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01.08.2006 - 

CW-Wert

Rechtschreibreform

Am 1. August trat sie in Kraft: Die Reform der Reform dessen, was angeblich dringend reformbedürftig war - die deutsche Rechtschreibung. In Szene gesetzt von - wie es ein sehr geschätzter Kollege treffend auf den Punkt brachte - professoralen Wichtigtuern und ahnungslosen Politikern.

Ab sofort müssen wir uns nun Gedanken machen, wie wir was richtig, fast richtig oder wenigstens auch richtig, weil nach Duden-Diktat zulässig, schreiben. Im Zweifelsfall wird es eine von mehreren sanktionierten Rechtschreibungen. Fragen Sie jetzt übrigens nicht, wieso es bei solcher Wahlfreiheit der Orthografie überhaupt noch eine Schreibregulierung gibt. Sinnfragen passen nicht zu diesem Land.

Wobei natürlich grundsätzlich die These schon zu diskutieren wäre, dass ein Satz für den Leser nur verständlich sein muss, völlig egal, ob er in das Dudenkorsett gezwungen wurde oder nicht. Als Kronzeuge für solch eine Einsicht wäre etwa Arno Schmidt zu benennen. Wobei Einiges dafür spricht, dass diesen Großautor viele so oder so nicht kapieren.

Andererseits geht es dem Normalsterblichen, also wahrscheinlich 98 Prozent der Bevölkerung so, dass sie Texte von Rechtsanwälten und aus deutschen Amtsstuben auch nicht begreifen. Hier, so die Vermutung, legen sich andere als Rechtschreibbarrieren dem Verständnis quer.

Was uns zu einer letzten, dafür umso wichtigeren Einsicht bringt: Unsere Texte in dieser Zeitung waren und sind vor und sicherlich auch nach einem halben Dutzend Rechtschreibreformen immer über jeden Erkenntniszweifel erhaben. Und das ist doch nicht wenig in diesen deutungsarmen Zeiten.