Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.04.2002 - 

Fujitsu-Siemens bietet Web-Server-Farm mit neuem Linux

Red Hat präsentiert Advanced Server

MÜNCHEN (CW) - Red Hat offeriert mit dem "Advanced Server" erstmals ein Linux-Angebot, das sich ausdrücklich an Unternehmen richtet. Der Distributor hofft insbesondere auf die Umstellung von Unix-Umgebungen.

Die neue Betriebssystem-Variante für Intel-basierende Systeme baut auf der Linux-Version 7.2 von Red Hat auf. Entsprechend hat das Produkt den Kernel 2.4, der allerdings in Details erweitert wurde, die aus dem Developer-Release 2.5 stammen. So unterstützt der Advanced Server Rechner mit bis zu acht symmetrischen Prozessoren. Die Fähigkeit zu asynchronem I/O erhöht die Performance.

Verbessert hat Red Hat in rund zehnmonatiger Entwicklungsarbeit den Prozess-Scheduler und die Unterstützung von SCSI-Laufwerken. Neu sind das Failover-Clustering mit zwei Nodes, Samba- und NFS-Failover, Shared Data Access, Load Balancing und die Integration des früher separat zu installierenden Java Runtime Environment. Eine Java-basierende Web-Konsole soll das Management der Cluster-Knoten vereinfachen und die Datenintegrität sicherstellen.

Im Basispreis von 800 Dollar pro Server ist ein einjähriges Abonnement des Red Hat Network enthalten. Es umfasst 24x7-Support und eine kontinuierliche Systempflege, indem der Distributor automatisch für das Aufspielen von wichtigen Neuerungen, Bugfixes und sicherheitsrelevanten Patches auf die Systeme der Kunden sorgt. Das Unternehmen bietet noch weitergehende Dienste an, wodurch sich der Preis des Betriebssystems auf bis zu 2500 Dollar erhöhen kann.

Red Hat hat angekündigt, dass künftig - von Ad-hoc-Patches abgesehen - neue Versionen nur noch mit einem Abstand von zwölf bis 18 Monaten erscheinen werden. Der Advanced Server ist, so der Anbieter in einer Pressemitteilung, "für anspruchsvolle Unternehmensumgebungen bestimmt, die von Unix auf Linux umgestellt werden". Red Hat wirbt mit einer TCO-Analyse der Marktforschungsgesellschaft IDC, wonach Linux-Server auf Intel-Basis markant preisgünstiger seien als vergleichbare Unix-Umgebungen auf Risc-Basis.

Bei der Präsentation des Advanced Server versicherten Repräsentanten von Dell, IBM und Compaq, ihre Intel-basierenden Rechner mit dem Red-Hat-System anzubieten. Diverse Softwarehersteller, darunter Oracle und Veritas, versprachen die Anpassung ihrer Anwendungen.

Das erste DV-Unternehmen, das die neue Linux-Version von Red Hat in ein konkretes Angebot umgesetzt hat, ist allerdings Fujitsu-Siemens Computers (FSC). Die Münchner bieten eine "Web-Server-Farm", die mit Linux Advanced Server und Apache vorkonfiguriert ist. Es handelt sich um ein Rack-System mit "Primergy-L100"-Rechnern. Die Einstiegskonfiguration mit vier dieser Server im 19-Zoll-Rack, einer Konsole, unterbrechungsfreier Stromversorgung, Red Hat Linux Advanced Server und Apache kostet 18000 Euro.

Die Server sind über ein Load-Balancing-System verbunden, das es möglich macht, einen Server nach Ausfall oder für Wartungsarbeiten aus der Farm zu nehmen, wobei die verbleibenden sich dessen Aufgaben teilen. Außerdem lassen sich darüber weitere Server der Konfiguration hinzufügen. Zur Steuerung und Überwachung des Gesamtsystems liefert FSC entsprechende Tools mit.

Die Primergy L100 sind Server mit einer Normbauhöhe von 1U, wodurch maximal 42 Rechner in ein Rack passen würden. In den "Pizzaschachteln" arbeitet eine Celeron- oder eine Pentium-III-CPU. Der Arbeitsspeicher lässt sich von 128 MB auf 1,5 GB ausbauen. Das Gehäuse fasst zwei IDE-Festplatten mit 20, 40 oder 80 GB Kapazität. On board sind eine ATI-Grafikkarte und zwei 10/100-Mbit-Ethernet-Controller. Je nach Ausstattung der Primergy L100 erhöht sich der Preis der Web-Server-Farm. (ls)