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20.08.2004 - 

Leserbrief

Rechtlich kein Problem

Tatsächlich liegen hohe Werte an Software "in deutschen Unternehmen ungenutzt herum", wie Sie den Aachener Händler Axel Susen zutreffend zitieren. Veräußerung wie auch Ankauf und Nutzung gebrauchter Software sind deshalb exzellente Möglichkeiten, die Kosteneffizienz von Standardsoftware zu verbessern - und zwar von einer juristisch unanfechtbaren Position aus. Vorteile entstehen zudem nicht nur aus der Kostendifferenz zwischen erst- und weiterverkauften Lizenzen: Nutzer gebrauchter Software können außerdem uneingeschränkt bestimmen, wann sie Updates einspielen wollen, anstatt sich das vom Hersteller vorschreiben zu lassen. In einem wesentlichen Punkt muss ich Ihrem Artikel jedoch widersprechen. Nach verbreiteter Rechtsauffassung ist es kein Problem, aus einem gekauften Lizenzbestand einzelne Teile zu veräußern. Das gilt auch dann, wenn in den Vertragsbedingungen von Herstellern, etwa SAP, Teilverkäufe ausgeschlossen werden.

Als Unternehmen, das selbst (mit einem Netz an Einkaufs- und Vertriebspartnern) mit gebrauchten Softwarelizenzen aus allen Anwendungsbereichen handelt, haben wir uns bei unserem Anwalt, Andreas Meisterernst aus München, in diesem Punkt rückversichert: Gekaufte Softwarelizenzen, auch Teile aus einem Gesamtbestand, sind Handelsgüter wie jedes andere. Das Urheberrecht ist nach dem Erstverkauf seitens der Hersteller erschöpft; anders lautende Passagen in Vertragsbestimmungen sind nichtig.

Die Softwareindustrie versucht gegenwärtig, ihre Beziehungen zu den Anwendern und ihre Machtposition gegen das Entstehen eines Gebrauchtsoftware-Markts zu instrumentalisieren. Oder sie spielt das Thema herunter und behauptet, es handele sich bei den Versuchen, ungenutzte Lizenzen zu verkaufen, um "Einzelfälle".

Aber die Hersteller werden sich kooperativ zeigen müssen, denn sie sind ja laut dem SAP-Sprecher "an einer langfristigen Beziehung" zu den Kunden interessiert. Letzten Endes können kooperative Hersteller vom Handel mit gebrauchter Software sogar profitieren, denn der aktive Bestand an Lizenzen wächst dadurch. Wer sich dem Trend dagegen verschließt, verliert Marktanteil.

Peter Schneider,

Geschäftsführer usedSoft GmbH,

Rosenstraße 7, 80331 München,

peter.schneider@usedsoft.de