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17.02.2005

Red Hat schießt sich auf Sun ein

Der Distributor hat seine vierte Enterprise-Linux-Version freigegeben.

Die Freigabe von Red Hat Enterprise Linux 4 (RHEL 4) hat der Distributor mit einem massiven Angriff auf Sun verbunden. Das neue Betriebssystem "wird Solaris verdrängen", verkündete der für die Region Europa, Naher Osten und Afrika zuständige Marketing-Chef Paul Salazar. Es gebe nun "keinen Grund mehr, bei Solaris zu bleiben".

Damit ist ein neuer Höhepunkt in der Beziehungskrise der einst engen Partner erreicht. Zuvor hatten leitende Sun-Manager Red Hat mit abfälligen Bemerkungen bedacht. Hintergrund der Auseinandersetzungen ist, dass Red Hat in der letzten Zeit durchaus Erfolge bei Finanzinstituten und Telekommunikationsunternehmen errungen hat, zwei Branchen, aus denen die wichtigsten Sun-Kunden kommen.

Red Hat macht mit Enterprise Linux 4 einen bedeutenden Schritt in Richtung Rechenzentren und geschäftskritische Anwendungen. Die Verbesserungen von RHEL drehen sich im Wesentlichen um die Punkte Performance, Sicherheit und Anwendbarkeit auf Desktops.

Der Distributor verwendet erstmals den Kernel 2.6, genau genommen die Version 2.6.9, der allgemein höheren Durchsatz ermöglicht. Hinzu kommen ein Block-I/O-Subsystem, das durchsatzhungrigen Anwendungen wie Datenbanken entgegenkommt, Verbesserungen des virtuellen Speichers und die Unterstützung der Non-Uniform Memory Architecture (Numa). Die File-Systeme können jetzt 8 TB - statt bisher 1 TB - groß sein. Erweiterungen des Dateisystems EXT3 bringen bessere Performance bei voluminösen Verzeichnissen und Anwendungen mit großen Dateien.

Neben höherer Performance bringt das neue System NFS 4 auch mehr Stabilität und Sicherheit für Client-Zugriffe auf die Server. Der wichtigste Sicherheitsaspekt aber ist die Integration von Security Enhanced Linux (SELinux), einer seit 2000 vom US-Geheimdienst NSA vorangetriebenen Entwicklung. SELinux schützt Systemprozesse, indem es Administratoren keine generellen Eingriffrechte einräumt, sondern diese nach Policies und Profilen limitiert.

In puncto Desktop bietet RHEL 4 Interoperabilität zu Active Directory und Exchange. Privatanwender werden besonders von einem Hardware Abstraction Layer profitieren: Der erkennt automatisch USB-Devices, so dass man sich nicht mehr grundsätzlich um Treiber bemühen muss. Zur Basisausstattung der Distribution gehören der Browser "Firefox", das Büropaket "Open Office" und der E-Mail-Client "Evolution". Hinzu kommen (aus lizenzrechtlichen Gründen als Binaries) "Realplayer 10", "Helixplayer", "Acrobat", "Macromedia Flash" und "Citrix".

RHEL 4 eignet sich für sieben Prozessortypen: 32-Bit-x86, Intels Xeon EM64T, Itanium, AMD-64 (Athlon und Opteron), IBMs Power sowie die Mainframes Z-Series und S/390. Das Betriebssystem unterstützt Hyperthreading- sowie Multicore-CPUs und läuft auf Systemen mit bis zu 32 Prozessoren.

Support über Red Hat Network

Red Hat bietet die einheitliche Codebasis wie bisher in den Varianten "Advanced Server" (AS) für große Umgebungen, "Entry-Mid-Server" (ES), "Workstation" (WS) und als Grundlage des "Red Hat Desktop" an. Die ersten drei Varianten sind ebenfalls unverändert mit einem Update- und Patch-Service auf Subskriptionsbasis (Red Hat Network) verbunden. Diesen gibt es in verschiedenen Leistungsstufen zu Preisen von 179 bis 2499 Dollar. (ls) u