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08.10.2004 - 

Sicherheitsgerüst für Open-Source-Architektur

Red Hat kauft Netscape-Teile

MÜNCHEN (CW) - Red Hat kauft bedeutende Teile von Netscape Enterprise Solutions, einer Unternehmenseinheit der Time-Warner-Tochter AOL.

Der Linux-Distributor zahlt laut "Wall Street Journal" sofort 20,5 Millionen Dollar in bar und weitere 2,5 Millionen Dollar, so- bald Red Hat am Produktvertrieb und den Lizenzen verdient. Dafür wechseln der "Netscape Direc- tory Server" und das "Netscape Certificate Management System" den Besitzer. Außerdem gehen rund 50 AOL-Mitarbeiter, die mit der Entwicklung dieser Produkte beschäftigt sind, zu Red Hat über.

Der Netscape Directory Server ist ein LDAP-Server (Lightweight Directory Access Protocol), der das Management von Anwendungseinstellungen, Benutzerprofilen, Gruppendaten, Richtlinien und Zugriffskontroll-Informationen in einer netzbasierenden Datenbank ("Registry") zentralisiert.

Einfachere Benutzerverwaltung

Die durch den Einsatz reduzierte Datenredundanz erleichtert die Benutzerverwaltung. Ferner wird die Sicherheit erhöht, weil die Administratoren Richtlinien und Zugriffskontroll-Informationen in ein Verzeichnis speichern und so eine zentrale Authentifizierungsquelle schaffen können.

Das Netscape Certificate Management System ist eine Sicherheitsumgebung, welche die Identität von Benutzern feststellt und den Datenschutz bei der Kommunikation gewährleistet. Anders als Passwörter können Zertifikate nicht leicht gestohlen werden und bieten so ein verlässlicheres Verfahren der Identitätskontrolle und zum Schutz vor Identitätsdiebstahl.

Portfoliolücke geschlossen

Der Deal soll noch in Red Hats drittem Geschäftsquartal 2004, das am 30. November endet, abgeschlossen werden. Der Linux-Distributor möchte die Netscape/AOL-Produkte innerhalb von sechs bis zwölf Monaten in seine "Open Source Architecture" einbauen. Dieses im September letzten Jahres vorgestellte Konzept umfasst einen Portal-Server, ein Content-Management-System, eine Cluster- und eine Developer-Suite, einen Application-Server sowie ein Provisioning-Modul. Die jetzt gekauften Produkte schließen die Lücke in puncto Sicherheit. Äußerungen von Red-Hat-Managern lassen erwarten, dass die Programme als Zusatz zum Enterprise Linux vermarktet werden. Unklar ist, ob sie unter der Open-Source-Lizenz GPL erscheinen werden. (ls)