-Fach- haendler empfahl Big Blue zuerst, die Herstellungskosten fuer die PCs zu senken statt riskante OEM-Vertraege zu schliessen.